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VCD schlägt Maßnahmen gegen den Stau vor – „gescheiter statt breiter“ anstelle teurem Infrastrukturausbau

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) spricht sich entschieden für wirksame Maßnahmen gegen den Stau aus. Er lehnt in diesem Zusammenhang einen von Automobilverbänden geforderten kostenintensiven Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ab. Nach Auffassung des VCD sind die bestehenden Kapazitäten ausreichend, um den Verkehr effizient abzuwickeln – vorausgesetzt, sie werden intelligenter genutzt und gesteuert.

Anlass für die Vorschläge ist die Stauthematik, wie sie zuletzt auch im Kölner Stadt-Anzeiger thematisiert wurde („7000 Tage Stau und stockender Verkehr“, Ausgabe vom 5. Februar 2026).

Verkehr smarter organisieren: „gescheiter statt breiter“

Statt Straßenausbau, wie die geplante Erweiterung der Autobahn A4 von 6 auf 8 Spuren zwischen dem Kreuz Gremberg und Kreuz Süd und dem Neubau der Rodenkirchener Bücke, fordert der VCD ein Bündel an Maßnahmen zur besseren Verkehrssteuerung und -information. Leitmotiv ist dabei der Ansatz „gescheiter statt breiter“: Nicht mehr Fläche für Autos, sondern eine klügere Nutzung des bestehenden Netzes soll Staus reduzieren.

Harmonisierung der Geschwindigkeiten beugt Staus vor

Der VCD plädiert zudem für einheitliche Geschwindigkeiten im Straßenverkehr. Gleiche Geschwindigkeiten für alle Fahrzeuge tragen nachweislich zur Stauvermeidung bei und führen durch einen harmonisierten Verkehrsfluss zu Zeitersparnissen und weniger Unfällen für alle Verkehrsteilnehmenden. Dem Tempolimit fällt dabei eine Schlüsselrolle bei der Stau- und Unfallvermeidung zu.

Auf positive Erfahrungen verweist der VCD bei der sogenannten Section-Control, also der abschnittsweisen Geschwindigkeitsüberwachung. In Österreich hat dieses Instrument den Durchsatz und die Verkehrssicherheit deutlich erhöht, da sich mehr Verkehrsteilnehmende an die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten halten.

Die City-Maut für Köln darf kein Tabu mehr sein

Der VCD spricht sich für flexible Mautsysteme aus. Durch variable Preise – teurer zu Hauptverkehrszeiten, günstiger in Nebenzeiten – können Verkehrsteilnehmende motiviert werden, ihre Fahrzeiten oder Verkehrsmittelwahl zu überdenken.

Der VCD denkt dabei nicht nur an ein Mautsystem für die Autobahn, sondern auch an die Einführung einer Citymaut für Köln, wie sie in einigen Europäischen Metropolen bereits üblich ist. Diese Maut kommt nicht nur dem Verkehrsfluss zugute, sondern verbessert auch die Lebensqualität in Städten. Von weniger Autoverkehr profitieren auch Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Anwohnerinnen und Anwohner.

Bessere Auslastung der Autos

Moderne Technik kann aber noch mehr: Durch digitale Lösungen und Software lässt sich die Auslastung der Pkws verbessern, etwa durch Fahrgemeinschaften oder optimierte Routenplanung. Die meisten Autos verfügen über 4 bis 5 Sitze, die aber zumeist nur mit einer Person besetzt sind. Wenn es gelänge, von diesen 3 bis 4 freien Auto-Sitzplätzen auch nur einen einzigen zusätzlich zu nutzen, würden sich viele Staus in Wohlgefallen auflösen. Für die spontane Vermittlung von Fahrgemeinschaften gibt es mittlerweile leistungsfähige Programme, welche schon in etlichen deutschen Städten zum Einsatz kommen.

Verhaltensänderungen sind hilfreich

Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen setzt der VCD auch auf Verhaltensänderungen. Eine bessere Reiseplanung, alternative Routen, andere Fahrzeiten oder der Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel können einen wichtigen Beitrag leisten.

Darüber hinaus plädiert der VCD für eine stärkere Entzerrung der Arbeitszeiten sowie für den konsequenten Ausbau von Homeoffice-Angeboten, um Verkehrsspitzen zu reduzieren.

Fazit des VCD: Mit intelligenter Steuerung, fairen Preissignalen und einer besseren Organisation des Verkehrs lassen sich Staus wirksam reduzieren – ganz ohne kostenintensiven Straßenausbau.

Ansprechperson:

Hans-Georg Kleinmann (Mitglied im VCD-Vorstand) über info@vcd-koeln.de, mobil: 0163 627 4722

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