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Köln

Stellungnahme: Umgestaltung der Neusser Straße – Ergebnisse der Bürgerbefragung

Köln, den 06.07.2022: Bürger*innen favorisieren für die Neusser Straße im zentralen Bereich eine Fußgängerzone – VCD Köln schlägt einen Verkehrsversuch vor

Im vergangenen Jahr hatten Bürger*innen die Möglichkeit, der Stadtverwaltung ihre Eindrücke,
Wünsche und Meinungen zur geplanten Umgestaltung der Neusser Straße zwischen dem Niehler Kirchweg und der Kempener Straße mitzuteilen. Die Auswertung der insgesamt 781 Rückmeldungen ist nun abgeschlossen, und die Verwaltung hat die Ergebnisse Ende Juni veröffentlicht.

Fußgängerzone erhielt die meisten Stimmen

Für den zentralen Bereich zwischen Nelkenstraße und Scharnhorststraße fielen die meisten
Wünsche auf die Einrichtung einer Fußgängerzone, während der von der Verwaltung favorisierte verkehrsberuhigte Geschäftsbereich deutlich weniger Stimmen erhielt. Auch für eine Einbahnstraße votierten weniger Bürger*innen als für die Fußgängerzone.

Durch das Votum für eine Fußgängerzone sieht sich der VCD Köln bestätigt, er hatte bereits im vorigen Jahr diese Lösung vorgeschlagen. Die Freude ist allerdings getrübt, weil die Verwaltung die Einrichtung einer Fußgängerzone derzeit nicht weiterverfolgen möchte. Sie sieht vor allem Probleme bei den einmündenden Querstraßen, befürchtet weitere Stellplatzverluste und eine Verzögerung des Projektes von mehreren Jahren.

Nach Meinung des VCDs sind die aufgeführten Probleme allesamt lösbar, auch den Zeitverlust von mehreren Jahren kann der Verkehrsclub nicht nachvollziehen: Zum einen gibt es in dem zentralen Bereich nur noch wenige betroffene Querstraßen, da die Florastraße bereits heute abgebunden ist und die Einheitstraße und die Mauenheimer Straße ohne größeren Aufwand abgebunden werden können. Auch liegen Fußgängerzonen in der Domstadt durchaus im Trend, und die Beispiele Deutzer Freiheit und Ehrenstraße zeigen, dass sich Lösungen für Querstraßen und Lieferverkehr finden lassen.

Führung des MIV über leistungsfähige Alternativrouten

Auch die Befürchtung, dass es zu Mehrbelastungen der umliegenden Straßen kommen könne, teilt der VCD nicht. Der Verkehrsclub geht davon aus, dass sich das Mobilitätsverhalten in den nächsten Jahren gravierend ändern wird: Für den Nippeser Binnenverkehr, Quell- oder Zielverkehr gibt es in vielen Fällen gute Alternativen durch den ÖPNV, das Fahrrad oder andere Verkehrsmittel der Nahmobilität. Der motorisierte Individualverkehr mit Quelle und Ziel außerhalb von Nippes sollte über leistungsfähige Straßen wie z.B. die Amsterdamer Straße geführt werden.

Verkehrsversuch als kurzfristige Maßnahme

Der VCD schlägt vor, das lange Warten auf eine bessere Lösung zu beenden und kurzfristig und ohne großen Aufwand eine Fußgängerzone im Rahmen eines Verkehrsversuch einzurichten, so wie derzeit bei der Deutzer Freiheit praktiziert. So könnte die Verwaltung sehr schnell eine spürbare Verbesserung der derzeitigen Situation herbeiführen und den Menschen auf der Neusser Straße zu einer sehr hohen Aufenthaltsqualität verhelfen.

Tragfähige Lösung für die Zukunft

Der VCD ist davon überzeugt, dass eine Fußgängerzone eine tragfähige Lösung für die Zukunft darstellt und nicht bereits in wenigen Jahren neu geplant werden muss. Es ist eine Lösung, welche die Verkehrswende unterstützt und die Klimawende ernstnimmt. Eine Lösung, die davon ausgeht, dass sich die Menschen in den nächsten Jahrzehnten im städtischen Bereich zunehmend zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn fortbewegen. Eine Lösung, die das menschliche Maß wieder in den Vordergrund stellt – „small is beautiful“.

Ganz ähnlich drückt es ein Teilnehmer der städtischen Befragung in seinem Kommentar vom
26. August 2021 aus: „Fußgängerzone! Jetzt planen! Vor 20 Jahren mag eine Verkehrsberuhigung sinnvoll gewesen sein. In 20 Jahren ist eine Fußgängerzone die einzig richtige Lösung. Dafür muss jetzt die Planung erfolgen. Also weg mit den Konzepten der zaghaften Verkehrsreduzierung. Lassen wir die Chance für eine moderne Urbanität in Nippes mit dem Menschen im Mittelpunkt nicht ungenutzt verstreichen!„

Ansprechperson:
Hans-Georg Kleinmann
hans-georg.kleinmann@vcd-koeln.de

Pressemitteilung

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