Köln, Pressemitteilung, Radverkehr
Köln

KVB-Streik am 2. Februar 2026 - Trotz schlechten Wetters erreicht Fahrradnutzung Rekordwerte

Infrastruktur muss nachziehen - Radfahrende können dem am 27. und 28. Februar geplanten KVB-Warnstreik relativ gelassen entgegensehen

Der Streik der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) am 2. Februar 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial für die Alltagsmobilität im Radverkehr steckt: Trotz schlechten Wetters erreichte die Fahrradnutzung im Kölner Stadtgebiet historische Höchstwerte. An zahlreichen Dauerzählstellen wurden Rekordstände gemessen.

Spitzenreiter Kalker Hauptstraße: satte 363 Prozent plus

Im Vergleich zum Durchschnitt des laufenden Jahres stieg der Radverkehr an einzelnen Standorten um bis zu 363 Prozent. Besonders markant war der Anstieg auf der Kalker Hauptstraße, wo mehr als dreieinhalb Mal so viele Radfahrende unterwegs waren wie an einem durchschnittlichen Werktag. Auch auf zentralen Rheinquerungen zeigte sich eine massive Verlagerung: Auf der Deutzer Brücke nahm der Radverkehr um rund 230 Prozent, auf der Hohenzollernbrücke um 132 Prozent zu. Weitere zentrale Achsen wie der Hohenzollernring, die Venloer Straße und der Neumarkt verzeichneten ebenfalls Zuwächse von teils über 100 Prozent. An etlichen Messpunkten wurde damit das höchste Fahrradaufkommen seit Beginn der Zählungen erreicht.

Das Fahrrad sichert die Kölner Mobilität

Nach Ansicht des VCD sind diese Zahlen ein deutliches Signal: Wenn der ÖPNV eingeschränkt ist, entscheiden sich viele Kölnerinnen und Kölner bewusst für das Fahrrad – selbst bei widrigen äußeren Bedingungen. Somit können die Radfahrenden dem am 27. und 28. Februar geplanten KVB-Warnstreik relativ gelassen entgegensehen.

Das Fahrrad hat deutlich größere Reserven als das Auto

Bemerkenswert ist dabei der Vergleich mit dem motorisierten Individualverkehr: Während der Radverkehr enorm zunahm, blieb der Anstieg des Kfz-Verkehrs an mehreren Zählstellen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Der KVB-Streik führte also nicht zu einer übermäßigen Nutzung des Pkws, sondern zu einer klaren Verlagerung hin zum Fahrrad.

Der 2. Februar 2026 macht damit unmissverständlich deutlich: Das Fahrrad ist längst ein tragender Pfeiler der Alltagsmobilität in Köln: Es ist effizient und braucht wenig Platz. Die vorhandene Nachfrage übersteigt jedoch an vielen Stellen die vorhandene Infrastruktur deutlich. Engstellen, wie auf der Neumarkt-Südseite, fehlende sichere Führungen und überlastete Routen zeigen, dass die aktuelle Radverkehrsinfrastruktur diesem realen Nutzungsniveau nicht gerecht wird.

Konsequenter Ausbau der Fahrradinfrastruktur ist notwendig

Die Stadt Köln steht damit vor einer klaren verkehrsplanerischen Aufgabe: Wer eine funktionierende, resiliente und klimafreundliche Mobilität will, muss die Infrastruktur für den Radverkehr konsequent ausbauen. Breitere Radwege, sichere Kreuzungen, leistungsfähige Rheinquerungen und durchgängige Netze sind keine Zukunftsvision, sondern eine unmittelbare Notwendigkeit. Der KVB-Streik hat sichtbar gemacht, wie viele Menschen bereits heute bereit sind, umzusteigen – jetzt muss die Infrastruktur folgen.

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Ansprechperson:Hans-Georg Kleinmann (Mitglied im VCD-Vorstand) über info@vcd-koeln.de
mobil: 0163 627 4722

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