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Probleme beim Schienenersatzverkehr auf der Strecke Köln – Hagen

Der VCD plädiert für die Förderung von Fahrgemeinschaften und Installation von Mitfahrbänken

Der derzeitige Schienenersatzverkehr auf der Strecke Köln–Hagen führt zu erheblichen Problemen für Pendler. Der angebotene Ersatzverkehr kann den Ausfall des Schienenverkehrs nur unzureichend ersetzen, was zu starken Zeit- und Qualitätseinbußen bei den Pendlern führt. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.

Fahrgemeinschaften können helfen

Nach Einschätzung des VCD können Mitfahrgemeinschaften einen wichtigen Beitrag leisten. Moderne Software in Kombination mit Smartphones ermöglichen bereits heute die spontane Vermittlung von Fahrgemeinschaften. Solche Systeme sind in Deutschland schon seit Jahren im Einsatz.

Mitfahrangebote benötigen eine Werbekampagne

Der VCD fordert die Deutsche Bahn AG, das Bundesministerium sowie das Landesministerium für Verkehr, die Nahverkehrszweckverbände go.Rheinland und den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr sowie Kreise, Kommunen, Verkehrsunternehmen und Arbeitgeber entlang der Strecke Köln–Hagen auf, eine digitale Mitfahrplattform bereitzustellen und Mitfahrangebote aktiv zu unterstützen und bekannt zu machen und gegebenenfalls auch mit Anreizen auszustatten. Dabei dürfte den Arbeitgebern und deren betrieblichen Mobilitätsmanagement eine Schlüsselrolle zufallen: Sie könnten eine digitale Mitfahrbörse einrichten und unterhalten und ihren Beschäftigten Mitfahrgelegenheiten schmackhaft machen. Der große Vorteil dabei ist, dass die Fahrgemeinschaften für das gemeinsame Pendeln zumindest schon einmal den identischen Zielort haben. Jetzt, vor dem Hintergrund des über Monate ausfallenden Zugverkehrs, gewänne eine solche Initiative besondere Relevanz und Dringlichkeit.

Mitfahrbänke als Ergänzung

In Ergänzung dazu schlägt der VCD Mitfahrbänke zumindest an den betroffenen Bahnhöfen vor. Mitfahrbänke sind speziell gekennzeichnete Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum, die als moderne Form des Trampens den ländlichen Nahverkehr ergänzen. Durch Platznehmen und Einstellen eines Zielschildes signalisieren Wartende den Wunsch nach einer Mitnahme im PKW. Diese könnten als niedrigschwellige, analoge Ergänzung zu digitalen Angeboten dienen und eine unkomplizierte Möglichkeit bieten, spontane Fahrgemeinschaften zu bilden. Hilfreich können auch Pendlerparkplätze und die Bevorzugung der Mitfahrangebote bei Straßen- und Fahrstreifennutzung sein. 

Gerade während des Schienenersatzverkehrs könnten die aufgeführten Maßnahmen dazu beitragen, die negativen Folgen für Pendler abzumildern und die Belastung für Umwelt und Straßenverkehr zu reduzieren.

Langfristig bleibt aus Sicht des VCD ein leistungsfähiger und verlässlicher öffentlicher Verkehr unverzichtbar. Kurzfristig jedoch ist es notwendig, pragmatische Lösungen zu nutzen, um die aktuelle Situation für die betroffenen Pendler erträglicher zu gestalten. Nicht zuletzt empfiehlt der VCD beim Nahverkehr einen Gleiswechselbetrieb bei zweigleisigen Strecken: An dem einem Gleis bauen, auf dem anderen Gleis fahren. Vollsperrungen bei Bahnbaumaßnahmen sieht der VCD kritisch.

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Ansprechperson:

Hans-Georg Kleinmann (Mitglied im VCD-Vorstand) über info@vcd-koeln.de, mobil: 0163 627 4722

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