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Stellungnahme zur aktuellen Diskussion um die Trankgasse
Die Trankgasse und die Wege um sie herum quillen über vor Menschen. Der direkte Weg über die Domplatte vom Hauptbahnhof zum Dom und in die Innenstadt ist wegen der Bauarbeiten am Domsockel gesperrt. Deshalb drängen sich die Fußgängerströme vom Bahnhofsvorplatz hin zum Zebrastreifen am Kardinal-Höffner-Platz, um in die City und um zum Dom zu gelangen. Reisende mit Koffern, Touristengruppen, Pendler:innen und Kölner:innen. Viele suchen eine Möglichkeit die Straße zu queren, bleiben stehen, schauen hinauf zum Dom oder orientieren sich.
Querungen sind aktuell allerdings nur neben dem Domsockel und hinter dem Hotel Excelsior möglich. Dazwischen wird es eng: Außengastronomie des Brauhauses, Hotelzufahrt und Fahrradabstellanlagen nehmen viel Raum ein.
Trotz dieser Situation fordern Teile der Kölner Politik, die Trankgasse wegen Staus im unteren Bereich (Gullivertunnel) wieder für den Autoverkehr in Richtung Komödienstraße zu öffnen.
Raum für die unmotorisierten Verkehrsteilnehmenden ist notwendig
Das Gegenteil ist richtig: Anstatt noch mehr Autos auf der Trankgasse zuzulassen, muss mehr Raum für die unmotorisierten Verkehrsteilnehmenden geschaffen werden. Die Fußgänger benötigen mehr Raum. Die Enge auf den Gehwegen rund um das Hotel ist eines Domumfelds unwürdig. Querungsmöglichkeiten müssen erweitert werden, damit sich die vielen Menschen dort sicher bewegen können. Eine Freigabe für den Autoverkehr würde die Situation dagegen massiv verschärfen: Autos müssten sich durch dichte Fußgängerströme und querende Menschen bewegen. Konflikte wären vorprogrammiert, gefährliche Situationen unvermeidbar. Für Fußgänger und Radfahrende entstünde ein großes, kaum kalkulierbares Sicherheitsrisiko – Unfälle wären nur eine Frage der Zeit.
Das besonders Absurde an der aktuellen Debatte ist: Die Sperrung der Trankgasse wurde ursprünglich genau wegen dieser nun anlaufenden Bauarbeiten an der Domplatte beschlossen. Sie jetzt aufzuheben, zeugt von geringem Verständnis für die Situation vor Ort und die Bedürfnisse von unmotorisierten Verkehrsteilnehmenden.
Die Stauprobleme am Gullivertunnel lassen sich mit Verkehrslenkung und -vermeidung deutlich besser lösen als dadurch, unkontrolliert den Verkehr in das hochsensible städtebauliche Herz der Stadt zu führen.
Mehr Raum für die Menschen und nicht für zusätzlichen Autoverkehr
Die besondere städtebauliche Lage, direkt am UNESCO-Weltkulturerbe Kölner Dom, verpflichtet die Stadt dazu, diesen Ort als einen besonderen öffentlichen Raum zu gestalten. Einen Raum, der den Menschen gehört – nicht zusätzlichem Autoverkehr. Den vielen Besucher:innen, die den Dom bewundern, die Köln erleben wollen, eine sichere Umgebung zu bieten, sollte sich die Stadt Köln nicht nehmen lassen.
Für den VCD ist klar: Eine weitergehende Öffnung der Trankgasse für Autos ist ein völlig falsches Signal für die Stadt, für die Besucher und Touristen, für die Sicherheit von schwächeren Verkehrsteilnehmenden. Alternativen müssen dringend genutzt werden.
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Ansprechperson:
Michael Vehoff (Mitglied im VCD-Vorstand) über michael.vehoff@
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