Köln,
Klimaschutz,
Pressemitteilung
Köln
Angesichts extremer Temperaturen warnt der VCD vor der unterschätzten Rolle des ruhenden Verkehrs: Geparkte Fahrzeuge speichern Hitze, behindern Luftzirkulation und nehmen Flächen weg, die für Kühlung dringend gebraucht werden.
Die aktuelle Hitzewelle trifft Köln und das Rheinland mit großer Wucht. Schon im Juni werden in Deutschland vielerorts außergewöhnlich hohe Temperaturen gemessen; der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell vor starker bis extremer Wärmebelastung. Gerade in dicht bebauten Stadtquartieren verschärfen sich solche Wetterlagen, weil Straßen, Fassaden und versiegelte Flächen Wärme speichern und nachts nur langsam wieder abgeben.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) weist darauf hin, dass parkende Autos zur Aufheizung des Stadtraums beitragen. Tagsüber nehmen Karosserien und dunkle Oberflächen Sonnenwärme auf, speichern sie und geben sie insbesondere in den Abend- und Nachtstunden wieder an die Umgebung ab. Genau dann aber ist Abkühlung für die Bevölkerung besonders wichtig.
Eine Studie unter Beteiligung von Forschenden der Universidad de Colima kommt zu dem Ergebnis, dass geparkte Fahrzeuge in städtischen Straßenräumen nicht nur Wärme speichern, sondern auch die Luftzirkulation in engen Straßenschluchten beeinträchtigen können. Dadurch staut sich die Wärme zusätzlich; die nächtliche Abkühlung wird erschwert.
Köln besonders betroffen: enge Straßen, viele parkende Autos
Für Köln ist dieser Zusammenhang besonders relevant: In vielen Veedeln stehen parkende Autos dicht an dicht, häufig in engen Straßenräumen mit wenig Grün. Die Folge sind aufgeheizte Straßenschluchten, geringe Luftbewegung und eine spürbar schlechtere Aufenthaltsqualität. Für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen kann Hitze zudem zu einem ernsthaften Risiko werden.
Versiegelte Flächen verhindern natürliche Kühlung
Neben der direkten Wärmespeicherung durch Fahrzeuge verschärft der ruhende Verkehr ein weiteres Problem: Parkplätze und Straßen beanspruchen wertvolle Flächen, die meist versiegelt sind. Solche Flächen heizen sich stark auf und verhindern natürliche Kühlung durch Verdunstung.
Gleichzeitig fehlt genau dieser Platz für Bäume, Grünflächen, entsiegelte Böden oder Wasserflächen. Diese Elemente können Städte wirksam kühlen, Schatten spenden und die Lebensqualität in Hitzesommern verbessern.
VCD fordert klimagerechte Mobilitätsmaßnahmen
Der VCD fordert die Stadt Köln auf, den öffentlichen Raum und die Mobilität konsequent klima- und gesundheitsgerecht umzubauen. Dazu gehören insbesondere:
„Weniger parkende Autos bedeuten mehr Platz für Schatten, Grün und sichere Wege – und damit kühlere, gesündere und lebenswertere Städte“, erklärt der VCD. „Köln muss die Mobilitätswende auch als Maßnahme der Hitzevorsorge verstehen.“
------------------------
Ansprechperson:
Hans-Georg Kleinmann (Mitglied im VCD-Vorstand) über info@
vcd-koeln.de, mobil: 0163 627 4722