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Der Fahrgastverband VCD hält den Fahrplan der U80 zum Flughafen für ungenügend und mahnt eine Darstellung des Fahrgastpotenzial an, bevor über den Takt entschieden wird.
Außerdem meint der VCD, dass über die weiteren Abschnitte der U80 und U81 wegen anscheinend großer Probleme der Planungen neu nachgedacht werden muss und bringt sein früheres Konzept einer Messe-Seestern-Linie als optimale Alternative wieder ins Gespräch.
Die Linie U80 zum Düsseldorfer Flughafen soll bald in Betrieb gehen, in der aktuellen Vorlage für den Verkehrsausschuss der Stadt wird kein Datum angegeben, Ziel war bisher Mitte des Jahres, jetzt wird der September genannt.
Der VCD hält das geplante Betriebsprogramm zum Flughafen mit einem 20-Minuten-Takt tagsüber und ab 20.30 Uhr nur ein 30-Minuten-Takt für unzureichend. Eine Abschätzung des Fahrgastpotenzials liegt leider nicht vor, das ist aber notwendige Basis für eine Entscheidung über den Fahrplan. Der geplante Takt ergibt keine innerstädtische Stadtbahn-Qualität und ist diesem nach dem Hauptbahnhof größten Hot Spot des Verkehrs in Düsseldorf voraussichtlich nicht angemessen.
Der Flughafen hat bis zu 70.000 Fluggäste pro Tag, allerdings mit großem Einzugsbereich, am Flughafen arbeiten ca. 20.000 Beschäftigte. Hinzu kommen ca. 4.000 Beschäftigte der Airport City sowie Begleitpersonen von Passagieren und Besucher(innen) des Airports. Viele Flugpassagiere kommen erst am späteren Abend an, auch viele Beschäftigte am Flughafen arbeiten deswegen spät.
Zwar fahren neben der Stadtbahn auch S-Bahn, SkyTrain +Bahn und Buslinien den Flughafen an (S-Bahn und Bus sind allerdings schwer zu finden), aber der ÖPNV soll einen größeren Verkehrsanteil übernehmen und der direkte Weg in bzw. über die City mit der U80 wird einen wesentlichen Anteil des ÖPNV anziehen. Ein 20--/30-Min-Takt passt da vermutlich nicht, das Fahrgast-Potenzial muss geklärt werden, bevor eine sachgerechte Entscheidung über den Takt getroffen werden kann. Wer eine Stadtbahn baut, muss auch einen stadtbahngerechten Fahrplan anbieten. Vielleicht müssen dafür aus betrieblichen Gründen die Linien U80 /U81 /U78 verknüpft werden. Wir gehen übrigens davon aus, dass der neue U-Bahnhof vom Flughafen aus gut beschildert ist, mit Abfahrtsmonitoren in der Abfertigung (jedenfalls bei einem dünnen Takt).
Über die weitere Planung U80 /U81 neu nachdenken
Die weitere U80/U81-Planung im Düsseldorfer Norden zwischen Flughafen-Bahnhof und Messe und über den Rhein sollte insgesamt neu bewertet werden:
Die weiteren Planungen der Stadtbahn im Düsseldorfer Norden zeigen große Probleme. Der Plan der Stadt einer unterirdischen Messeschleife U80 bis zur Kaiserswerther Straße mit Kosten von bis zu 1 Milliarde € ist anscheinend in der Schublade verschwunden. Die wichtige nördliche Rheinquerung wird von dem Abschnitt ab Flughafen zum EUREF-Campus parallel zum SkyTrain bis zu einem regional recht ungünstig gelegenen „Mobilitätsknoten“ am Flughafen-Bahnhof in den Hintergrund gedrängt. Auf der neuen Theodor-Heuss-Brücke wird es keine Stadtbahn geben, was bisher als zusätzliche Option für eine Rheinquerung galt.
Die überflüssige Doppelplanung (Brücke und Tunnel) der U81-Rheinquerung Messe – Lörick an der Stadtgrenze ist seit langem in Arbeit, wobei klar sein sollte, dass ein Tunnel unter dem Rhein weder finanzierbar noch sachlich begründet ist. Die oberirdische Variante scheint ein Monster zu werden, weil sie wohl unbedingt kreuzungsfrei sein soll, was eine verträgliche Planung in niedriger Höhe verhindert. Vielleicht hat die Querung in dieser peripheren Lage generell zu wenig Nutzen. Das neue große Baugebiet an der Oberlöricker Str. und Alt-Lörick werden nicht erschlossen, sondern die Stadtbahn fährt ohne Halt vorbei, was der Stadtplanung widerspricht. Der VCD hält den westlich anschließenden Stadtrand-Abschnitt der U81 von Lörick bis Handweiser weit von allen linksrheinischen Großzielen entfernt für nicht stadtbahnwürdig, die Trassenführung an der kritischen Kreuzung Handweiser ist u.W. noch ungeklärt.
In der Gesamtschau ist vermutlich die vom VCD früher vorgeschlagene Messe-Seestern-Linie mit einer Brücke in Höhe des Freibads und einer städtebaulich angepassten Planung immer noch der beste Ansatz. Das würde die Rheinquerung mit der regionalen Anbindung von Messe Süd sowie den großen Bürogebieten Seestern und Prinzenallee und mit der Erschließung von Ober-/Alt-Lörick und ggfs. Heerdt optimal verknüpfen. Mit der Verlängerung der U77 über den Rhein bis zum Flughafen würde zudem eine zweite unabhängige Verbindung von der Innenstadt zur Arena geschaffen. Über die Brücke würde auch eine wichtige städtische Fahrradachse laufen, und das alles in einem Projekt mit relativ geringem Aufwand. Diese Variante wurde leider nach fehlerhaften Aussagen von Stadtverwaltung und Rheinbahn früh aus dem Auswahlverfahren gekippt. Sie müsste wohl noch modifiziert und konkretisiert werden.
Die Messe-Seestern-Linie wird im Web beschrieben: https://nrw.vcd.org/themen/bahn-bus/die-messe-seestern-linie-alternative-zur-u81