Nordrhein-Westfalen

Hagen - Märkischer Kreis
Hagen - Märkischer Kreis

Die Stadt Hagen strebt die Mitgliedschaft in der ‚Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinde und Kreise in NRW‘ (AGFS) an

Seit der Veröffentlichung ihres ‚Masterplan „Nachhaltige Mobilität“‘ im Jahr 2018 strebt die Stadt Hagen begrüßenswerter Weise die Mitgliedschaft in der ‚Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinde und Kreise in NRW‘ (AGFS) an. Und nun war es endlich so weit: Am Donnerstag 21. März 2024 fand die sogenannte ‚Vorbereisung‘ statt, die einen Einblick in die gegenwärtige Situation für Fußgänger und Radfahrer gewähren und die Bemühungen der Stadt im Hinblick auf aktive Mobilität dokumentieren sollte. Neben Vertretern der AGFS nahmen an der Veranstaltung die städtischen Verkehrsplaner incl des zuständigen Beigeordneten, jeweils ein Vertreter der Bezirksregierung Münster, dreier städtischer Behörden (Ordnungsamt, Tourismusmarketing, WBH) und drei Vertreterinnen des Verkehrswende-Netzwerkes Hagen teil (ADFC, FUSS e.V, VCD).

Nach der Präsentation der bisher durchgeführten Maßnahmen und zukünftigen Planungen wurde zunächst die Innenstadt erradelt: Auf dem Rundweg vom Rathaus bis zum Kreisverkehr an der Kuhlestr ergaben sich von Seiten der AGFSler bemerkenswerte Beobachtungen sowohl zum Fortschritt bei der Infrastruktur (z.B. Radstreifen auf dem Märkischen Ring, Fahrradabstellanlage am Bahnhof) als auch kritischen Punkten (z.B. die nicht immer vollständige/eindeutige Beschilderung). An den entsprechenden Stellen erläuterten die Planer der Stadt die aktuellen Vorhaben, wie z.B. die Umwidmung der Bahnhofstraße in eine Fahrradstraße.

Die natürlich deutlich kürzere Fußroute (siehe Plan) führte über Elbersufer – Märkischer Ring – Fußgängerzone Mittelstraße – Bahnhofstraße – Bahnhof – Elberfelder Str – Friedrich-Ebert-Platz – Rathaus. Die insgesamt zum Gehen angenehme, fußgängerfreundliche Strecke mit ausreichend Platz und kaum Nähe zum Autoverkehr ist leider nicht  repräsentativ für die Hagener Fußwege.

Beim abschließenden Coaching-Termin wurde insgesamt die gute Organisation und das Engagement der  Planer gelobt. Der  Antrag zur Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft wurde konstruktiv-kritisch mit zahlreichen Anregungen von Seiten der AGFS ergänzt. Empfehlung für’s Handeln: Verwaltung kann durchaus selbstbewusster agieren, wenn es um Sicherheit von Fuß- und Radverkehr geht, Sicherheit hat Vorrang vor Leichtigkeit des Kfz-Verkehrs.  Wenn die Stadt Defizite erkennt, muss Sie handeln (z. B. Netzlückenschluss als Instrument). Für die Aufnahme in die AGFS sollte die Stadt die einschlägigen Vorgaben (EFAs und ERAs), z.B. bei angeordnetem Gehwegparken und Baustellen-Absperrungen, beachten. Allerdings ist dies  - aus unserer Sicht leider - keine zwingende Voraussetzung für die Mitgliedschaft.

Die Hauptbereisung zur Entscheidung über den Antrag wird frühestens im nächsten Jahr stattfinden, denn die AGFS hat in diesem Jahr keine Termine mehr frei und die Verwaltung einiges zu tun, um die Hinweise umzusetzen. Die Hauptbereisung soll viele Akteure einbinden: auch Polizei, Politik, diverse Interessengruppen. Hagen ist  jedenfalls "im Rennen".

Fazit: Nach Jahrzehnten des Stillstands tut sich was im Hinblick auf aktive Mobilität, besonders beim Radverkehr. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt zeitnah ihr engagiertes Verkehrsplanungsteam um einen kompetenten Spezialisten für den Fußverkehr erweitern kann.

Bilder von den Begehungen finden Sie hier.

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