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Am 31. Juli erschien in einer großen Kölner Tageszeitung ein Beitrag über den Autobahnausbau in Leverkusen. Unter dem Titel „Wo sind die vorhergesagten Verkehrssteigerungen?“ wurde kritisch zum Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke gefragt: Wird hier eine zu große Autobahn für zu wenige Autos gebaut?
Der immense Ausbau wurde seinerzeit mit zu erwartenden Steigerungen bei den Verkehrszahlen begründet. So wurden im Planfeststellungsbeschluss für 2030 täglich mehr als 133.000 Fahrzeuge prognostiziert, welche die Rheinbrücke passieren sollten.
Nun, nach der erfolgten Inbetriebnahme der Brücke wird jedoch deutlich, dass die prognostizierten Verkehrssteigerungen bei weitem nicht eingetroffen sind.
Bei der unzutreffenden Schätzung handelt es sich allerdings nicht nur um ein lokales, sondern um ein bundesweites Phänomen, wie Daten-Journalisten bei „Spiegel“ sowie Analysten des Thinktank „Agora Verkehrswende“ herausgefunden haben. Wiebke Zimmer, stellvertretende Direktorin von Agora Verkehrswende: „Die Zeit des Verkehrswachstums auf deutschen Straßen scheint zu Ende zu gehen. Das zeichnete sich bereits vor einem Jahr in unseren Datenanalysen ab und zeigt sich jetzt wieder in unserem Verkehrswende-Radar.“
Der VCD erkennt trotz des noch immer wachsenden Pkw-Bestandes folgende Gründe für die nachlassende Fahrzeugnutzung:
Selbst in der Kölner Innenstadt kann der VCD eine Trendwende ausmachen: Erstmalig waren am 12. Mai 2025 auf dem Hohenzollernring mehr Fahrräder als Autos unterwegs - deren Anzahl hatte sich in wenigen Jahren nahezu halbiert.
Umsteuern ist dringend geboten
Der VCD fordert, dass die Planungen für die Rheinspange und die Verbreiterung der Rodenkirchener Brücke nicht länger verfolgt werden. Diese Projekte werden immer stärker von der Zeit überholt. Nach Meinung des VCD müsse zügig gehandelt werden: Zögern kostet Zeit und Geld.
Für die Autobahnprojekte ist vor allem das Bundesverkehrsministerium und die Bundesebene zuständig. Hier wird der VCD versuchen, mit seinen Forderungen Gehör zu finden. Parallel dazu sollen aber auch Politiker, Institutionen, Verbände und Verwaltungen auf allen Ebenen entsprechend informiert und so ein Umdenken befördert werden.
Ein Umsteuern wiederum bietet große Chancen: Die freigewordenen finanziellen Mittel können in Projekte gelenkt werden, die der Verkehrswende zugutekommen und sie beschleunigen, wie beispielsweise die Umgestaltung der Luxemburger Straße, die Umgestaltung des Gürtels einschließlich der Verlängerung der Linie 13 oder die geplanten Rheinbrücken für den Fuß- und Radverkehr. Häufig sind Maßnahmen für die Verkehrsmittel des Umweltverbundes preiswerter als die Maßnahmen für den Autoverkehr.
Ansprechperson:
Hans-Georg Kleinmann (Mitglied im VCD-Vorstand)
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vcd-koeln.de, mobil: 0163 627 4722