Nordrhein-Westfalen

Landesverband NRW

Luftreinhaltung: VCD NRW begrüßt Gerichtsurteile / Druck auf Politik und Autoindustrie muss hoch bleiben, damit Grenzwerte eingehalten werden

Der VCD NRW begrüßt die aktuellen Gerichtsurteile zur Luftreinhaltung, die auch Einfahrtbeschränkungen für ältere Diesel-Fahrzeuge beinhalten. Nur wenn der Druck auf Politik und Industrie hoch bleibt, besteht überhaupt die Chance, dass der Gesundheitsschutz der Bevölkerung erreicht wird - von der notwendigen Verkehrswende noch gar nicht zu reden.

Dabei sind weiterhin alle gefordert:

- die Politik für klare Vorgaben an Industrie und Bürger*innen und die Kontrolle

- die Industrie für die ehrliche Umsetzung (inklusive Bezahlung der Hardware-Nachrüstung)

- die Bürger*innen für das Überdenken ihres Verkehrsverhaltens.

Denn unabhängig von allen berechtigten Diskussionen um Grenzwerte liegt die Entscheidung, bei welchen Gelegenheiten und wie oft man etwa mit dem Auto fährt, bei jedem selbst und ist somit - in gewissen Grenzen und in unterschiedlichem Maße - veränderungsbedürftig und veränderbar.

Verkehrspolitisch gehört dazu neben der Stärkung der Alternativen Bus und Bahn, Fahrrad und Fuß auch eine Regulierung des Autoverkehrs - u.a. in dem dessen Privilegierung bis hin zum Steuerrecht abgebaut wird. Der VCD NRW hat entsprechende Vorschläge gemacht, vgl. zuletzt die von der VCD-Landesdelegiertenversammlung Anfang September beschlossene "Düsseldorfer Erklärung".

Welche Auswirkung die von der Politik immer wieder - zu Recht - betonte Förderung etwa des öffentlichen Verkehrs hat, wenn man diese isoliert d.h. ohne gleichzeitige Regulierung des Autoverkehrs betreibt, kann man derzeit wie in einem Brennglas auf der vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen betrachteten hoch belasteten Kurt-Schumacher-Straße in Gelsenkirchen (zwischen Hbf und der Schalke-Arena) beobachten. Dort läuft seit Februar ein Modellversuch, in dem der bereits dichte Takt der Straßenbahnlinie 302 werktags von zehn Minuten nochmals auf nun fünf Minuten verdichtet wurde und gleichzeitig ein günstiges - allerdings nur online und räumlich begrenzt erhältliches -Tagesticket für 2 EUR angeboten wird. Ergebnis: Bis Mitte Juli wurden 355 Tickets verkauft, macht etwa 2,5 pro Tag. Das heißt: wenn man im Bestfall annimmt, dass von den Nutzer*innen jede Person zuvor einzeln in ihrem Pkw die Straße in die eine und andere Richtung befahren hat, wurden damit täglich 6 (in Worten: SECHS) Pkw-Fahrten vermiedern - von rund 35 000. Das allein wird also nicht reichen - auch wenn sich manche noch immer schwer tun mit dieser Erkenntnis.

 

 

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