Landesverband NRW,
Ostwestfalen-Lippe,
Fußverkehr
Unter dem Motto „Wir gehen den nächsten Schritt!“ ging es beim 6. Deutschen Fußverkehrskongress in Bielefeld vor allem um die Frage, wie gute Ideen für den Fußverkehr in die Praxis gebracht werden können. Der VCD-NRW beteiligte sich mit einem Infostand und stellte unter anderem die Aktion „Freie Gehwege“, die Aktionswoche „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ sowie Erfahrungen aus der Umsetzung des Bremer Gehwegurteils vor.
Unter dem Motto „Wir gehen den nächsten Schritt!“ fand am 29. und 30. September 2026 der 6. Deutsche Fußverkehrskongress (FuKo2026) mit über 400 Teilnehmenden aus Verwaltungen, Verbänden und Planungsbüros in Bielefeld statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie gute Ideen für den Fußverkehr wirksam in die Praxis umgesetzt werden können.
Der VCD beteiligte sich mit einem Infostand und stellte unter anderem die Ergebnisse der bundesweiten Aktion „Freie Gehwege“ sowie die Erfahrungen aus Bremen bei der Umsetzung des sogenannten Gehwegurteils vor. Auch die Materialien zur jährlichen Aktionswoche „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ sowie die Gelben Karten gegen Falschparken für Kinder und Erwachsene stießen auf großes Interesse.
Ob zum Einkaufen, zur Schule oder zur Erholung, mehr als ein Fünftel aller Wege werden ausschließlich zu Fuß zurückgelegt. Dabei sind die zahlreichen Wege zu den Haltestellen des ÖV noch gar nicht berücksichtig. Insbesondere Kinder, ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen sind auf barrierefreie und sichere Fußwegenetze angewiesen. Dichte, sichere, attraktive und gut nutzbare Wege sind neben Tempo 30 innerorts eine wichtige Voraussetzung für die Verkehrswende und die Vision Zero mit dem Ziel, die Zahl der Verkehrstoten auf null zu reduzieren.
Vorgestellte Aktionen des VCD
Freie Gehwege: Engstellen melden und Gefahren entschärfen
Parkende Fahrzeuge auf Gehwegen schränken die Nutzbarkeit öffentlicher Wege ein und können zu gefährlichen Situationen führen. Die VCD-Mitmachaktion „Freie Gehwege“ machte sichtbar, wo sich besonders problematische Stellen befinden. Von Oktober bis Dezember 2025 konnten Bürgerinnen und Bürger Engstellen durch auf Gehwegen parkende Fahrzeuge melden. Ziel der Aktion war es, Gehwege wieder sicher und uneingeschränkt nutzbar zu machen. VCD-Aktion »Freie Gehwege«
Der VCD Bremen hat dazu eine Checkliste entwickelt mit der die Sachverhalte vor Ort aufgenommen und bewertet werden können.
- Checkliste: Unzumutbare Behinderungen auf Gehwegen unterbinden (Pdf)
- Leitfaden zur Vorgehensweise in den Kommunen nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (Pdf)
Aktionswoche „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“
Gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk setzt sich der VCD dafür ein, Kinder zu eigenständiger und sicherer Mobilität zu ermutigen. Die bundesweite Aktionswoche findet 2026 vom 21. September bis 2. Oktober statt. Schulen, Kindergärten und Initiativen können mit kreativen Aktionen auf die Bedeutung sicherer Fußwege aufmerksam machen.
VCD-Informationen zur jährlichen Aktionswoche / Aktionswebseite
Gelbe Karte für sichere Kinderwege
Mit der Kinderedition der Gelben Karte können Eltern, Lehrkräfte und Erziehende Kinder für Gefahrenstellen sensibilisieren und auf problematisches Parkverhalten aufmerksam machen. Die Karten helfen dabei, das Thema sichere Schul- und Kindergartenwege in die Öffentlichkeit zu tragen.
Informationen und gelbe Karten-Set kostenfrei anfordern
Nordrhein-Westfalen stellt Maßnahmen für den Fußverkehr vor
Das Land Nordrhein-Westfalen präsentierte auf dem Kongress zehn Punkte zur Förderung des Fußverkehrs. Dazu gehören unter anderem Schulstraßen, auf denen zu Unterrichtsbeginn und Unterrichtsende kein Kfz-Verkehr zugelassen ist. Nach Angaben des Landes gibt es inzwischen 93 Schulstraßen in Nordrhein-Westfalen. Verkehrsminister Oliver Krischer verwies zudem auf alltägliche Hindernisse für den Fußverkehr, etwa abgestellte E-Scooter auf Gehwegen, Elterntaxis vor Schulen oder ungünstige Ampelschaltungen. Schulstraßen zeigten, wie sich die Bedingungen für das Zufußgehen mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen verbessern lassen.
Beim Fußverkehrskongress diskutierten Kommunen, Verbände und Fachleute über praktische Lösungen für sichere und attraktive Fußwege. Zu den Schwerpunkten gehörten die neuen Möglichkeiten der StVO, freie Gehwege, barrierefreie Querungen und sichere Schulwege.
Bereits 2025 hatte die Bundesregierung erstmals eine bundesweite Fußverkehrsstrategie beschlossen. Sie soll Ländern und Kommunen Orientierung geben und den Fußverkehr als gleichberechtigte Verkehrsart stärken. Die Beiträge und Diskussionen auf dem FuKo 2026 machten jedoch deutlich, nun kommt es darauf an, die Ziele der Strategie auch umzusetzen. Aus der bundesweiten Fußverkehrsstrategie muss ein verbindlicher Fußverkehrsplan mit konkreten Maßnahmen, überprüfbaren Zielen und einer verlässlichen Finanzierung werden. Analog zum Nationalen Radverkehrsplan braucht es hierfür auch eigene Fördermittel. Die Bundesregierung ist nun gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und den Fußverkehr dauerhaft zu stärken.
AGFS: Informationen und Vorträge beim FuKo2026