Nordrhein-Westfalen

9-Euro-Ticket

9-Euro-Ticket: Ein Strohfeuer ohne Wirkung

Der VCD Aachen-Düren sieht das geplante “9-Euro-Ticket” für den öffentlichen Nahverkehr skeptisch.

Grundsätzlich ist der VCD zwar der Meinung, dass öffentlicher Nahverkehr in Deutschland im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr zu teuer ist, dass regelmäßige Preissteigerungen abschreckend wirken, und dass der MIV an den von ihm verursachten Kosten in ausreichender Weise beteiligt werden muss, unter anderem beim Flächenverbrauch. Es ist jedoch dringender und wichtiger, den ÖPNV insgesamt in Struktur und Umfang zu verbessern.

In dieser Hinsicht bietet das “9-Euro-Ticket” überhaupt keinen nachhaltigen Nutzen. Es verbessert das Angebot nicht, sondern schafft stattdessen zusätzliche Probleme für die Verkehrsbetriebe, die diese organisatorisch und finanziell ausgleichen müssen. Eine Wirkung über die Laufzeit von 3 Monaten hinaus ist überhaupt nicht gegeben.

Aus unserer Sicht bestehet eine erhebliche Gefahr, dass ein “9-Euro-Ticket” den ÖPNV nicht fördert, sondern im Gegenteil kontraproduktiv wirkt. Falls tatsächlich Menschen in großer Zahl zusätzlich den ÖPNV nutzen, wird dies zu einer massiven Überlastung führen, da die Kapazitäten überhaupt nicht auf eine solche Nachfrage abgestimmt sind und auch in der kurzen Zeit nicht bereit gestellt werden können. Außerdem führen solche Situationen erfahrungsgemäß oft zu Verspätungen oder sonstigen Störungen.

Überfüllte Busse und Bahnen haben einen abschreckenden Effekt, sodass gerade Gelegenheitsfahrgäste zukünftig umso weniger motiviert sein werden, den ÖPNV zu nutzen. Stammkundinnen und -kunden dagegen, die seit jeher den ÖPNV nutzen, haben nun einen echten Nachteil.

 

Insgesamt scheint das 9-Euro-Ticket in erster Linie politisch motiviert zu sein. Es stellt einer Subvention für den Autoverkehr durch die Absenkung der Steuer auf Kraftstoffe eine weitere Subventionierung für den ÖPNV zur Seite. Verkehrspolitisch sinnvoll sind beide nicht. Insbesondere tragen sie nicht zur einer Verkehrswende bei, sondern zementieren den Status Quo.

Der VCD setzt sich weiterhin für eine nachhaltige Verkehrswende mit tragfähigen und sinnvollen Konzepten für die Zukunft ein.

[05 / 2022]

Städteregion

Stadt und Kreis Düren

Bei Fragen zur Arbeit im Kreis Düren wenden Sie sich bitte per Mail an Georg Schmitz (oder Tel. 016097428095).

Termine des VCD Aachen-Düren

Hinweise auf Veranstaltungen, Mitgliederversammlungen, Vorträge etc.

 

In der Regel findet das VCD-Treffen mittwochs ab etwa 19:30 Uhr als Hybrid-Veranstaltung statt. Interessierte sind immer herzlich willkommen, auch per Video; benutzen Sie dazu den permanenten Zoom-Link

 https://us02web.zoom.us/j/88194563138

Dieser Link gilt ab Mai 2022 bis auf weiteres.

zu den Terminen