Nordrhein-Westfalen

NRW, Auto & Straße, Radverkehr, Fußverkehr, Verkehrsplanung
Aachen-Düren

Anmerkung zur Planung der Premium-Fußwege

VCD Aachen kritisiert Planungsdetails. Das vorgesehene Straßenprofil reicht nicht aus für ein gefahrloses Nebeneinander der Verkehrsteilnehmer.

Das Konzept der Stadtverwaltung zu den geplanten Premium-Fußwegen nimmt Form an. Einzelheiten zur Planung sind auf den Seiten des Ratsinformationssystems abrufbar. Der VCD steht diesem Konzept grundsätzlich positiv gegenüber - aber bei einigen Details besteht unserer Ansicht nach Änderungsbedarf.

 

Vor allem die Lochnerstraße erscheint problematisch. Bereits heute ist - bedingt durch das beidseitige Parken - eine Begegnung von Autos und Radfahrern ausgesprochen gefährlich.

Die derzeitige Planung des Architekturbüros für den Zielzustand ändert dies leider nicht. Sie sieht auf beiden Seiten Parkstreifen, die von Bäumen unterbrochen sind, vor (siehe Skizze). Die Fahrbahnbreite dazwischen beträgt 5,20 m - allerdings ist dies zwischen zwei Baumscheiben gemessen. Dort, wo tatsächlich Autos parken, steht deutlich weniger Raum zur Verfügung, nämlich weniger als 4,20 m. Dies reicht nicht aus, um ein gefahrloses Nebeneinander von Auto- und Radverkehr zu ermöglichen. Für die benötigten Breiten gelten die so genannten "Richtlinien für Stadtstraßen 2006" (RaSt 06), und nach diesen Richtlinien fehlen selbst bei Ansatz der Mindestbreiten, was nur bei Tempo 30 erlaubt ist, noch 1,20 m an der Breite des Straßenprofils.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Situation in der Lochnerstraße zu entschärfen und so das Konzept des Premium-Fußwegs an dieser Stelle zu retten. Alle setzen voraus, dass nur auf einer Straßenseite ein Parkstreifen angelegt wird. Bei beiderseitigem Parken gibt es keine Möglichkeit, den Verkehrsraum regelkonform und vor allem sicher für alle Beteiligten zu gestalten - dafür sind heutige Autos einfach zu breit.

 

Der VCD Aachen/Düren hat in einem Bürgerantrag seine Bedenken vorgebracht. In einem Schreiben an Dr- Langweg werden die Kritikpunkte konkretisiert. Wir hoffen, im Dialog mit der Stadtverwaltung konstruktiv an der Planung mitwirken zu können.

 

 

 

Bereits heute ist auf der Lochnerstraße beidseitiges Parken vorgesehen. Das Foto zeigt, wie sich der verbleibende Platz darstellt - ein gefahrloses Nebeneinander von Auto- und Radverkehr ist nicht möglich. Bei einer Umsetzung der Premium-Fußwege nach aktueller Planung würde dieser Missstand zementiert.
Die "Richtlinie für Anlage von Stadtstraßen 2006" gibt Mindestbreiten für Verkehrs- und Parkflächen sowie benötigte Abstände vor.
 

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