Nordrhein-Westfalen

NRW, Verkehrssicherheit, Mobilitätsbildung, Radverkehr
Ennepe-Ruhr

3. Klassen ab sofort ohne Radfahrausbildung durch Polizei

VCD sieht große Gefahr in dieser Entwicklung für die nächste Generation-Fahrrad

Der VCD Ennepe-Ruhr hat von mehreren Grundschulen in Witten erfahren, dass die Polizei Bochum (auch zuständig für die Radfahrausbildung an Grundschulen in Witten) wegen struktureller Personalengpässe zukünftig bei der Verkehrsunfallsprävention, zu der auch die Radfahrausbildung gehört, kürzertreten muss. Dies bedeutet, dass die Polizei zukünftig nicht mehr die 3. Klassen an Grundschulen besucht. Bisher waren sie für zwei bis drei Besuche in diesen Klassen, um die Sicherheit der Fahrräder zu prüfen und Kindern und Eltern Hinweise für das sichere Radfahren zu geben. „Dies ist ein großer Verlust für die Verkehrssicherheit und die nächste Radfahr-Generation. Die sehr engagierten Beamten mussten in den letzten Jahren schon vermehrt feststellen, dass immer weniger Kinder funktionsfähige Räder haben und auf diesen fahren können. Wenn jetzt noch der wichtige Impuls durch die Polizei in der 3. Klasse fehlt, wird es in der 4. Klasse noch viel schwieriger“, so Björn Frauendienst aus dem Vorstand des VCD Ennepe-Ruhr, der auch in der Schulwegvorbereitung in Kindergräten für den VCD aktiv ist.

 

Vermehrt war in den letzten Jahren schon zu hören, dass viele Kinder nicht an der Fahrradprüfung in der 4. Klasse teilnehmen konnten, weil sie das Fahren nicht beherrschten. Eigentlich müsste der Bereich der Unfallprävention und Mobilitätsbildung eher aus- als abgebaut werden. Dr. Andreas Redecker, Vorstandsmitglied im VCD Ennepe-Ruhr und Leiter der AG Nahverkehrsforschung am Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum, stellt hierzu die folgende Forderung: „Unsere Kinder auf die selbstständige und sichere Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten benötigt im Kern zwei Dinge: Einerseits eine durchgängige Mobilitätsbildung, insbesondere beim Übergang vom Kindergarten zur Grundschule und später beim Wechsel zu den weiterführenden Schulen. Andererseits eine an Kinder angepasste Verkehrsplanung. Denn Kinder und Familien brauchen unbedingt Impulse für die heimische Mobilitätsbildung, aber unsere Straßen müssen auch für die Fehler toleranter werden, die Kinder und Erwachsene zwangsläufig machen. Dazu gehört es die Wahrnehmung der Verkehrsteilnehmer untereinander zu steigern und auch eine Reduzierung des Geschwindigkeitsniveaus des motorisierten Verkehrs zu erreichen.

 

Der VCD fordert daher die Stadt Witten auf mit der Polizei und der Landesregierung in Kontakt zu treten, damit die im Wahlkampf von vielen Parteien versprochene Stärkung der polizeilichen Arbeit auch in Witten dort ankommt, wo im Jahr deutschlandweit noch immer über 3.000 Menschen sterben: auf unseren Straßen.

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