Dortmund - Unna
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Stadtbahnentwicklungskonzept

Nicht endlos prüfen – handeln!

VCD und Klimabündnis fordern zügige Umsetzung von drei Stadtbahnstrecken in Dortmund

Die Stadt Dortmund hat ein Stadtbahnentwicklungskonzept (StEK) in Auftrag gegeben; der Rat soll es nun beschließen. VCD und Klimabündnis Dortmund begrüßen, dass die Stadt den Willen zeigt, dass es im ÖPNV wieder vorangeht – nach fast zwei Jahrzehnten Stillstand. Weniger erfreut sind VCD und Klimabündnis darüber, was hinter der nun veröffentlichten ersten Stufe des StEK steht: Erst einmal soll wieder nur untersucht werden. Aus fast 50 verschiedenen möglichen Projekten wurden 13 ausgesucht, von denen wieder einzelne ausgesucht werden sollen, um dann vielleicht endlich zu planen zu können. Das dürfte wieder Jahre dauern, viel Zeit wird vergeudet, eine mögliche Umsetzung kommt dann irgendwann. Das kann, das muss schneller gehen.

Dortmund, 24. Jun. 2026. VCD und Klimabündnis schlagen vor, sofort mit konkrete Ausbauplanungen für drei Strecken zu beginnen. 

  1. Verlängerung der U44 über die Westfalenhütte nach Kirchderne
    Die Verlängerung der U44 zur Westfalenhütte war nicht Bestandteil des StEK, weil sie schon beschlossen wurde. Konkret geplant und umgesetzt ist aber nichts, während die Stadt zeitgleich mit dem Bau der Nordspange Fakten beim Straßenverkehr schafft, sogar ohne Zuschüsse des Landes. Hier müssen schnellstens Ausbauplanungen erfolgen und der Bau in den nächsten 3 Jahren begonnen werden. Die Verlängerung nach Kirchderne sollte sich unmittelbar anschließen.
  2. Anbindung Kirchlinde über Marten
    Die Anbindung von Kirchlinde über Marten erschließt Wohngebiete und Arbeitsplätze und könnte optional bis zur Großsiedlung Siepmannstraße verlängert werden. Die alternative Variante über Huckarde würde den Haupttunnel der Stadtbahn weiter belasten. 
  3. Verlängerung der U49 nach Wellinghofen
    Zunächst bis zur Zillestraße mit optionaler Fortsetzung nach Wellinghofen.

Was weitere Ausbauoptionen betrifft, wäre eine Stufe 2 des StEK sinnvoll. Hier sollten die folgenden Punkte beachtet werden. Alle Maßnahmen, die sich laut Gutachten in der Kostenklassen V befinden, sollten hingegen nicht weiterverfolgt werden.

  1. Erschließung Phoenix-West über die Stadtbahn
    Das Gutachten hat nur eine teure, unrealistische Variante für die U49 untersucht und favorisiert die H-Bahn. Die H-Bahn ist aus mehreren Gründen (siedlungsferne Linienführung, fehlende Kapazität) ungeeignet für die Erschließung des Gebietes mit 5.000 Arbeitsplätzen. Es ist daher umgehend eine Variante der Ausfädelung nach der Haltestelle Rombergpark mit Unterquerung der östlichen B54-Fahrbahn und oberirdischer Weiter­führung östlich des Grünkeils, notfalls über die Nortkirchenstraße zu prüfen. Nennenswerte Umsteiger auf den ÖPNV sind hier nur mit einem leistungsfähigen System mit Direktanbindung zum Hbf zu gewinnen
  2. Verlängerung der U41 nach Benninghofen
    Hier mit einer von den Gutachtern nicht geprüften Variante über die Benninghofer Straße bis Overgünne (Vorteil: Erschließung des Ortszentrums mit Geschäften, Praxen etc.).
  3. Verlängerung der U47, zunächst bis Aplerbeck Bahnhof
    Anbindung Aplerbeck Bf bleibt sinnvoll
  4. Zweigleisiger Ausbau
    Unabhängig von den genannten Erweiterungen ist aus der Sicht der Fahrplanstabilisierung und Fahrplanoptimierung der zweigleisige Ausbau der bislang eingleisigen Abschnitte (Ausnahme: sehr kurze eingleisige Abschnitte) sinnvoll und sollte im Detail geplant werden. 

Hintergrund:

Der Rat der Stadt hat sowohl beschlossen, dass Dortmund bis 2035 klimaneutral sein soll, als auch im Masterplan Mobilität festgelegt, dass künftig zwei Drittel der Wege mit dem Umweltverbund (ÖPNV, Rad, zu Fuß) erfolgen sollen. Der Mobilitätsbereich ist bislang weit von seinen Zielen entfernt. Notwendig ist ein massiver ÖPNV-Ausbau.

Während in Dortmund seit 2008 keine einzige Streckenerweiterung umgesetzt wurde, haben die Nachbarstädte Bochum und Essen Nägel mit Köpfen gemacht und haben neue Strecken gebaut. Dortmund muss endlich ins Handeln kommen und darf nicht wieder wertvolle Zeit vergeuden oder falsche Weichenstellungen vornehmen, die viel Geld kosten, aber wenig Fahrgastnutzen haben.

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