Nordrhein-Westfalen

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Sichere Mobilität in der Pandemie – VCD fordert temporäre Radspuren jetzt

Ausreichend Platz für den Radverkehr schaffen und den Beispielen von Städten wie Berlin, Paris, Berlin und Bogota folgen: Vorfahrt für Fahrräder!

 

 

Etliche Städte setzen in der Coronakrise auf neue Verkehrskonzepte: Sie wollen vor allem den Umstieg auf das Fahrrad erleichtern.

Das Radfahren erweist sich seit dem Ausbruch der Pandemie in Köln und in anderen Städten zunehmend als Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln und zur Nutzung des Autos: Während der Radverkehr an manchen Dauerzählstellen um bis zu 65 % zugenommen hat, schrumpfte der Autoverkehr beinahe um 50 %. Der VCD begrüßt die Initiative von Oberbürgermeisterin Henriette Reker in ihrem Brief an Verkehrsminister Henrik Wüst. „Allerdings brauchen wir heute Lösungen und Angebote für eine pandemieresiliente Mobilität“ sagt Hans-Georg Kleinmann vom VCD-Vorstand. „Die Stadt Köln darf nicht warten, bis das NRW-Verkehrsministerium reagiert, sondern muss jetzt unverzüglich Angebote schaffen.“


Viele Gründe für den gestiegenen Radverkehrsanteil

„Die Gründe für den stark gestiegenen Radverkehrsanteil liegen nach Meinung des VCD auf der Hand“, sagt Hans-Georg Kleinmann: „Radfahren ist umso attraktiver, je weniger Autos auf den Straßen sind. Die Radfahrenden fühlen sich dann sicherer und in besserer Luft – in ganz Köln sind die Feinstaub- und Abgasemissionen stark gesunken. Auch erlaubt das Radfahren körperliche Betätigung zu Zeiten reduzierter Sportangebote. Und nicht zuletzt erfolgen die meisten täglichen Fahrten über kurze Entfernungen – ideale Bedingungen für den Radverkehr.“

 

Mobilität unter Coronabedingungen

Viele Metropolen in Europa suchen derzeit nach Wegen, wie sie Mobilität unter Pandemiebedingungen besser gestalten können und setzen dabei verstärkt auf das Fahrrad. Mehrere Berliner Bezirke schaffen derzeit in Rekordzeit neue Radspuren, um Menschen zum Fahrradfahren zu bewegen. Auch Paris ist dabei, die Straßen teilweise in Fahrradwege zu verwandeln. In Bogota hat man durch die Umwidmung von Auto-zu Radspuren 70 % mehr Radverkehr erzielt, und das bereits vor dem Ausbruch der Pandemie.

 

Separate Radspuren entlang wichtiger Achsen

Der VCD fordert deshalb separate Radspuren entlang wichtiger Achsen – durch Umwidmung von wenig genutzten Autofahrspuren. Möglichst schnell sollten provisorische Fahrradwege geschaffen werden, so wie in Berlin, Paris oder Bogota. Das hat auch den Vorteil, dass sich viel mehr Leute ohne Gesundheitsrisiko fortbewegen können als im Auto.

Der VCD denkt dabei vorrangig an folgende mehrspurige Magistralen:

  •  die Ost-West-Verbindung von Weiden-West über Neumarkt, Deutzer Brücke bis nach Kalk
  • die Riehler Straße und die Nord-Süd-Fahrt
  • der Gürtel von Sülz über Lindenthal und Ehrenfeld bis Nippes
  • die Bergisch Gladbacher Straße und den Pfälzischen Ring

 

Notlösungen können später dauerhaft werden

Der VCD hält es für denkbar, dass aus den Provisorien später dauerhafte Lösungen werden, wenn viele Bürger*innen aufs Fahrrad umsteigen: Die temporären Radspuren, die jetzt geschaffen würden, können als Test angesehen werden. Die Coronakrise zeigt, dass ein entschiedeneres Handeln als bislang möglich und notwendig ist.

Pressemitteilung 

 

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