Hagen - Märkischer Kreis
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500 zusätzliche Parkplätze für den Besuch des IGA-Geländes am Hengsteysee.
„Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Dieser wohlklingende Satz (der Skepsis gegenüber den Verheißungen der Religion ausdrückt) war kürzlich im Hagener Theater zu vernehmen. Er bringt auch die Widersprüche zwischen Verheißungen der Hagener Politik und realen Maßnahmen auf den Punkt. Die Botschaft ist in diesem Fall der ‚Masterplan „Nachhaltige Mobilität“‘ mit Verheißungen wie z.B. „emissionsmindernde Maßnahmen“ (S. 12), „Begrünung von rückgebauter Verkehrsfläche“ (S. 37), Parkgebühren (S. 38) zur Finanzierung des Umweltverbundes (sprich: Fuß, Rad, ÖPNV), um nur einige Beispiele zu nennen. Diese möglichen Schritte streben - auf dem Papier - das Ziel der aus Platz- und Klimaschutz-Gründen dringend notwendigen Verkehrswende hin zu weniger Autoverkehr an.
Dass dieses Ziel in Hagen nicht glaubwürdig verfolgt wird, zeigt sich aktuell z.B. an den Plänen für die verkehrliche Erschließung des IGA-Geländes am Hengsteysee, wo es laut OB u.a. um die Aufwertung von Flächen geht (WP 24.04.26). Diese Aufwertung soll dann demnächst laut städtischen Plänen durch den Neubau von über 500 Parkplätzen erreicht werden. Umweltverbund? Fehlanzeige: Weder gibt es einen Radweg noch eine zügige Busverbindung aus dem Zentrum, geschweige denn den meisten Stadtteilen, hin zum See; von Planungen in diese Richtung war bisher nichts zu vernehmen. Stattdessen wird wie bisher der Autoverkehr gefördert, der doch – laut Botschaft des Masterplans - eigentlich zum Wohle Aller (weniger Lärm- und Schadstoffbelastung, Platzverbrauch) verringert werden soll. Weiterer Parkraum als vermeintliche Lösung für die demnächst erwartete Zunahme des Autoverkehrs zum See ist so, als wolle man einen Drogenabhängigen dadurch clean bekommen, dass man ihm den Zugang zu Drogen erleichtert.
Was ist los mit unseren Ratsvertreter*innen, die solche Maßnahmen beschließen? Wollen sie mit dem Auto zum Radfahren? Und warum man den Traum von einem Park nur mit Parkplätzen verwirklichen kann, erschließt sich nicht. Ein stressfreier Hin- und Rückweg ohne Parkplatzsuche ist nicht nur besser für den Geldbeutel und das Klima, sondern auch für die Gesundheit - jedenfalls bei Vorhandensein der nötigen Radwege- und Busangebote. Und es bleiben mehr Grünflächen für Aufenthalt, Erholung und Spiel.
Obwohl der VCD – vor nunmehr bereits 8 Jahren - viele Stunden als einer der vielen Akteure in Diskussions- und Vorbereitungsrunden zum Masterplan mitgemacht haben, schwindet bei uns der Glaube an die Botschaft einer nachhaltigeren Mobilität in Hagen.