Nordrhein-Westfalen

Bahn & Bus, Verkehrspolitik

Verpasster Anschluss vom IC 2226 an den RE 17 in Hagen Hbf

Darf ein Bahnkunde erwarten, dass ein gegenüber am gleichen Bahnsteig stehender Anschlusszug 15 Sekunden auf Kunden wartet? Leider nein. Es kann aber nicht Ziel der Bahnreform von 1994 gewesen sein, dass sich das System Bahn gegen die wendet um die es im Kern geht: König & Königin Kunde!

St. Weh 5.4.2019 Der RE 17 fährt weg, links steht noch der IC 2226. Bei Klick auf das Bild kommt ein Video. Zu hören sind ein paar der anderen gestrandeten Fahrgäste, die sich hinter mir unterhalten. Am Ende sagt ein Kunde "5 Sekunden"...

Standpunkt & Reisebericht von Stefan Weh

Am Freitag, 5.4.2019 fuhr ich mit dem IC 2226 von Köln Hbf nach Hagen um dort 13:17 mit dem RE 17 weiter nach Olsberg zu fahren. Dort sollte es mit dem SchnellBus S50 nach Züschen gehen. Ziel war das Mobilitätsforum der SPD in Züschen wo ich einer der Referenten sein sollte.

Trotz Ausfalls der S6 von Köln-Nippes zum Hbf Köln glückte knapp der Umstieg in den IC. Der IC 2226 hatte ca. 18 Min. Verspätung und kam genau um 13:17 in Hagen Hbf an Gleis 5/6 zum stehen als der RE 17 noch am Gleis 4 gegenüber stand. Als die Türen des IC sich öffneten hörte man aber leider schon den Dieselmotor des Pesa Link. Ohne auch nur Sekunden zu warten ließ der Lokführer den Zug abfahren.

Ein bemerkenswerter Vorgang! Freitags fahren die meisten Kunden mit der Bahn. Gerade dann gibt es immer Umsteiger ins Sauerland. Vor allem ist dieser stündliche Anschluss vom IC oder ICE auf den RE 17 ohne Alternative, weil der auch stündlich verkehrende RE 7 von Köln erst zur Minute 19 in Hagen Hbf ankommt.

Der Kunde will hier keine formalen Ausreden wo z.B. auf Pünktlichkeit verwiesen wird. Hier haben alle Recht die sagen: "Das hätte es zu Zeiten der Bundesbahn nicht gegeben." Da war die notwendige Kompetenz bei den Eisenbahnern vorhanden, die genau wissen, dass man in so einem Fall zu warten hat, weil es von der Zeit her problemlos geht und weil das ein anständiges Verhalten gegebenüber dem Kunden und Steuerzahler ist, der das Ganze finanziert.

Immerhin kann ich mir 10 € Fahrgastrechte (Spezialfall Bahncard 100) von der DB AG holen. Die anderen 5 bis 7 Fahrgäste werden sich hoffentlich auch für eine Stunde Verspätung am Zielort 25% ihres Ticketpreises erstatten lassen. Damit war das "pünktliche Losfahren" bzw. sich auf den Fahrbefehl des grünen Hauptsignals berufen zumindest eines für die DB AG: höchst unwirtschaftlich!

Falls sie hier mitlesen und ihnen hier oder aus eigener Erfahrung etwas bekannt vorkommt: Siehe den Artikel vom 18.05.2018: RE 17 lässt umsteigende Fahrgäste in Schwerte aus RE 7 stehen. Das sind nur 2 Fälle von tausenden von schlechten Erfahrungen, die Kunden hier gemacht haben.

(sw)

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