Nordrhein-Westfalen

Presse

Schadstoffe am Jahnplatz gehen leicht zurück

3.9.2018 Nach Beginn des Verkehrsversuchs Jahnplatz Anfang August zeichnet sich eine leichte Verbesserung der Luftqualität ab. In einer Auswertung der Messstation des Landes am Jahnplatz, die der VCD vornahm, sinkt der Wert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid im Juli auf 36 im August. Der Wert unterschreitet damit den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm.
Der Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass der Rückgang nicht auf die Ferienzeit zurückzuführen ist. Damals stieg der Messwert im August sogar an.  "Diese ersten Messergebnisse deuten darauf hin, dass der EU- Grenzwert am Jahnplatz in diesem Jahr eingehalten werden könnte, wenn auch nur knapp" schließt der VCD daraus. Das sei eine positive Tendenz; sie solle verstärkt und verstetigt werden. 

Jahnplatz - der Verkehrsversuch macht Lust auf mehr

7.8.2018: Das Bielefelder Stadtzentrum hat durch den Verkehrsversuch gewonnen. Den Eindruck erhielt der Verkehrsclub Deutschland VCD bei einer Begehung und Befahrung des Jahnplatzes.  Schon dieser vorsichtige Schritt habe den Platz für urbanes Leben erweitert. Jedoch müsse der Verkehrsversuch in einer verbesserten Version eine durchgängige Radverkehrsanlage vorsehen.

Platz zum Flanieren wurde auf dem Niederwall geschaffen, wo der Fußgängerstrom nicht mehr durch die Ampel aufgehalten wird.  Richtig wäre hier eine Beschilderung als Fußgängerzone, Radfahrer frei. Der neugewonnene Raum sollte genutzt werden für die Aufstellung von Sitzbänken, Spielgeräten und grünen Hochbeeten in dem Bereich neben Pizza Hut. Durch längere Grünzeiten der Fußgängerampel über den Jahnplatz könnte die Trennung zwischen Altstadt und Bahnhofstraße abgemildert werden. Die Aufenthaltsqualität an der Außengastronomie habe sich durch den größeren Abstand zur Autofahrbahn schon verbessert.

Die Umweltspur für Radfahrende und Busse sei nach den ersten Erfahrungen nur für selbstbewusste RadfahrerInnen praktikabel - auch weil die Busfahrer auf rücksichtsvolles Fahren geschult worden sind. "Nachliefern sollte die Verkehrsplanung unter anderem beim Geradeausfahren vom Jahnplatz zum Willy-Brandt-Platz - denn das ist für den Radverkehr nicht vorgesehen" meint der VCD.  Der Verband vermisst erkennbare Vorteile für den Radverkehr durch die Umweltspur. Mit gerade 300m sei sie zu kurz. Eine breite Radverkehrsanlage sollte vom Willy- Brandt-Platz bis zur Klosterstraße reichen. Viel Verkehrsfläche für getrennte Radspuren sei ja vorhanden. Erst damit werde das Fahrradfahren über den Jahnplatz auch für diejenigen attraktiv, die sich bisher nicht trauen, etwa für SeniorInnen und Kinder. 

Anzupassen sind z.B. eine fahrradfreundliche Ampelschaltung, die Einhaltung von Tempo 30 durch eine Grüne Welle, das Ermöglichen des Linksabbiegens aus sowie in den Niederwall  sowie eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit. "Leider hat die Verwaltung die Planung mit Verkehrsverbänden nicht vorher beraten, wie es sonst Praxis ist. Das sollte nun nachgeholt werden".

Will die Stadt 2,6 Mio € Radverkehrsmittel ausschlagen? VCD für den Radschnellweg Artur-Ladebeck-Straße

24.5.2018

Der Ausbau der Radhauptstrecke über den Bielefelder Pass nach Brackwede wird vom Bundes-Umweltministerium mit 2,6 Mio € gefördert. Nun sieht sich die Verwaltung außer Stande,  rechtzeitig bis Ende 2020 diese Verbindung zu bauen - trotz einer bereits vorliegenden externen Vorplanung. Sie will die zugesagte Millionenförderung zurückgeben. Protest kommt jetzt vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Er ist strikt gegen diesen Rückzug: "Planerisch sollte die Strecke an der Artur-Ladebeck-Straße keine besondere Herausforderung sein, zumal es für eine fahrradgerechte Neugestaltung zahlreiche Vorbilder aus anderen Städten gibt. Der Umbau sollte mit Priorität und kurzfristig realisiert werden, wenn nötig, mit fachkompetenten externen Planern und mit Anschluss an den Jahnplatz. Der Verzicht auf dringend benötigte Radverkehrsmittel geht gar nicht!"

Vor 2 Wochen kündigte das Amt für Verkehr noch eine "scharfe Verkehrswende" an. Ein Radschnellweg auf der Artur-Ladebeck-Straße gehörte als Leuchtturmprojekt dazu. Jetzt heißt es in der Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss, unterzeichnet von Amtsleiter Reinhard Thiel, die Zeit für Planung und Bau (noch 2,5 Jahre) reiche nicht aus. Der VCD setzt dem entgegen: Die Artur- Ladebeck-Straße ist seit vielen Jahren in der Unfallstatistik negativer Spitzenreiter. Die Führung für den Radverkehr muss dort grundlegend verbreitert und sicherer werden. Das kann am einfachsten durch die Umwandlung der rechten Fahrspuren zu einem Radschnellweg erfolgen. Auch die verbesserte Anbindung nach Brackwede über den Straßenzug Lönkert ist für einen kompetenten Verkehrsplaner keine besondere Herausforderung.

In vielen Städten werden in Radentscheiden 2 Meter breite Radwege an jeder Hauptverkehrsstrasse als Standard eingefordert, in Berlin ist er im neuen Mobilitätsgesetz festgelegt. In Bielefeld soll das nach Wunsch des VCD an dieser Hauptachse des Radverkehrs Wirklichkeit werden, zumal es parallel für den Autoverkehr den Ostwestfalendamm gibt. Übrigens zeigte sich schon während der letzten Umbauphase, dass auf der A.-Ladebeck-Straße für den Autoverkehr zwei Spuren ausreichend sind.

Der VCD möchte endlich eine deutlich spürbare Verbesserung für Radfahrerinnen und Radfahrer in Bielefeld und fordert die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses auf: Tun Sie etwas für den Radverkehr an dieser zentralen Stelle!
 

Tag gegen Lärm: Pläne sind da, Umsetzung lahmt

20.4.2018

Ein besserer Lärmschutz in Bielefeld wird seit Jahren diskutiert. Der Lärmaktionsplan wurde vor zwei Jahren beschlossen. Jetzt wünschen sich die Bürger, dass etwas geschieht. Zum "Tag gegen Lärm" am 25. April mahnt der Verkehrsclub VCD schnellere Verbesserungen an.

Bisher umgesetzt aus dem Bielefelder Lärmaktionsplan wurden vor allem einige Schutzstreifen für den Radverkehr. Die besonders wirksamen Maßnahmen wie die Einführung von Tempo 30 an zehn  Straßen sind dagegen seit Jahren immer noch in der Prüfung. Lediglich an einem Abschnitt der Stapenhorststraße ist das stadtverträgliche Tempo 30 inzwischen umgesetzt. Dabei ist die Wirkung auf den Lärm deutlich - fünfzig Autos, die mit Tempo 50  unterwegs sind, machen ebenso viel Lärm wie hundert Autos, die Tempo 30 fahren.

Die lautestes Straße in Bielefeld ist der Ostwestfalendamm. Nur auf einem kurzen Abschnitt gilt hier zum Lärmschutz Tempo 80, und das nur nachts. Inzwischen steht fest, dass die Anlieger viel höherem Lärm ausgesetzt sind als bisher angegeben. Der LKW- Anteil wurde erheblich zu niedrig angenommen, wie die Ergebnisse der neuen Zählanlage belegen. "Die Schnelligkeit des Autoverkehrs wird immer noch über eine gesunde Wohnumgebung gesetzt. Dabei hat sich die Einstellung der Bevölkerung auch in Bielefeld längst verändert" meint der Verkehrsclub.

Dagegen kommt die Lärmsanierung der lauten Bahnstrecke durch Bielefeld bald voran. Die lauten Güterzüge sind fast im ganzen  Stadtgebiet hörbar und stören die Nachtruhe. Im ersten Abschnitt durch  Brake sollen ab Juli Lärmschutzwände an der stark befahrenen Strecke Hamm - Hannover gebaut werden. Im Abschnitt Bielefeld -Mitte und  -Süd läuft die Planung.

www.tag-gegen-laerm.de/aktuelles twitter.com/hashtag/taggegenlaerm

Luftreinhaltung: in Bielefeld und Paderborn erste Ansätze

15.12.2017  Der Verkehrsclub Deutschland (VCD)  begrüßt es, dass weitere Luftschadstoffmessungen u.a. des Stickstoffdioxid durchgeführt werden. Die IHK in Bielefeld und Paderborn habe die Bedeutung des Themas Luftreinhaltung erkannt. Der VCD  führt in Bielefeld auch eigene Messungen an der Jöllenbecker-, der Teutoburger- sowie an der Feilenstraße durch, wo der Grenzwert nach den vorliegenden Berechnungen des Landesumweltamtes ebenfalls überschritten wird. Die Luftqualität in den beiden gesamten Kernstadtbereichen müsse besser werden, denn weit über den Jahnplatz hinaus wird die Gesundheit durch eine zu hohe Luftschadstoffbelastung beeinträchtigt.

 

Die IHK hat ihre Messergebnisse bisher nur auszugsweise bekannt gegeben. Für den VCD ausschlaggebend sind die amtlichen Messungen. Sie weisen in beiden Städten bereits seit Jahren ungesetzliche Überschreitungen auf, in Bielefeld seit 2009 an der Stapenhorststraße und seit 2016 auch an der Herforder Straße, in Paderborn an der Bahnhofstraße, der Friedrichstraße und in Schloß Neuhaus.

 

Positive Ansätze sieht der Verkehrsclub im Vorstoß im Bielefelder Stadtentwicklungsausschuss und Stadtrat für die Einrichtung einer Umweltspur und ein emissionsfreies City-Logistik-Konzept mit einem stadtnahen Logistikzentrum am Güterbahnhof, sowie in Paderborn im Einbau hochwirksamer Abgasreinigung bei den Padersprinter-Bussen. Auch die Überlegung der IHK sei konsequent, das Umsteigen vom eigenen Auto auf den ÖPNV durch einen kostenlosen Busverkehr zu fördern.