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Landesverband NRW
Der öffentliche Nahverkehr ist auch 2026 für viele Menschen in NRW noch immer nicht barrierefrei nutzbar. Defekte Aufzüge, zu hohe Einstiege und zahlreiche weitere Hindernisse erschweren täglich die Mobilität vieler Betroffener und schränken ihre gesellschaftliche Teilhabe ein. Deshalb rufen der Landesbehindertenrat NRW und das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW, an dem sich der VCD NRW beteiligt, erneut zum landesweiten Protesttag am 5. Mai - dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung - auf. Gemeinsam mit zahlreichen Verbänden und Initiativen machen wir in ganz NRW mit kreativen Aktionen auf bestehende Missstände im ÖPNV aufmerksam und fordern konkrete Verbesserungen vor Ort ein.
Aufruf des Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende als Pdf
Infoseite des SOvD NRW
Barrierefreiheit betrifft uns alle. Im Laufe unseres Lebens können wir alle mit Einschränkungen konfrontiert werden – sei es als Eltern mit Kindern, durch Verletzungen, im Alter oder bei verschiedenen Behinderungen. Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr ist daher nicht nur ein Thema für wenige, sondern ein Anliegen, das die gesamte Gesellschaft betrifft.
Warum Barrierefreiheit wichtig ist
Ein barrierefreier Nahverkehr ermöglicht allen Menschen, unabhängig von ihrer Mobilität oder ihrem Alter, uneingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben. Leider sind unzureichende Zugänge, ungenügende Informationen und fehlende barrierefreie Fahrzeuge noch immer eine Realität in vielen Kommunen Nordrhein-Westfalens. Hierzu gehört auch das Thema Digitalisierung, bei der Menschen ohne PC und/oder Handy nicht von ÖV-Informationen oder Ticketsystemen ausgeschlossen werden dürfen. Gemeinsam können wir daran arbeiten, dies zu ändern.
Der VCD NRW weist zudem darauf hin, dass die Umsetzung der Barrierefreiheit eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes erfordert. Weitere Hintergrundinformationen des VCD zum Thema Barrierefreiheit findet Sie hier:
(1) ÖPNV: Soziale Aspekte der Verkehrswende
(2) VCD Bahntest 2023/24 - Mobilität für alle: Wie barrierefrei sind Bus und Bahn?
(3) Mobilität für alle mit der Mobilitätsgarantie (Pdf)
Der Protesttag am 5. Mai 2026
Am 5. Mai 2026 werden in einer Reihe von Kommunen Nordrhein-Westfalens dezentrale Aktionen stattfinden, organisiert von lokalen Gruppen und Organisationen. Ziel ist es, auf die anhaltenden Mängel in der barrierefreien Gestaltung des öffentlichen Nahverkehrs hinzuweisen und die vollständige Umsetzung von Barrierefreiheit einzufordern.
Geplante VCD-Aktionen in NRW:
Köln:
Der VCD Köln beteiligt sich am diesjährigen Jane’s Walk durch die Kölner Innenstadt und lädt gemeinsam mit FUSS e.V. und RADKOMM am 3. Mai 2026 um 13 Uhr zu einem offenen Stadtspaziergang ein. Startpunkt ist der Platz zwischen Christuskirche und Stadtgarten. Der rund 90-minütige, barrierearme Walk führt durch den Stadtgarten – der 2027 sein 200-jähriges Jubiläum feiert – und weiter zum Atelier des Künstlers Odo Rumpf. Gemeinsam mit dem Stadtgarten e.V. sowie dem Blinden- und Sehbehindertenverein Köln e.V. werden neue Perspektiven auf urbane Räume, unterschiedliche Wahrnehmungen von Stadt und das gemeinsame Erleben des öffentlichen Raums erkundet. Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt in einfacher Sprache - zur Infoseite des Fuss e.V..
Duisburg:
Die VCD-Ortsgruppe Duisburg lädt gemeinsam mit VDK und Blindenverein zu einem öffentlichen Rundgang am Duisburger Hauptbahnhof ein, um den weiterhin fehlenden barrierefreien Zugang zwischen DB-Gleisen, Bus und U-Bahn zu thematisieren und zu prüfen, welche der im März 2026 gemeinsam mit Stadt, DB und Verbänden diskutierten Verbesserungen umgesetzt wurden. Am 5. Mai 2026 um 17 Uhr treffen sich Vertreter*innen aus Politik, Stadt, DVG, DB sowie interessierte Medien im Seitengang des Hauptbahnhofs vor dem Aufzug zur U-Bahn, um den aktuellen Stand zu bewerten und notwendige Schritte für echte Barrierefreiheit zu besprechen.
Bielefeld:
Hier geht es um die zwei noch fehlenden Hochbahnsteige der Stadtbahn, deren Fertigstellung laut Nahverkehrsplan bis 2027 vorgesehen ist. Für den Aktionstag am 5. Mai bereiten die VCD-Kolleg*innen derzeit die Öffentlichkeitsarbeit vor und lassen prüfen, welche Möglichkeiten es geben könnte, die Einhaltung dieser Zeitplanung konstruktiv zu begleiten und das Thema Barrierefreiheit noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Wie Sie sich beteiligen können
Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW und der Landesbehindertenrat NRW rufen dazu auf, eigene Aktionsformate zu entwickeln und sich aktiv am Protesttag zu beteiligen. Dies können Demonstrationen, Kundgebungen, Unterschriftenaktionen oder andere kreative Formen des Protests sein. Jede Aktion zählt und trägt dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung von Barrierefreiheit zu schärfen.
Kontakt und Unterstützung
Für Fragen und Unterstützung steht als Ansprechpartner zur Verfügung:
Dr. Michael Spörke, Abteilungsleiter Sozialpolitik und Kommunales beim SoVD NRW
Telefon: 0211 3860313
E-Mail: m.spoerke@sovd-nrw.de
Wer mit seiner Organisation am Protesttag mitwirken möchte, meldet sich bitte bei Dr. Michael Spörke. Wir laden alle interessierten lokalen Organisationen und Verbände zu Online-Vernetzungstreffen ein und stellen fortlaufend weitere Materialien zur Verfügung, wie eine Musterpressemeldung und Sharepics für die Öffentlichkeitsarbeit.
Vernetzen Sie sich mit anderen Mitstreiterinnen und Mitstreitern und lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Barrierefreiheit im ÖPNV nicht nur ein leeres Versprechen bleibt, sondern endlich Realität wird.
Euer Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW (inklusive VCD NRW) und der Landesbehindertenrat NRW
Aufruf des Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende als Pdf
Infoseite des SOvD NRW