Nordrhein-Westfalen

Fußverkehr, Mobilitätsbildung, Verkehrssicherheit

Tempo 30 vor Schulen und Kitas - Alternativen zum Elterntaxi

Der VCD NRW begrüßt die Überlegungen der Verkehrsministerkonferenz für ein generelles Tempolimit von 30 km/h vor Schulen, Kitas, Kliniken und auch Alten- und Pflegeheimen. Ein solcher Beschluss wäre eine sehr gute Nachricht für Kinder, kranke und ältere Menschen, meint der VCD NRW.

Der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer sollte Vorrang haben vor ein paar Sekunden Zeitgewinn. Noch besser wäre Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften, da neben den vielen Fußgängern erfreulicherweise immer mehr Radfahrer auf den Straßen unterwegs sind. Tempo 30 bedeutet mehr Sicherheit, weniger Lärm, einen flüssigeren und gleichmäßigeren Verkehrsablauf sowie eine bessere Übersicht. Ebenso hält der VCD wegen der vielen Elterntaxis Halteverbote direkt vor Schulen für eine sinnvolle Maßnahme. Elterntaxis sind vor Schulen gefährlich, wenn die fahrenden Eltern mit ihren Kindern abgelenkt sind, wenn sie es eilig haben und schnell fahren, wenn Kinder plötzlich aus dem Auto auf die Straße springen, wenn Autotüren aufgerissen oder Taschen auf der Straße abgestellt werden.

Zu Fuß zur Schule

Gut wäre es, anstelle der Elterntaxis die Kinder öfters zu Fuß zur Schule gehen lassen. Für die gesunde körperliche und seelische Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass sie lernen, selbständig mobil zu werden. Eine einfache Möglichkeit ist das tägliche Zufußgehen oder Radfahren zur Schule. Eine gemeinschaftliche Alternative ist der sogenannte "Walking-Bus". Hier begleiten  Eltern Ihre Kinder in einer Gruppe zur Schule oder zum Kindergarten. Möglichst tragen die Kinder und die Begleiter Warnwesten. Der VCD rief auch in diesem Jahr wieder zur Aktion "zu Fuß zur Schule" auf, bei der Schülerinnen und Schüler bis zum 2. Oktober möglichst viele km zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen sollten (http://www.zu-fuss-zur-schule.de/). Der VCD NRW verteilt kostenlos die "Mobilitätsfibel", die sich besonders an Grundschülerinnen und -schüler und deren Eltern richtet.

2014 sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 23 000 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren bei Verkehrsunfällen verunglückt. Beim Thema Mobilität von Kindern und Jugendlichen geht es aber nicht nur um Verkehrssicherheit – so hat Eine Groß-Studie der Universität Kopenhagen gezeigt, dass Kinder, die ihren Schulweg selbstständig bewältigen, sich bis weit in den Vormittag hinein besser konzentrieren.

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