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(Keine) Fahrscheine in Corona-Zeiten

Busfahren in Aachen gleicht manchmal der Quadratur des Kreises. Während der Corona-Krise gibt es beim Fahrer keine Fahrscheine mehr - die Fahrscheinpflicht bleibt aber bestehen. So war es jedenfalls bis vor kurzem. Jetzt gibt es eine Wendung: Fahrgästen ohne Fahrschein soll offenbar keine Strafe mehr drohen.

So steht es in einem Zeitungsartikel von heute, 8. 4. 2020. Dort heißt es: “Aseag-Fahrgäste ohne gültiges Fahrticket [...] müssen derzeit kein erhöhtes Beförderungsentgelt fürchten. Das geht aus einer Antwort der Aseag an den Fahrgastverband Pro-Bahn hervor.”

 

Vor einigen Tagen klang das noch anders. Der Grund, warum sich Fahrgäste überhaupt an Pro-Bahn gewandt hatten, war der: In Bussen lassen sich keine Tickets mehr beim Fahrer kaufen. Da es in Aachen, anders als etwa im VRR, keine Fahrscheinautomaten gibt, bleiben nur die Möglichkeiten Dauerkarte, Online-Ticket über die ASEAG-App oder aber der Gang zu einer Vorverkaufsstelle.

Das ist allerdings nicht besonders praktisch. Unter anderem für viele Senioren (aber sicher nicht nur für diese) besteht das Problem, dass sie die App aus verschiedensten Gründen nicht verwenden können oder wollen. Der Gang zur Vorverkaufsstelle erfordert meistens, dass man dort mit dem Bus hinfährt – und zudem bittet der AVV ausdrücklich, den Gang zum Kundencenter zu vermeiden.

Diese Situation hatten laut einem Zeitungsbericht mehrere Aseag-Kunden in einem Brief an Aseag-Vorstand Carmincke bemängelt. Die Antwort klang zunächst noch sinngemäß so: “Dann fahrt doch halt nicht mit dem Bus.”

Jetzt wird also wohl doch von der harten Linie abgewichen. Die jetzige Regelung ist eine pragmatische und einfache Lösung, und ganz ehrlich: Das hätte man auch gleich so beschließen und kommunizieren können.

Was bleibt, ist (mal wieder) eine PR-Katastrophe für die ASEAG.

 

Update 11. 05. 2020:

Die Information in der Zeitung ist falsch. Die ASEAG verlangt weiterhin Fahrschein und führt auch Kontrollen durch.

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