Nordrhein-Westfalen

Kurzporträt

VCD Regionalverband Köln e. V. - Kurzporträt

Die Anfänge

In den achtziger Jahren rücken globale wie lokale Umweltprobleme mehr und mehr ins Bewusstsein der Menschen. Als Quelle von Schadstoffen, Lärm, Treibhausgasen und Unfalltod gerät auch der Verkehr zunehmend in den Fokus. Daraus entspringt die Idee: Ein Club muss her, der sich als ökologische Alternative zum ADAC für eine umwelt- und sozialverträgliche Mobilität stark macht. Im Juni 1986 ist es soweit. Aktivisten aus Umweltverbänden, Wissenschaftler und engagierte Privatmenschen gründen den Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), der u. a. 1992 als großen Erfolg die Einführung der BahnCard für jedermann erreicht.

Auch in Köln sehen Verkehrsinteressierte Ende der 80er Jahre große Herausforderungen zur Verbesserung der nichtmotorisierten Mobilität. Am 26.06.1988 wird eingeladen zum Gründungstreffen des „VCD Köln e. V.“, wo der langjährige Präsident der Stunksitzung, Jürgen Becker, die Kölner Verkehrspolitik karikiert.

Zwei Jahrzehnte Lobbyarbeit für umweltfreundliche Mobilität

Es folgt ein langjähriges Engagement ehrenamtlich tätiger Verkehrsplaner, Verkehrspolitiker, Ingenieure, Bus- und Bahnfans und kritischer Fußgänger und RadfahrerInnen. Ein paar Höhepunkte werden nun beschrieben.

Im Juli 1989 stellt der VCD Köln eine Ampel-Warte-Bank an der Kreuzung Breite Str./Nord-Süd-Fahrt auf, um auf überlange Rotzeiten für Fußgänger hinzuweisen. Die Aktion wird danach bundesweit mit roten „Warte-Sofas“ aufgegriffen. Ebenfalls in diesem Jahr wird auf Initiative des VCD das Forum Kölner Verkehrsinitiativen als gebündeltes Sprachrohr aller Verkehrs- und Umweltinitiativen in Köln gegründet. Der VCD bringt die Buslinie auf der Inneren Kanalstraße in die Diskussion und in Kooperation mit dem AStA der Uni Köln fährt ein angemieteter Bus auf einer mit einer Menschenkette abgegrenzten „Busspur“ zur Uni. Lange vor dem offiziellen Planungsbeginn zuckelt eine VCD-Bimmelbahn auf der Straße von Junkersdorf nach Weiden, wo heute – wie damals gefordert – auf Gleisen die Bahnlinie 1 fährt.

Der VCD Köln fördert das Konzept des Nachbarschaftsautos und legt mit der im Jahr 1992 beim VCD Köln angesiedelten ABM-Maßnahme „Stadtteil-Auto“ den Kölner Grundstein des heute bundesweit erfolgreichen Car-Sharing-Unternehmens cambio.

Hemmschwellen zur Nutzung von Bus und Bahn abbauen erfordert optimierte Fahrgastinformation. 1994 erstellt der „Arbeitskreis ÖPNV“ den ersten VCD-Nachtfahrplan für Köln. Wie viele andere Anregungen hat die KVB auch diese Idee aufgenommen und bietet nun ein eigenes Faltblatt für Nachtschwärmer an. Der Kölner Nachtverkehr bleibt angesichts aktueller und geplanter Kürzungen trotz steigernder Fahrgastzahlen ein wichtiges Thema.

Mit vielen Fahrraddemonstrationen mit tausenden TeilnehmerInnen, Beteiligung an „autofreien Tagen“ und Mitarbeit in der Kölner Velo-Runde, die aus Vertretern der Stadt Köln und externen Fachleuten zusammengesetzt ist, werden das Bewusstsein für die Belange des Radverkehrs wachgehalten und konkrete Fortschritte erzielt. Auf zahlreichen Aktionstagen zeigt der VCD Köln mit Infoständen Flagge für den sanften Verkehr, so zum Beispiel an Weltkindertagen zur Förderung von Tempo 30 (Motto „Kinder haben keine Airbag“). In Kooperation mit dem AStA der Musikhochschule spielen Kölner MusikerInnen beim „1. Staukonzert“ an großen Kölner Straßenschneisen gegen den Lärm.

In den 90er Jahren erweitert sich der Kölner VCD um die Kreisverbände in Leverkusen, im Erftkreis, in Rhein-Berg und im Kreis Euskirchen und benannte sich in „VCD Köln und Umgebung e.V.“ um.

Mit der Aufnahme des Oberbergischen Kreises durch Beschluss der Mitgliederversammlung am 04.07.2012 erfolgte schließlich die Umbennung in "VCD Regionalverband Köln e. V.".

Maßgebliche fachlich fundierte Beiträge bringt der VCD zu allen Planungen im Bahn- und Radverkehr in der Region. So zum Beispiel eine alternative Streckenführung für die Nord-Süd-Bahn, die – als Konzept von den Kölner GRÜNEN übernommen –  im Wettbewerb der Varianten auf Platz 2 landet und bei Berücksichtigung der jetzt absehbaren tatsächlichen Kosten wohl gewonnen hätte. Die Mitgliederzeitschrift RHEINSCHIENE informiert seit 19 Jahren zweimal jährlich über die Aktivitäten des Vereins.

Ausblick

Wie bisher so bietet auch in Zukunft der VCD seine Fachkompetenz in Diskussionen zu verkehrspolitischen Fragen an. Angesichts der kritischen Haushaltslage der Kommunen sowie der Prioritäten der NRW-Landesregierung, unter denen der Schienenverkehr nur in geringem Umfang weiterentwickelt wird, sind mehr denn je kreative Lösungen für den ÖPNV gefordert. Der diesjährige 1. Bürgerhaushalt der Stadt Köln hat gezeigt, wie viel die Themen des Rad- und Bahnverkehrs den Bürgerinnen und Bürgern bedeuten. Der VCD unterstützt die bei der Stadt Köln begonnene verstärkte Förderung des Radverkehrs durch kritische Vorschläge. Dies gilt auch beim Erneuerungsprogramm für Ampeln (VCD-Konzept „Ärger-Ampeln“ – Vorrang für Fußgänger und Radfahrer). Eine weitere Herausforderung stellt der nächste Nahverkehrsplan für Köln dar.

Quelle: VCDVCD-Podiumsdiskussion im CityCenter Chorweiler mit Vertretern aus Politik, KVB und Stadtverwaltung am 29.01.2002. Das VCD-Konzept für einen optimierten Busverkehr im Stadtbezirk erhält 2002 den Umweltpreis der Stadt.

Termine des VCD Köln

Hinweise auf Veranstaltungen, Mitgliederversammlungen, Vorträge etc. 

zu den Terminen

Vorstandssitzungen

Die Vorstandssitzungen finden etwa monatlich im Umwelt- und Verkehrszentrum der Alten Feuerwache (Melchiorstr. 3, 50670 Köln) statt und sind öffentlich. Jede und jeder Interessierte ist herzlich willkommen.

Auf den Vorstandssitzungen kommt regelmäßig die gesamte Bandbreite unserer Themen zur Aussprache.

Der Vorstand trifft sich im regelmäßig einmal monatlich dienstags um 19.30 Uhr, meist am 2. Dienstag im Monat.