Köln, Bahn & Bus, Pressemitteilung
Köln

Expressbuslinien für Köln

Schnellere Direktverbindungen entlasten die Stadtbahn.

Eine Machbarkeitsstudie zur Einrichtung eines Expressbus-Netzes, mit dem sich der Mobilitätsausschuss am 28. April befassen soll, bescheinigt vor allem den vorgeschlagenen Linien X1 und X5 ein hohes Nachfragepotenzial und deutliche Entlastungswirkungen im ÖPNV. Der VCD begrüßt die Planungen: Expressbuslinien können relativ schnell umgesetzt werden, verknüpfen wichtige Stadtteile direkt und schaffen attraktive Alternativen zum Autoverkehr – auch über den Rhein und über die Stadtgrenze hinaus.

Entlastung von hoch belasteten Innenstadtlinien

Von den fünf untersuchten Korridoren entsteht insbesondere mit den Expressbuskorridoren X1 (Rodenkirchen – Bayenthal/Lindenthal – Nippes – Kalk) und X5 (Zollstock – Kalk – Holweide – Bergisch Gladbach) ein neues, schnelles und direktes ÖPNV-Angebot zwischen aufkommensstarken Stadtteilen. Speziell die tangentiale Führung der X1 über die Innere Kanalstraße verknüpft zahlreiche radial verlaufende Stadtbahnlinien: Fahrgäste können früher umsteigen und ihr Ziel ohne Umweg über die Innenstadt erreichen – das entlastet hochbelastete Abschnitte der Stadtbahn.

Weitere Tangentiale um die Kernstadt

Mit der Inneren Kanalstraße gewänne man neben den Ringen und dem Gürtel eine weitere Tangentialtrasse um die Kernstadt, welche bereits heute auf einem Teilstück durch die Buslinie 142 erfolgreich bedient wird. Grundsätzlich sind solche Mehrfachnutzungen von Teilstrecken von Vorteil, wie bei der Expressbuslinie X1 und dem SB40, deren gemeinsamer Linienweg über die Zoobrücke führt.

Hohes Fahrgastaufkommen erwartet

Die Gutachter erwarten für die Linien X1 und X5 zusammen rund 34.000 Fahrgäste pro Tag. Neben der Attraktivierung des Busangebots schaffen die Linien neue Direktverbindungen über den Rhein (z.B. über die Zoobrücke) sowie eine bessere Anbindung an die Nachbarstadt Bergisch Gladbach mit hohem Pendleraufkommen. Damit bieten Expressbusse auf vielen Relationen eine komfortable Alternative zum motorisierten Individualverkehr.

Schnellere Umsetzung als bei Schienenprojekten

Ein weiterer Vorteil: Im Vergleich zu Schienenprojekten, wie der Tunnellösung für die Ost-West-Achse, lassen sich Expressbusse deutlich schneller planen und einführen. Voraussetzung sind gezielte Verbesserungen im Straßenraum, etwa Ampelvorrangschaltungen oder Busspuren. So kann die Stadt kurzfristig spürbare Reisezeitvorteile erreichen und die Attraktivität des ÖPNV verbessern.

Die Studie beziffert die einmaligen Investitionen für infrastrukturelle und betriebliche Maßnahmen auf rund 8,6 Mio. € sowie die jährlichen Betriebskosten auf rund 7,9 Mio. €. Fördermittel können die Investitionen voraussichtlich unterstützen; für die dauerhafte Finanzierung des Betriebs sind tragfähige Lösungen im Rahmen der ÖPNV-Finanzierung zu erarbeiten. Der VCD befürchtet allerdings, dass die Umsetzung des Konzeptes an der zunehmend knapper werdenden Finanzen scheitern könnte.

Fazit: „Expressbuslinien sind eine pragmatische, vergleichsweise schnelle und kosteneffiziente Möglichkeit, das ÖPNV-Netz zu stärken: Sie schaffen neue Direktverbindungen, entlasten überfüllte Stadtbahnabschnitte in der Innenstadt und bieten attraktive Alternativen zum Auto – gerade dort, wo ein Schienenausbau kurzfristig nicht machbar ist“.

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Ansprechperson:

Hans-Georg Kleinmann (Mitglied im VCD-Vorstand) über info@vcd-koeln.de
mobil: 0163 627 4722

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