Nordrhein-Westfalen

Bericht zum Schienenverkehr in NRW: So viele Züge wie noch nie - aber weiter Qualitätsprobleme

Das Angebot im regionalen Schienenverkehr in NRW wird immer besser: 2018 waren es 109 Mio. Zugkm, soviel wie noch nie, im Dezember kommen weitere dazu. Aber: Es gibt weiter Qualitätsprobleme, weil u.a. alles auf der bisherigen Bahn-Infrastruktur gefahren wird. Das zeigt der SPNV-Qualitätsbericht der Landesregierung.

Insgesamt hat sich die Qualität etwa bei zentralen Merkmalen wie Pünktlichkeit und Ausfällen gegenüber den Vorjahren weiter verschlechtert. Besonders anfällig sind nicht überraschend die lang laufenden und stark frequentierten RE-Linien wie RE 5 Koblenz – Wesel und RE 1 Aachen – Hamm. Von diesen beiden Linien waren weniger als 60 % pünktlich (d.h. im Durchschnitt weniger als 4 Minuten verspätet. Dagegen liegt die Pünktlichkeit der S-Bahnen bei knapp 90 %.. Die pünktlichsten RE-Linien mit über 90 % sind RE 82 Bielefeld - Altenbeken und RE 99 Siegen - Frankfurt. Bei den Regionalbahnen sind die pünktlichsten (über 95 %) RB 96 Betzdorf - Dillenburg, RB 92 Olpe - Finnentrop und RB 54 Unna - Neuenrade, besonders schwierig (nur 60 %) stellt sich die Situation auf der RB 71 Bielefeld - Rahden dar.

Sowohl die Zahl der vorhersehbaren Ausfälle (z.B. Baustellen) als auch die der nicht vorhersehbaren Ausfälle ist 2018 deutlich angestiegen auf rund 6 %. Besonders negativ aus Sicht der Fahrgäste sind die nicht vorhersehbaren Ausfälle, z.B. aufgrund von technischen Problemen oder Personalmangel. Hier fallen besonders die RB 37 (Duisburg- Duisburg-Entenfang, inzwischen auf Bus umgestellt) und die S 68 Verstärkerlinie zu S 6 und S 8 zwischen Wuppertal, Düsseldorf und  Langenfeld mit über 24 % Ausfällen auf.

Auch der Zustand des Schienennetzes lässt zu wünschen übrig: So waren 2018 im Monatsmittel über 210 km des Streckennetzes nur mit verringerter Geschwindigkeit befahrbar.

Demgegenüber hat sich die gemessene Qualität der Bahn-Stationen kaum verändert. Als nicht akzeptabel wurden ca. 11 % bewertet.

Aus Sicht des VCD NRW zeigt der Bericht:

- Das Angebot hat sich verbessert und wird weiter verbessert.

- Die Qualität für die Fahrgäste ist vielfach unzureichend.

- Dringend erforderlich ist weiterer Infrastrukturausbau, um die Störungsanfälligkeit auf den viel befahrenen Gleisen zu verringern.

Den Qualitätsbericht SPNV NRW 2018 gibt es als Kurz- und als Langfassung hier.

 

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