Nordrhein-Westfalen

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Umsetzung der Radvorrangrouten: Vorschlag der Verwaltung unzureichend

Die Stadtverwaltung hat einen ersten Entwurf für die Umgestaltung der Lothringerstraße, die im geplanten Radvorrangroutennetz eine Schlüsselrolle spielt, vorgelegt. Von mehreren Varianten wird darin diejenige bevorzugt, die den geringsten Nutzen mit sich bringt. Die Aachener Umweltverbände kritisieren den Vorschlag.

Radvorrangrouten bilden ein zentrales Element in der zukünftigen städtischen Verkehrsplanung.  Sie sollen den Modal Split vorteilhaft verändern und für eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssituation sorgen. Dies hatte der VCD in seinem Konzept "Radvorrangrouten für Aachen" vorgeschlagen, und das Konzept ist mittlerweile in ähnlicher Form von der Stadt angenommen worden. Als erster Bestandteil soll die Route nach Brand umgesetzt werden.

 

Nun hat die Verwaltung erste Entwürfe erarbeitet. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei der Lothringerstraße vor, die ein stark befahrenes Nadelöhr auf der Strecke darstellt. Die Idee der Stadtverwaltung ist, sie in eine Fahrradstraße umzuwandeln. Ihre bevorzugte Variante stößt auf massive Kritik der Umweltverbände. Sie bringt nur minimale Veränderungen gegenüber dem Status Quo und ignoriert so ziemlich alle Erkenntnisse, die der Verkehrsexperte Thiemo Graf im letzten Jahr in Aachen vorgestellt hat.

 

Stellungnahme der Verbände

Die Verbände VCD und ADFC sowie der Initiativen fahrradfreundliches Brand und Eilendorfer fahren Rad haben dazu eine ausführliche Begründung sowie alternative Vorschläge vorgelegt. Die Stellungnahme finden Sie hier.

 

 

 

 

 

Fahrradstraße: Ohne Verringerung des Parkraums nicht möglich

Das Bild zeigt: Die aktuelle SItuation in der Lothringerstraße ist ausgesprochen beengt. Durch die Parkstreifen zu beiden Seiten passt gerade noch ein Fahrzeug in die Mitte. Weder Rad- noch Fußverkehr haben auch nur ansatzweise ausreichend Platz. 

Die von der Verwaltung bevorzugte Variante sieht auch in einer zukünftigen "Fahrradstraße" weiterhin Parkplätze auf beiden Straßenseiten vor. Bereits bei Ansicht des Fotos fragt man sich: Wie soll das gehen? Betrachtet man die Planzeichnungen, so bestätigt sich dies. Für die eigentliche Fahrbahn, auf der dann der Radverkehr in beiden Richtungen sowie nach wie vor noch Autoverkehr stattfinden soll, stehen gerade mal 3,55 m zur Verfügung. Das ist sehr wenig. Die Fußgänger werden auf einer Seite sogar nur mit einem Weg von 1,50 m Breite abgespeist.

Dieser Vorschlag funktioniert, das macht das Foto sehr anschaulich deutlich, überhaupt nicht.

Lothringer Straße: Aktuelle Situation

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