Vom 27. Oktober bis zum 2. November 2025 fand in Nordrhein-Westfalen die landesweite Aktionswoche „Sicher zu Fuß in NRW“ statt. Ziel der Initiative war es, die Aufmerksamkeit für die Sicherheit von zu Fuß Gehenden zu erhöhen – da sie eine besonders gefährdete Gruppe im Straßenverkehr darstellen. Anlass war die alarmierende Zahl von 90 getöteten Fußgängerinnen und Fußgängern im Jahr 2024. Die Aktionswoche war Teil des diesjährigen Schwerpunkts der NRW-Initiative #sicherimStraßenverkehr.
Den Auftakt bildete eine zentrale Veranstaltung im und um das Seidenweberhaus in Krefeld. Innenminister Herbert Reul und Verkehrsminister Oliver Krischer nahmen persönlich teil und informierten sich an den Präventionsständen zahlreicher Netzwerkpartner – darunter auch der VCD NRW. Die Minister nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit Besucherinnen und Besuchern und testeten an verschiedenen Stationen ihre Reaktionsfähigkeit und Verkehrskompetenz.
Begleitend zur Aktionswoche führte die Polizei in ganz NRW verstärkte Verkehrskontrollen durch. Insgesamt wurden 648 Verstöße geahndet. Besonders häufig mussten Maßnahmen wegen auf Gehwegen parkender Fahrzeuge (134 Fälle), Fehlverhalten an Fußgängerüberwegen (108 Fälle) und Missachtung des Vorrangs von zu Fuß Gehenden (65 Fälle) ergriffen werden.
Polizeioberrat Markus Szech, Geschäftsführer der NRW-Initiative #sicherimStraßenverkehr, betonte zum Abschluss der Woche:
„Ganz bewusst haben wir uns als NRW Initiative - #sicherimStraßenverkehr für eine Aktionswoche zum Jahresschwerpunkt zu Beginn der dunklen Jahreszeit entschieden. Fußgängerinnen und Fußgänger gehören zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmenden. Gerade in der Dunkelheit steigt das Risiko für zu Fuß Gehende, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, exorbitant. Deshalb war es uns ein Anliegen, den Blick für diese Zielgruppe zu schärfen und die Aufklärung in das Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmenden zu projizieren.“
Auch der VCD NRW war als Netzwerkpartner aktiv beteiligt. Uwe Maaßen, Vorstandsmitglied des VCD NRW e.V., unterstrich die Bedeutung der Aktionswoche:
„Die landesweite Aktionswoche ist ein sehr wichtiger Beitrag, um die Sicherheit für die zu Fuß Gehenden zu erhöhen. Neben zu schnell fahrenden Fahrzeugen stellen auch falsch parkende PKW auf Gehwegen und in Kreuzungsbereichen, chaotisch abgestellte und auf Gehwegen fahrende E-Scooter und Fahrräder eine besonders hohe Gefährdung für die zu Fuß Gehenden dar. Hier wünschen wir uns insgesamt mehr Rücksichtnahme.“
Christoph Overs vom Zukunftsnetz Mobilität NRW ergänzte:
„Die Stadt- und Verkehrsplanung der letzten Jahrzehnte war autozentriert, Fußgängerinnen und Fußgänger wurden und werden als Resultat auch heute noch zu häufig als nachrangige Verkehrsteilnehmende gesehen. Dabei ist Gehen die natürlichste und nachhaltigste Art der Fortbewegung. Wenn Kommunen die Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern priorisieren, steigt auch die Aufenthalts- und Lebensqualität deutlich.“
Wolfgang Packmohr vom Bundesvorstand des FUSS e.V. betonte abschließend:
„Fußgänger mögen keine No-Go-Areas. Gehwege sind der Schutzraum für zu Fuß Gehende und müssen frei bleiben von Park- und Fahrverkehr.“
Die Aktionswoche war ein wichtiger Impuls, um die Belange von zu Fuß Gehenden stärker in den Fokus zu rücken. Der VCD NRW wird sich auch weiterhin für sichere, barrierefreie und lebenswerte Wege für alle einsetzen.