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Dortmund - Unna
Weil parkende Autos auf Gehwegen Fußgängerinnen und Fußgänger vielfach behindern, hat der VCD-Kreisverband Dortmund-Unna die Dortmunder:innen dazu aufgerufen, enge und gefährliche Gehwegabschnitte über ein Online-Tool zu melden. Jetzt lädt der Verkehrswende-Verband die Medien, Politik und auch die Bürgerschaft zu einem öffentlichen Gehwegspaziergang ein. Er will damit zeigen, dass Gehwegparken an vielen Stellen ein echtes Problem ist. Auch dort, wo es erlaubt ist.
Dortmund, 15. November 2025. Der öffentliche Spaziergang findet statt
am 21. November und startet
um 15 Uhr an der
U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße (U46, Ausgang Neuer Graben)
Von dort geht es durchs Kreuzviertel; dabei werden einige besonders schwierige Stellen begutachtet. Der Spaziergang wird etwa eine Stunde dauern. „Gehwegparken ist in Dortmund aber nicht nur um Kreuzviertel ein massives Problem", betont Kreisverbandsvorsitzender Lorenz Redicker. „Wir hätten auch die Nordstadt, das Kaiserstraßen- oder das Saarlandstraßenviertel aussuchen können. Oder aber einen Auß0enbezirk!“ Gehwegparken sei an vielen Stellen verboten, aber geduldet, teils ist es aber auch erlaubt, obwohl vom Gehweg dann oft zu wenig Platz bleibe für dessen eigentliche Nutzung: das Gehen.
„Das Bundesverwaltungsgericht hat erst im vergangenen Jahr mit einem Urteil klargestellt, dass Gehwege zum Gehen da sind, nicht zum Parken“ stellt Redicker klar. Und dafür gebe es auch gute Gründe. „Zugeparkte Gehwege sind ein echtes Problem“, so der VCD. Oft müssten Menschen auf die Fahrbahn ausweichen, das sei ein Sicherheitsproblem. Zudem würden manche Menschen seltener das Haus verlassen, weil sie sich nicht frei oder auch gar auf den Gehwegen bewegen könnten, etwa wenn sie mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs sind.
Die Aktion Freie Gehwege des VCD ist schon jetzt ein Erfolg: Fast 100 Meldungen sind allein für Dortmund bereits eingegangen. Noch bis zum 5. Dezember können die Bürger:innen über ein Online-Formular (https://www.vcd.org/formular-gehwegparken) des ökologischen Verkehrsclubs VCD Orte eintragen, an denen regelmäßig Fahrzeuge auf dem Gehweg parken und das Durchkommen erschweren. Die gemeldeten Stellen werden auf einer Online-Karte sichtbar gemacht und vom VCD-Kreisverband Dortmund-Unna an die Verwaltung weitergegeben – mit der Aufforderung, Maßnahmen zu prüfen und das Gehwegparken dort zu unterbinden.
Ziel der Aktion ist es, Gehwege wieder sicher und barrierefrei nutzbar zu machen – für Kinder, Ältere, Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer und alle, die zu Fuß unterwegs sind.
So können die Dortmunder:innen mitmachen:
Online-Formular zur Meldung enger Gehwege: https://www.vcd.org/formular-gehwegparken
Das Argument, dass die Autos doch irgendwo parken müssten, lässt der VCD nicht einfach gelten. „Gehwege sind Teil des öffentlichen Raums und für Fußgänger:innen da.“ Autofahrende hätten oft die falsche Erwartung, dass sie diesen öffentlichen Raum kostenlos nutzen dürften. Zudem gebe es schlicht zu viele Autos, nicht zu wenige Parkplätze. „Und es gibt intelligente Lösungen für das Parkproblem, etwa die Mehrfachnutzung über eine App“, so der Verband. Diese müssten allerdings konsequent verfolgt werden.
Hintergrund:
Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Parken auf Gehwegen nur in Ausnahmefällen erlaubt. Es muss genügend Platz für den unbehinderten Verkehr von zu Fuß Gehenden ggf. mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer:innen auch im Begegnungsverkehr bleiben. Das Parken muss durch ein Verkehrsschild oder Bodenmarkierungen gekennzeichnet sein – nur dann ist es zulässig. Vielerorts ist es aber seit Jahren gängige Praxis, dass Autos auch ohne Erlaubnis auf Gehwegen parken, oder selbst dort, wo es erlaubt ist, die Fußwege zu schmal sind. Dies wird von Kommunen mehr oder weniger geduldet. 2024 hat das Bundesverwaltungsgericht auf Klage mehrerer Bremer Bürger:innen geurteilt: „Kommunen müssen das illegale Gehwegparken ahnden, wenn zu wenig Platz für Fußgänger bleibt!“
Pressekontakt: Lorenz Redicker, 0179 515 9834, lorenz@
redicker.de