Nordrhein-Westfalen

Auto & Straße, Fußverkehr, Pressemitteilung
Köln

Unhaltbare Zustände auf Kölner Einkaufsstraßen

VCD Köln fordert sofortige Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionsgefahren auf den viel besuchten Einkaufsstraßen.

 

Dr. Reinhard Zietz, Arzt und Vorstandsmitglied beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) war entsetzt, als er am Dienstag das Treiben auf der Dürener Straße betrachten durfte: „Die schmalen Bürgersteige fallen uns in Zeiten von gewünschter räumlicher Distanz auf die Füße.“

Dr. Zietz weiter: „Ich bin sicher, die Menschen hätten gerne Abstand gehalten, auf den Minimal-Bürgersteigen der Dürener Straße ist das jedoch ein aussichtsloses Unterfangen. Die Menschen drängen sich gezwungenermaßen auf den Bürgersteigen wie eh und je. Wenn wir nicht wollen, dass die Einkaufsstraßen zu Infektionsherden einer neuen Welle werden, sind dringende Maßnahmen geboten. Wir können nicht einfach wieder so weitermachen wie vor der Krise.“

Mehr Platz für die Fußgänger*innen

Dr. Zietz schlägt vor, den Fußgänger*innen wesentlich mehr Raum zur Verfügung zu stellen: „Der Raum kann i.d.R. nur von den Autofahrspuren kommen. Entweder wir riskieren einen neuen Shutdown, weil für jeden ersichtlich die Infektionsgefahr in dieser Menschendichte extrem hoch ist, oder wir sperren die Einkaufsstraßen mit den für das Passantenaufkommen zu geringen Gehwegbreiten in den Stadtteilzentren für den Autoverkehr. Ausgenommen sind lediglich Lieferfahrzeuge und Busse sowie der Querverkehr von den Seitenstraßen. Damit stünde den Fußgänger*innen ausreichend Platz zur Verfügung. In manchen Situationen kann es bereits helfen, wenn Parkplätze den Gehwegen zugeschlagen werden.“

Als Beispiele für Einkaufsstraßen mit zu geringen Gehwegbreiten nennt der VCD die Dürener Straße, die Venloer Straße, die Ehrenstraße, den Eigelstein und die Neusser Straße auf der linken Rheinseite und die Deutzer Freiheit, die Frankfurter Straße, die Kalker Hauptstraße und die Dellbrücker Hauptstraße auf der rechten Rheinseite.

Beim VCD weiß man, dass man es mit einer solchen Lösung sicherlich nicht allen recht machen kann. Es geht aber darum, mit Sofortmaßnahmen so schnell wie möglich dem Gesundheitsschutz Rechnung zu tragen. Nachbessern kann man dann in Ruhe.

Nichts-Tun ist gefährlich

Dr. Zietz weiter: „Aus der bisherigen Diskussion wissen wir, dass die Leute ein großes Verständnis für solche Maßnahmen aufbringen. Mit unseren Vorschlägen treffen wir die Wünsche und Forderungen vieler Bürger*innen, das wissen wir aus Gesprächen und Diskussionen. Ganz im Gegenteil, die meisten hätten sicherlich kein Verständnis dafür, wenn die Stadt hier nichts unternähme.“

 

Pressemitteilung

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