Nordrhein-Westfalen

Presse

OWD-Lärmschutz - auch im Bielefelder Westen!

Auf dem Ostwestfalendamm gilt tagsüber Tempo 80. Zum Schutz der Nachtruhe soll von 22 bis 6 Uhr Tempo 60 eingeführt werden. Es geht um den Gesundheitsschutz der vielen Anwohner an dieser lautesten Straße Bielefelds.  Dazu der ökologische Verkehrsclub VCD: "Überraschenderweise schreibt die Verwaltung nun in ihrer Beschlussvorlage, dass dies erst ab Auffahrt Johannistal gelten soll. In Bielefeld Mitte soll auf dem OWD nachts 80 km/h bleiben". Im Tunnel gilt Tempo 60. Ab Jöllenbecker Straße wäre dann die Höchstgeschwindigkeit nachts 80 km/h. Ab Johannistal 60 km/h und hinter der Auffahrt Quelle wieder 80. "Das macht nun wirklich keinen Sinn" meint der VCD.

Gerade im Stadtbezirk Mitte durchschneidet der Ostwestfalendamm die Wohnviertel des Bielefelder Ostens. Hoch lärmbelastet ist etwa das Studierenden-Wohnheim an der Arndtstraße, wenige Meter neben der sechsspurigen Straße.  Der VCD sieht den Ratsausschuss am Donnerstag in der Verantwortung, für den Lärmschutz der Anwohner in Bielefeld Mitte zu sorgen. Er soll  beschließen, dass die Nachtabsenkung der Geschwindigkeit ab Jöllenbecker Straße gilt. Etwas anderes sei den mehreren tausend betroffenen Bewohnern am OWD im Stadtbezirk Mitte nicht zu vermitteln.

Die Ratsbeschlüsse zum Bielefelder Nahverkehrsplan einhalten!

Bielefeld, 27. Juli 2022. Die Fahrplanverdichtungen zum 1.8.2022 sind vorerst ausgesetzt worden. Der VCD schreibt den Oberbürgermeister und den Rat an. Der Offene Brief

NRW-Plus-Ticket

21 Millionen 9-Euro-Tickets wurden allein im Juni gekauft, weitere 10 Mio. Menschen nutzten es im Rahmen ihres Nahverkehrs-Abos – ein überwältigender Erfolg, der deutlich macht: Es muss eine Nachfolge geben, dann kann die Verkehrswende gelingen. Auch die Bundesregierung denkt inzwischen über ein klimafreundliches Ticketmodell nach. Wie ein solches Modell konkret aussehen kann, zeigt der VCD mit seinem neuen, bundesländer-übergreifenden Abo-Konzept: Dem Länder-PlusTicket.
Bielefeld, 5. Juli 2022. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Ostwestfalen-Lippe sieht in der Debatte um ein klimafreundliches Ticketmodell eine Chance, die nicht verpasst werden darf. Bus und Bahn sind so beliebt wie lange nicht mehr. Der Ansturm zeigt aber auch, dass der öffentliche Nahverkehr seine Belastungsgrenze längst erreicht hat. Als langfristige Lösung schlägt der VCD ein neues Tarifkonzept vor: das Länder-PlusTicket – eine Zeitkarte, die auch weite Fahrten im Regionalverkehr bundesländerübergreifend ermöglicht und den Übergang in angrenzende Tarifzonen erleichtert. Das Ticket soll für insgesamt acht Großräume angeboten werden und auch für den jeweils ersten Halt im angrenzenden Geltungsbereich gültig sein. Für Nordrhein-Westfalen soll das NRW-Plus-Ticket gelten.

Martin Schmelz, Vorstand des VCD- Kreisverbands:
„Bahn- und Busnutzer*innen in Ostwestfalen schätzen das 9-€-Ticket, auch weil es so einfach ist. Es gilt über die vielen Tarifgrenzen hinweg. Das muss auch nach dem Sommer erhalten bleiben. Bielefeld und die Region OWL sollten sich dafür einsetzen."

Die Preise für das Ticket sollen für alle bezahlbar und dauerhaft finanzierbar sein, ohne den notwendigen Ausbau auszubremsen. So soll der Standardpreis 75 Euro im Monat betragen. Als Sozialticket sowie für Schüler*innen, Azubis und Studierende soll es für 30 Euro im Monat erhältlich sein. Das wäre auch der Preis für die Erweiterung um einen weiteren der acht Großräume. Für 135 Euro könnte ein Ticket für den Nah- und Regionalverkehr in ganz Deutschland erworben werden.
Das Ziel ist, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Einkommen oder ihrem Wohnort mobil sein können. Denn nur wenn man mit Bus und Bahn so einfach von A nach B kommt wie mit dem Auto, können wir die Klimaschutzziele erreichen und die Verkehrswende schaffen.
Zum Hintergrund: Nähere Informationen zum Länder-PlusTicket, dessen Geltungsbereichen und weiteren Vorschlägen zum Ausbau des Bus- und Bahnverkehrs finden Sie hier:

L712n und Herforder Straße - wann denkt das Bielefelder Rathaus um?

6.4.2022 "Höchste Zeit,  nun die überholten Straßenbauprojekte im Rathaus zu beenden!" So reagiert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf die heute bekannt gewordene Verschiebung des Baubeginns der L712n (Ostwestfalenstraße) um ein Jahr. Gut, dass Bielefeld, bevor die Bagger aufgefahren wären, noch eine Denkpause bekommen habe. "Die Straßenplanungen, die ursprünglich aus den 70er Jahren stammen, führen heute in die Sackgasse", so Bernd Küffner für den VCD. "Wir sind jetzt gefordert, durch eine schnelle Mobilitätswende mit der Förderung des Fuß- und Radverkehrs und dem ÖPNV unsere Erdölabhängigkeit zu reduzieren."

 

Auch der vierspurige, autobahnähnliche Ausbau der Herforder Straße in Brake sei aus der Zeit gefallen. "Rat und Verwaltung drücken sich bisher vor der  Ausrichtung der Mobilität auf den Umweltverbund. Der öffentlichen Verkehr zwischen Bielefeld und Herford kann durch eine Busschnellverbindung stark verbessert werden, der Radschnellweg OWL muss mit Hochdruck gebaut, die wertvolle Johannisbachaue geschützt werden." 

Gegenüber dem Landesbetrieb Straßenbau solle die Stadt deutlich machen, dass eine Zeitenwende eingetreten ist. Die Planungsvereinbarung für den 4-Spur- Ausbau der Herforder Straße sei sofort zu kündigen, die Planer im Rathaus sollen stattdessen klimaverträgliche Konzepte vorlegen. Erst im Januar hatten 40 Initiativen in einem Offenen Brief zur Herforder Straße den Rat und Oberbürgermeister Clausen zu einem Stopp der Planung aufgefordert. Von einigen Parteien gebe es positive Signale. Jetzt erwarten die Verbände aus dem Rathaus konkrete Beschlüsse.

Faktenblatt zum Ostwestfalendamm

Lärmschutz,Verkehrssicherheit und Klimaschutz auf Bielefelds lautester Straße
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Ostwestfalendamm: Stadt und Landesbetrieb müssen jetzt die Konsequenzen ziehen!

15.12.2021 "So geht es nicht weiter!" Der schwere Unfall auf dem Ostwestfalendamm ist durch eine weit überhöhte Geschwindigkeit verursacht worden. Der Fahrer des Unfallfahrzeugs fuhr an der Stelle des OWD, wo die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt ist, mit voller Wucht auf das Stauende. Eine Frau in ihrem Fahrzeug vor ihm kam ums Leben, eine weitere Person wurde verletzt.

War der Unfall auf dem OWD vermeidbar? Der Verkehrsclub Deutschland OWL hat die Behörden darauf hingewiesen, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit nach Passieren der Messstelle am Haller Weg drastisch überschritten wird. Eine eigene Messung in Höhe der Graphiabrücke (bei damals zulässigen 100 km/h) ergab eine Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h. Anders als auf dem nördlichen Teil des Ostwestfalendamms finden auf diesem Stück in Baulast von Straßen NRW so gut wie keine Tempokontrollen statt. "Wie ist das zu verantworten?" fragt Vorstandsmitglied Martin Schmelz.

Sowohl die Stadt Bielefeld als auch das Land NRW haben sich die "Vision Zero" als die Zielstellung der Verkehrssicherheit gesetzt. Danach wird der Verkehr so sicher gestaltet, dass schwerste und tödliche Unfälle ausgeschlossen werden. Dazu gehört neben einer sicheren Straßengestaltung die Kontrolle der Regeleinhaltung. Die Mobilitätsstrategie Bielefeld formuliert als Leitsatz: "Klare, übersichtliche Verkehrsführung, konsequente Ahndung von gefährlichem Verkehrsverhalten und ein stadtweites Bekenntnis für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr."Der Verkehrscluberwartet, dass dies auf dem OWD verwirklicht wird. Zur sofortigen Verbesserung des Sicherheitsniveaus sei es notwendig, dass Straßen NRW  zwischen dem Bielefelder Pass und der Ausfahrt Quelle einen mobilen Blitzer aufstellt. Mittelfristig sollte auf dem OWD eine streckenbezogene "Section control" eingeführt werden, um das Sicherheitsniveau im gesamten Straßenverlauf anzuheben.

Neuer Bußgeldkatalog kommt - Bielefelder achten jetzt auf die Geschwindigkeit

25.10.2021 "KFZ-Fahrende sollten genauer auf die Limits achten" meint der Verkehrsclub VCD. Die erhöhten Bußgelder gelten in zwei Wochen, ab dem 10.11.2021. Geschwindigkeitsüberschreitungen kosten dann rund das Doppelte wie bisher. In Bielefeld wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit an vielen Stellen in großem Maß überschritten. Das zeigen Geschwindigkeitsmessungen im Stadtgebiet. Gerade die vielen geringen Überschreitungen kommen ab Mitte November spürbar teurer:


Hinzu kommt, dass die Ordnungsämter und die Polizei durch die angehobenen Bußgelder stärker veranlasst werden, auch geringe Überschreitungen zu ahnden. Jede Woche sind viele tausend Fahrzeuge zu schnell. Wie oft, zeigt ein Beispiel aus der Detmolder Straße/Ecke Teutoburger Straße. Innerhalb 9 Tagen waren dort

bis 10 km/h zu schnell13.562 Fahrzeuge
11-15 km/h zu schnell1.991 Fahrzeuge
16-20 km/ zu schnell703 Fahrzeuge
21-25 km/h zu schnell255 Fahrzeuge
26-30 km/h zu schnell84 Fahrzeuge

Der Sicherheitsgewinn bei Einhaltung des Tempolimits ist ist deutlich. Wer statt 55 km/h genau 50 fährt, verkürzt seinen Anhalteweg um 4 Meter. Dagegen liegt die Fahrzeitverlängerung nur im Sekundenbereich, ist also praktisch nicht spürbar.
"Die Bußgelder lassen sich leicht vermeiden. Sie treffen nur diejenigen, die sich über Regeln hinwegsetzen. Sie haben deshalb eine so wichtige Funktion, weil sie vor allem die verletzlichen  Verkehrsteilnehmer, Fußgänger und Radfahrerinnen, Kinder und Senioren schützen" meint Bernd Küffner vom VCD. Der Verkehrsclub stellt seinen Teletacho ("Sie fahren ... km/h") auf den großen Bielefelder Straßen und vor Kindergärten auf. Damit erinnert er an die Eigenkontrolle und hilft, Bußgelder zu vermeiden. Auch die Stadt Bielefeld hat drei dieser Infotafeln im Einsatz.

Wahl zeigt: Verkehrswende hat in Bielefeld starken Rückhalt

30.9.2021:
Das Bielefelder Ergebnis der Bundestagswahl sieht der Verkehrsclub VCD als Beleg dafür, dass die Politik der Verkehrswende in der Bielefelder Bevölkerung breite Unterstützung findet. Die massive Gegenkampagne aus Teilen der Wirtschaft kurz vor der Wahl hatte keine Wirkung.  Die Parteien, die sich deutlich gegen den Kurs der Ratskoalition ausgesprochen haben, verloren an Zustimmung.

Die erneute Zurückstellung der Einrichtung eines geschützten Radwegs auf der Artur-Ladebeck-Straße durch SPD, GRÜNE und Linke drei Tage vor der Wahl sieht der VCD als kontraproduktiv: "Auf der Artur-Ladebeck-Straße wird in Zukunft auch der OWL-Radschnellweg mit überregionaler Bedeutung verlaufen. Schon 2018 wurde diese zentrale Radverbindung auf die Zeit nach der Kommunalwahl verschoben. Jetzt sollten die Pläne der Verwaltung zeitnah diskutiert und umgesetzt werden!" meint Vorstandsmitglied Martin Schmelz. Er verweist auf das starke Bürgervotum von 26.500 Stimmen für den Radentscheid, den der Stadtrat demokratisch legitimiert mit Mehrheitsbeschluss übernommen hatte. Es sollte auch von der Bielefelder Wirtschaft respektiert werden. Denn nicht ein Radweg auf der Artur-Ladebeck-Straße führt zeitweise zu Staus, sondern der immer weiter zunehmende  Kraftfahrzeug-Verkehr. Dieser Entwicklung kann in allen großen Städten weltweit nur durch eine konsequente Förderung des Rad-, Fuß- und Öffentlichen Verkehrs entgegen gewirkt werden.

Das jetzt dem Umweltdezernat zugeordnete Amt für Verkehr hat erfreulicherweise so weit geplant, dass eine Umsetzung der Pläne noch in diesem Jahr möglich erscheint. Eine nochmalige Verzögerung ist aus Sicht des VCD die falsche Strategie. Jetzt ist der Oberbürgermeister gefordert, die Leitung zu übernehmen, um Beschlüsse rechtmäßig vorzubereiten, bis die Dezernentenstelle neu besetzt ist.

Protected Bikelane A.-Ladebeck-Straße soll nach 5 Jahren endlich kommen

16.09.2021:
Eine verkehrssichere Radverkehrsführung über die Artur-Ladebeck-Straße wird bereits seit 5 Jahren geplant. Darauf weist der Verkehrsclub Deutschland VCD hin. Im Jahr 2016 hatte das Amt für Verkehr ein Konzept für die Führung des Radverkehrs erarbeitet. Es wurde 2018  von Oberbürgermeister Clausen vorgestellt: der KFZ-Verkehr auf 2 Spuren, die dritte und vierte Spur umgewandelt zu einem 6 m breiten Geh/Radweg. Als Zuschuss für den Umbau waren 2,8 Mio€ bewilligt, es stand kurz vor der Beschlussfassung. Die Stadtspitze entschied sich damals dafür, das Projekt aufzuschieben (auch wenn dadurch der Zuschuss verfallen würde) und versprach, es nach der Kommunalwahl zu bauen. 

Ganz neu ist es also für die Unternehmen und Bethel nicht. Die August Oetker KG äußerte sich damals (26.5.2018) grundsätzlich aufgeschlossen: "Der Vorschlag des 'Ladebeck-Boulevards' ist unter Umweltgesichtspunkten und der von der Stadt Bielefeld angestrebten Verkehrswende sicherlich ein interessanter Ansatz, jedoch sollten dabei die verschiedenen Sichtweisen und Interessen der Anlieger nicht unberücksichtigt bleiben. Wir werden mit der Stadt Bielefeld auch bei diesem Projekt einen engen und konstruktiven Dialog führen" 

Wenn jetzt schon nicht auf der Artur-Ladebeck-Straße, wo parallel dem Durchgangsverkehr der Ostwestfalendamm zur Verfügung steht, wo gibt es dann in Bielefeld für Radfahrerinnen und Radfahrer überhaupt einen ausreichend sicheren Raum? Erst am vergangenene Freitag kam es dort an der Ecke Astastraße erneut zu einem Unfall. Ein Pedelec stieß gegen eine sich öffnende Autotür, die Fahrerin verletzte sich beim Sturz.  Auch der IHK dürfte deutlich sein, dass für die Sicherheit dieser Straße endlich etwas getan werden muss!

 

Ein Jahr OWD-Lärmschutzurteil: Langsam wirds leiser

27.4.2021

Vor einem Jahr hatten die Anlieger mehr Lärmschutz am Ostwestfalendamm erreichen können. Das Verwaltungsgericht befand die bisherige Ablehnung der Lärmschutzanträge durch die Stadt Bielefeld als ermessensfehlerhaft. Es ordnete einen neuen Bescheid an. Der Bielefelder VCD (Verkehrsclub Deutschland) zieht eine Bilanz, auch zum Internationalen Tag gegen Lärm, der am 28.4. stattfindet. Der VCD sieht erste Fortschritte, aber auch ein Verschleppen von Lärmschutzmaßnahmen.

Positiv zu bewerten ist Tempo 80 auf dem OWD-Abschnitt in der Baulast der Stadt Bielefeld, das jetzt auch tagsüber gilt. Ebenso der lärmdämmende Asphalt, den Straßen NRW in diesem Jahr auf dem südlichen Abschnitt aufbringen wird. Auch die Reparatur der ausgeschlagenen Fahrbahnübergänge auf der Graphiabrücke, die  kilometerweit hörbare Lärmspitzen verursachen.

Offen ist dagegen immer wie das  Amt für Verkehr die Lärmschutzentscheidung des Verwaltungsgerichts umsetzt. Das Gericht hatte den Bescheid der Stadt als ermessensfehlerhaft beurteilt. Die Stadtverwaltung soll daher in der Sache neu  entscheiden. Dafür hat die Stadt ein Gutachten beauftragt mit dem Ergebnis, dass Tempo 60 nachts gut umsetzbar ist. Der verantwortliche Verkehrsdezernent Gregor Moss und das Amt für Verkehr haben jedoch bisher noch nicht reagiert oder mehr Lärmschutz umgesetzt. Nicht einmal das vor über einem Jahr beschlossene Tempo 80 auf der gesamten Strecke gilt durchgängig. Offensichtlich blockiert Straßen NRW, obwohl sie nicht entscheidungsbefugt sind.

Der VCD fordert den dringend notwendigen Gesundheitsschutz jetzt. Die vielen Anlieger am OWD warten darauf.

Der VCD startet die erste Bielefelder E-Rikscha

18.3.2021:  Die Rikscha transportiert die FahrerIn plus zwei Erwachsene plus Kind. Ein starker Elektroantrieb unterstützt die Muskelkraft. Die Rikscha ist eine neue Form der emissionsfreien Mobilität. Das „ei-go“ erweitert die Möglichkeiten des Fahrrads zur Personenmitnahme.

Das Pedelec 25 ist führerscheinfrei und nach kurzer Eingewöhnung einfach zu fahren. Die Reichweite mit Unterstützung beträgt 50-80 km. Hersteller ist die bayerische Bayk AG, https://bayk.ag/velotaxi-fahrradrikscha/ .
Das Fahrzeug wird eingesetzt bei Veranstaltungen und für Touren, als Vorführrad und für private Fahrten. Der Verkehrsclub VCD würde sich freuen, wenn es den Anstoß zu weiteren Rikschas im Stadtverkehr gibt.

 Die Stadtwerke Bielefeld unterstützen das Projekt als Werbepartner.
Wir danken Marcus Langer von der Bielefelder Agentur extrembeweglich für die Gestaltung der Wort-Bild-Marke.

Man kann sich das „ei-go“ beim VCD im Umweltzentrum (August-Bebel-Straße 16) ausleihen. Anmeldung auf dem Kalender über die Internetseite
www.vcd.org/owl oder Facebook (eigo.Rikscha). Mobiltelefon: 0177.8440045.
Für die Nutzer ist eine Haftpflicht- und Kaskoversicherung abgeschlossen. Das Fahrzeug kann kostenlos erprobt werden; eine Spende an den VCD zur Fahrzeugunterhaltung ist willkommen.

Tempo 60 auf dem OWD - Zeit zur Entscheidung

9.11.2010 Ein Tempolimit von 60 km/h auf dem gesamten OWD macht den Verkehr nicht nur deutlich leiser.  Nach Ansicht des ökologischen Verkehrsclubs VCD lässt es den Verkehr besser fließen, reduziert Unfälle und spart Abgase. Die Fahrzeit verlängert sich kaum merklich, von jetzt 9 auf 10 Minuten. Der VCD erwartet von der Stadtverwaltung, dass sie die Geschwindigkeit auf der städtischen Hauptverkehrsachse stadtverträglich anpasst.

Im April bereits hatte das Verwaltungsgericht die Stadtverwaltung dazu verpflichtet, eine neue Entscheidung über das Tempolimit zu treffen. Die Stadtverwaltung hatte dagegen argumentiert, bei einer Absenkung des Tempos unter 80 km/h würde der Verkehr vom OWD auf andere Straßen ausweichen. Diese Verdrängungseffekte sah das Gericht nicht. In der Tat: Eine Fahrt auf dem Ostwestfalendamm vom Tunnel an der Eckendorfer Straße bis zum Südring dauert 9 Minuten. Bei Tempo 60 ist die Fahrzeit 10 Minuten. Dagegen braucht man über die August-Bebel- und Artur-Ladebeckstraße volle 24 Minuten. Fahrtzeitvergleich

Der Fall ist also klar. Trotzdem hat die Stadtverwaltung ein Verkehrsgutachten beauftragt, um die verkehrswichtige Funktion des OWD für Bielefeld zu begründen. Das Gutachterbüro aus Karlsruhe erhält ein Honorar von 25.000€ für die Verkehrssimulation. "Das Geld ist schlecht verwendet" meint der VCD. "Der Ostwestfalendamm ist deswegen schnell, weil er kreuzungsfrei ist. Nicht wegen der hohen Spitzengeschwindigkeit. Die Stadtverwaltung soll neutral sein und auch die Vorteile einer stadtverträglichen Geschwindigkeit aufzeigen".

Bereits heute gelte 60 km/h aus Verkehrssicherheitsgründen im Tunnel und am südlichen Ende des OWD. Die minimal längere Fahrzeit von gerade einer Minute bei der Fahrt über den ganzen OWD sei kaum wahrnehmbar.  Umgekehrt würde der Verkehrsfluss auf dem OWD bei einer geringeren Geschwindigkeit verbessert, unnötige Staus vermieden. Die Aufnahmefähigkeit der Straße würde erhöht. Vielen Auffahr- und Spurwechselunfälle (insgesamt gab es letztes Jahr 37 Unfälle auf dem OWD) würden vermieden. Und eine ruhige Fahrweise ohne bis weit über 100 km/h zu beschleunigen sei wichtig für den Klimaschutz am Teuto.Was für 60 km/h spricht

Endlich bessere Luftreinhaltung in Bielefeld und Paderborn

 28.2.2020:"Das wurde Zeit!" begrüßt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in OWL den Vergleich, auf den sich die Deutsche Umwelthilfe mit dem Land NRW heute geeinigt hat.

Seit 10 Jahren überschreitet die Luftbelastung  in den Ostwestfalen-Großstädten die gesetzlichen Grenzwerte. Jetzt endlich werden die nötigen Konsequenzen entschlossen angegangen. "Das ist ein guter Tag für den Gesundheitsschutz der Bürger*innen in Bielefeld und Paderborn".

Das Regierungspräsidium Detmold hatte für Paderborn und Bielefeld Luftreinhaltepläne aufgestellt, die nicht genügend wirksam waren. Auch die Fortschreibungen der Pläne 2019  hatten vor Gericht keinen Bestand. Erst vor dem Oberverwaltungsgericht Münster konnte durch die Deutschen Umwelthilfe und durch den Einsatz der Landesministerin Heinen-Esser der heutige Vergleich erzielt werden. "Die Vereinbarungen legen überprüfbar fest, was zu tun ist. Nach vielen Jahren des Zögerns ist das ein Fortschritt. Der VCD wird darauf achten, dass die Verbesserungen bald sichtbar werden". Die Bürger hätten ein Recht auf Gesundheitsschutz und die sichere Unterschreitung der Grenzwerte für das Abgasgift Stickoxid.

In Bielefeld wird die beschlossene Neugestaltung des Jahnplatzes verbindlich umgesetzt; sowohl das Land wie die Stadt haben sich dazu bekannt. Gegenüber Zweiflern in einigen Fraktionen ist die erfolgte Festlegung vor Gericht wichtig. Das Radverkehrskonzept dient als Leitlinie der Fahrradförderung, die Ziele des Radentscheids werden geprüft. Die öffentlichen Parkplatzflächen werden reduziert; Bus und Bahn erhalten einen Schub durch günstigere Tarife.

In Paderborn wurde  von der Anordnung von kurzfristig wirkenden Durchfahrtsverboten abgesehen. Mehrere längst  überfällige Maßnahmen wurden unter dem Druck des Klageverfahrens entwickelt und durch die politischen Gremien verabschiedet und mit Finanzmitteln versehen.
Es ist zu begrüßen, dass zukünftig alle Busse mindestens der Abgasnorm Euro IV entsprechen müssen. Erforderlich ist nach Auffassung des VCD, die Verkehrsmenge auf Bahnhof und Friedrichstraße insgesamt deutlich zu reduzieren, d.h. vor allem auch den motorisierten Individualverkehr. Dies wird nur durch die von den Paderborner Umweltverbänden zusammen mit dem VCD vorgeschlagene Reduzierung der Fahrspuren für den Individualverkehr  auf Bahnhof- u. Friedrichstraße von derzeit zwei auf eine je Fahrtrichtung gelingen, bei der die Fahrspuren für den Bus- und Radverkehr umgewidmet werden.

Der Ausbau der Radhauptstrecke über den Bielefelder Pass nach Brackwede wird vom Bundes-Umweltministerium mit 2,6 Mio € gefördert. Nun sieht sich die Verwaltung außer Stande,  rechtzeitig bis Ende 2020 diese Verbindung zu bauen - trotz einer bereits vorliegenden externen Vorplanung. Sie will die zugesagte Millionenförderung zurückgeben. Protest kommt jetzt vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Er ist strikt gegen diesen Rückzug: "Planerisch sollte die Strecke an der Artur-Ladebeck-Straße keine besondere Herausforderung sein, zumal es für eine fahrradgerechte Neugestaltung zahlreiche Vorbilder aus anderen Städten gibt. Der Umbau sollte mit Priorität und kurzfristig realisiert werden, wenn nötig, mit fachkompetenten externen Planern und mit Anschluss an den Jahnplatz. Der Verzicht auf dringend benötigte Radverkehrsmittel geht gar nicht!"

Vor 2 Wochen kündigte das Amt für Verkehr noch eine "scharfe Verkehrswende" an. Ein Radschnellweg auf der Artur-Ladebeck-Straße gehörte als Leuchtturmprojekt dazu. Jetzt heißt es in der Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss, unterzeichnet von Amtsleiter Reinhard Thiel, die Zeit für Planung und Bau (noch 2,5 Jahre) reiche nicht aus. Der VCD setzt dem entgegen: Die Artur- Ladebeck-Straße ist seit vielen Jahren in der Unfallstatistik negativer Spitzenreiter. Die Führung für den Radverkehr muss dort grundlegend verbreitert und sicherer werden. Das kann am einfachsten durch die Umwandlung der rechten Fahrspuren zu einem Radschnellweg erfolgen. Auch die verbesserte Anbindung nach Brackwede über den Straßenzug Lönkert ist für einen kompetenten Verkehrsplaner keine besondere Herausforderung.

In vielen Städten werden in Radentscheiden 2 Meter breite Radwege an jeder Hauptverkehrsstrasse als Standard eingefordert, in Berlin ist er im neuen Mobilitätsgesetz festgelegt. In Bielefeld soll das nach Wunsch des VCD an dieser Hauptachse des Radverkehrs Wirklichkeit werden, zumal es parallel für den Autoverkehr den Ostwestfalendamm gibt. Übrigens zeigte sich schon während der letzten Umbauphase, dass auf der A.-Ladebeck-Straße für den Autoverkehr zwei Spuren ausreichend sind.

Der VCD möchte endlich eine deutlich spürbare Verbesserung für Radfahrerinnen und Radfahrer in Bielefeld und fordert die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses auf: Tun Sie etwas für den Radverkehr an dieser zentralen Stelle!