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Köln

Schluss mit Ausreden gegen die Parkplatzreduktion und Verkehrswende

Wer jede Umverteilung von Verkehrsfläche erst dann akzeptieren will, wenn für jeden Parkplatz Ersatz geschaffen ist, blockiert notwendige Stadtentwicklung bewusst.

Parkplätze fallen nicht aus abstrakten oder ideologischen Gründen weg, sondern, weil der knappe öffentliche Raum für konkrete Aufgaben gebraucht wird: für Rettungsfahrzeuge, mehr Verkehrssicherheit, bessere Bedingungen für Fuß- und Radverkehr, attraktivere Stadträume, mehr Grün sowie Maßnahmen gegen Hitze und Starkregen.

„Der pauschale Ruf nach Ersatzparkplätzen oder Quartiersgaragen klingt lösungsorientiert, ist aber oft nur ein Vorwand, um nichts verändern zu müssen“, erklärt der VCD. Verkehrswende gelinge nur mit Push und Pull: attraktive Alternativen wie Fahrrad, Pedelec, Bus und Bahn müssen gestärkt werden, zugleich muss der öffentliche Raum gerechter verteilt werden. Beispiele wie Spurumwandlungen zeigen, dass Veränderungen möglich sind und schnell zu mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität führen können.

410 Parkplätze weniger sind kein Kahlschlag

Auch die Dimension der Debatte müsse nüchtern betrachtet werden: In der Kölner Innenstadt gibt es rund 25.000 Parkplätze im öffentlichen Raum, hinzu kommen zahlreiche Stellplätze im Parkleitsystem. Der jüngst von einer Ratsfraktion kritisierte „massive Abbau von 410 Parkplätzen“ entspricht damit gerade einmal 1,6 Prozent der öffentlichen Stellplätze in der Innenstadt. Von einem „massiven“ Abbau kann angesichts dieser Zahlen keine Rede sein.

Sicherheit vor Gewohnheitsrecht

Hinzu kommt: Viele sogenannte Parkplätze sind in Wahrheit nur Regelverstöße, die über Jahre geduldet wurden. Und wo Fahrzeuge Gehwege einengen, Sichtbeziehungen versperren oder Rettungswege beeinträchtigen, geht es nicht um den Verlust legitimer Stellplätze, sondern um die Wiederherstellung von Sicherheit, Barrierefreiheit und geltendem Recht.

Autoverkehr kann mithelfen

Auch die Autolobby müsse sich an der Lösungssuche beteiligen, statt immer nur mit dem Finger auf andere zu zeigen. Der Autoverkehr selbst müsse effizienter werden: Viele Pkw sind im Alltag nur mit einer Person besetzt. Eine bessere Auslastung – etwa über moderne Mitfahr- und Vermittlungsplattformen – könnte die Zahl der Fahrzeuge senken, Straßen entlasten, Staus verringern und Parkplätze freimachen.

Der VCD fordert deshalb: weniger Blockade, mehr Umsetzung. Für eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Klimaschutz und Klimaanpassung ernst nimmt, müssen Prioritäten gesetzt und überkommene Denkmuster hinterfragt werden. Allgemein anerkannt ist, dass der Autoverkehr abnehmen muss. So wie vor Jahrzehnten dem Fuß- und Radverkehr Platz entzogen wurde, muss dieser Raum unter veränderten Rahmenbedingungen der Allgemeinheit wieder zur Verfügung gestellt werden. Vorhandene Angebote müssen konsequent gestärkt, Fahrzeuge besser ausgelastet und der öffentliche Raum fairer verteilt werden.

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