Nordrhein-Westfalen

Luftreinhaltung: Wiesbaden zeigt, wie es gehen könnte - was machen die Städte in NRW?

Mit einem umfassenden und ambitionierten Maßnahmenkatalog will die Stadt Wiesbaden die bislang verfehlten Grenzwerte für die Luftqualität erreichen. Die Deutsche Umwelthilfe und der VCD sehen auf dieser Grundlage ihre Klage als erledigt an. Vorbild auch für Städte in NRW?

Nach Einschätzung des VCD NRW werden erstmals in einem Luftreinhalteplan konkrete Maßnahmen benannt, die neben Verbesserungen bei Bus und Bahn, Rad und Fuß auch Regulierungen des Autoverkehrs beinhalten (Weitere Informationen des VCD Hessen).

Hier der vom Rat der Stadt Wiesbaden beschlossene und nun in den Luftreinhalteplan eingeflossene Maßnahmenkatalog:

Das Maßnahmenpaket wurde am 6. September 2018 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und fließt in den Luftreinhalteplan-Teilplan Wiesbaden ein.

Sofort-Paket: E-Mobilität

  • Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks (61 Fahrzeuge)
  • Privilegierung E-Fahrzeuge beim Parken
  • Ausweisung gebührenfreier innerstädtischer Parkplätze für Car-Sharing-Fahrz. mit E-Antrieb
  • Errichtung und Betrieb von 20 E-Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten durch die ESWE
  • Errichtung eines E-Mobility-Hub im neuen Parkhaus an der Berliner Straße
  • Erneuerung der ESWE-Linienbusflotte 2019 bis 2022, Anschaffung von 217 E- und vier Brennstoffzellen-Bussen (zusammen 221 Fahrzeuge)


Sofort-Paket: Förderung ÖPNV

  • Angebotsausweitungen Fahrplanwechsel 2018/2019
  • Busbeschleunigung Innenstadt
  • Errichtung von zehn Mobilitätsstationen
  • Einführung 365-Euro-Ticket im ESWE Betriebsgebiet
  • Einführung eines kostenfreien Job-Landes-Tickets für die Beschäftigten der Stadt Wiesbaden
  • Ticket-Vergünstigungen für Fahrten aus den Nachbarkommunen
  • Einrichtung von Schnellbuslinien
  • Takt-Verdichtung Busverkehr (Regionalbuslinien 171, 269, 274, 275, X72, X77)
  • Takt-Verdichtung Schiene (RB10 und RB 75)
  • Einführung von Direktverbindungen (Rheingau-Biebrich-Kastel-Frankfurt, Bad Kreuznach-Bingen-Ingelheim-Wiesbaden)


Sofort-Paket: Förderung Radverkehr

  • Schaffung eines lückenlosen Grundnetzes 2020
  • Errichtung von 1.000 neuen Fahrradabstellplätzen
  • Bau von Radschnellwegverbindungen nach Mainz und Frankfurt am Main (erste Abschnitte)
  • Einrichtung von geschützten Radwegen (Protected Bike Lanes)
  • Implementierung und weiterer Ausbau des städtischen Fahrradverleihsystems
  • Qualitätsvorgaben für Fahrradparken in der Stellplatzsatzung
  • Sofortpaket: Urbane Logistik
  • Errichtung von Mikrodepots für Paketdienstleister, Belieferung "letzte Meile" mit E-Lastenrädern und leichten E-Fahrzeugen
  • Kaufprämie für jährlich 500 E-Lastenräder


Sofort-Paket: Verkehrsmanagement

  • Zuflussdosierung an Einfallsstraßen
  • Einführung einer flächendeckend abgestuften Parkraumbewirtschaftung
  • Erhöhung der Parkgebühren, wo bereits bewirtschaftet wird
  • Einführung eines digitalen Verkehrsmanagementsystems
  • Errichtung von mindestens fünf neuen Park&Ride-Parkplätzen am Stadtrand oder im Umland
  • Betriebliches Mobilitätsmanagement


Sofort-Paket: Verkehrslenkung

  • Verlagerung von 3.000 MIV-Fahrten vom 1. auf den 2. Ring durch Verringerung um eine Fahrspur (MIV = motorisierter Individualverkehr)
  • Reduzierung jeweils einer Fahrspur pro Richtung in der Schwalbacher Str. u. Moritzstraße

Ergänzend: Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe

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