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Bahn & Bus
Region Düsseldorf
Der Landesbehindertenrat NRW und das landesweite Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende NRW, in dem auch der VCD aktiv ist, haben in diesem Jahr wieder zum landesweiten und europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung im ÖPNV am 5. Mai aufgerufen.
Der VCD Düsseldorf ist auch Fahrgastverband und hat sich aus diesem Anlass die Barrierefreiheit der Stationen bei Stadtbahn und S-Bahn in Düsseldorf angeschaut.
Die wesentlichen Erkenntnisse und Anforderungen:
Im Einzelnen:
Grundsätzlich sind Bahn und Bus in Düsseldorf gut aufgestellt, was die Angebotsqualität betrifft, jedenfalls wenn es um die städtischen Straßenbahnen und Buslinien geht und die durch Baustellen und Staus verursachten externen Störungen unberücksichtigt bleiben. (Über die Qualität des Eisenbahnangebots reden wir hier mal nicht.)
Aber bei der Barrierefreiheit hängt Düsseldorf weit zurück: Im Hochflurnetz (d.h. die Stadtbahn-Linien U74 – U81 mit 1 m hohem Fahrzeug-Boden) fehlen Hochbahnsteige noch an 20 Haltestellen. Da geht es nicht um einige Zentimeter, die zwar nicht mit Rollstuhl, aber noch mit Kinderwagen oder Rollator zu meistern wären, sondern um 3-4 Stufen, und es sind große Umsteigeknoten dabei. Aber auch wichtige S-Bahnhöfe fehlen noch, und da geht es um lange Treppen zum Bahnsteig (und häufig zusätzlich um eine Stufe zwischen Bahnsteig und Fahrzeug). Einiges hat sich schon getan, vieles ist in der Planung. Aber es geht zu langsam, Prioritäten und Zeitperspektive sind unklar.
Beim städtischen ÖPNV schreibt das Personenbeförderungsgesetz vor, dass vollständige Barrierefreiheit bis 2022 hätte erreicht werden müssen, und wo das nicht der Fall ist, muss ein konkreter Plan für die Umsetzung vorgelegt werden. Diese gesetzliche Pflicht erfüllt Düsseldorf nicht. Der letzte Nahverkehrsplan für den ÖPNV von 2017 ist überholt, denn dort sollten fast alle Bahnsteige bis 2021 umgebaut sein. In dem aktuell den Ratsgremien vorgelegten Arbeitsprogramm der Stadt wird für wichtige Haltestellen der Baubeginn nebulös „nach 2030“ angegeben, einige fehlen ganz, eine (zu) große Zahl ist gleichzeitig in der Planung. (s. Anhang /Hintergrund)
Bei vielen S-Bahnhöfen steht im Stationsbericht des Verkehrsverbunds VRR „in Planung“, ohne zeitliche Perspektive. (s. Anhang /Hintergrund)
Das ist für Fahrgäste unzumutbar und im Fall Stadtbahn aus Sicht des VCD rechtswidrig. Bei der S-Bahn in Verantwortung von VRR und DB ist mehr kommunaler Druck nötig.
Der VCD Düsseldorf fordert, dass mit Priorität wichtige Knotenpunkte der Hochflur-Stadtbahn und der S-Bahn zügig und mit konkretem Zeitplan umgebaut werden:
Einige Haltestellen sind Teil offener Neuplanungen in den Bereichen Messe (U78 /U80), Eller (U75 /701) und Südstrecke (U76 /U72). Wir wollen aber nicht noch viele Jahre warten. Wenn möglich und nötig, sind provisorische Hochbahnsteige einzurichten.
Jedenfalls sollte vor großen Neuprojekten erst eine ausreichende bis gute Qualität im Bestandsnetz auf den Weg gebracht werden. Wir sollten darüber reden.
Es ist auch darauf zu achten, dass barrierefreie Zugänge zu S- und U-Bahnhöfen gut erkennbar und ohne große Umwege erreichbar sind. Und an Aufzügen ist oben direkt anzuzeigen, in welche Richtung es unten geht. An Stadtbahn-Haltestellen sollte erkennbar sein, welche Linie „niederflurig“ ist.
Für den Düsseldorfer Hbf sind an Bahnsteigen zweite Aufzüge bzw. Rampen (am anderen Bahnsteigende) anzustreben, die endlich auch für Fahrräder geeignet sind und Wege- und Wartezeiten reduzieren. Fahrgäste mit Rollstühlen, Rollatoren, Fahrrädern, Kinderwagen, kleinen Kindern oder großen Koffern stehen heute an den Aufzügen häufig in der Schlange und verpassen Anschlüsse.
Es gibt noch viele weitere Stationen im Schienennetz, die nicht barrierefrei sind, z.B. an den Wehrhahn-Linien U71-U73. Darauf soll hier nicht eingegangen werden.
Und beim Ausbau geht es auch um Aufenthaltsqualität: mehr Sitzbänke, gutes Licht, und ein Dach, unter dem alle Wartenden vor Regen und Wind und Sonne geschützt sind.
Barrierefreiheit ist mehr als bauliche Anpassung. Es braucht auch:
Diese Themen kommen beim Thema Barrierefreiheit meist zu kurz.
Die Stellungnahme inklusive Bildergalerie und Hintergrundinfos ist hier zu finden.
Der allgemeine Aufruf zum Protesttag Gleichstellung 2026 steht zur Zeit der Artikelerstellung auf der Seite des SoVD.