Nordrhein-Westfalen

Köln

„Kölle kritt dr Kollaps – mieh Platz för Rädcher“

Der VCD beim Kölner Geisterzug 2019, unsere Motivation

Der VCD Regionalverband Köln unterstützt seit seiner Gründung vor über 30 Jahren eine umwelt- und sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität in und rund um Köln. Wir möchten einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr und eine Gestaltung des Stadtraums, die Fußgängern und Radfahrern gleichermaßen gute Bedingungen bietet. Dies geht nur, wenn der Autoverkehr auf das notwendige Maß begrenzt wird.

Bei dem Motto des diesjährigen Geisterzuges ist daher unsere Beteiligung eine Selbstverständlichkeit. Schließlich gib es viele böse Geister, die uns daran hindern, zügig, sicher und genussvoll durch die Stadt zu radeln. Diese

·         nötigen uns zu Umwegen, Zickzackfahrten und langen Wartezeiten vor Ampeln, damit der Autoverkehr möglichst ungehindert fließen kann,
·         verändern den Blickwinkel der Ordnungsbehörden derart geschickt, dass diese außerstande sind, auf Radfahrflächen parkende Autos, beschädigte Radwege oder andere Missstände zu erkennen, geschweige denn zu ahnden und zu beseitigen,
·         bilden sich ein, als Liefergeist dürften sie ihre Transportfahrzeuge überall abstellen können,
·         flüstern auch anderen Autofahrern ein, dass sie mit ihren Fahrzeugen bedenkenlos auf Radwegen und Bürgersteigen halten und parken dürfen,
·         zwingen uns immer noch viel zu oft, holprige, enge Radwege zu benutzen,
·         asphaltieren weiterhin städtischen Boden zugunsten von Fahrspuren und Parkraum für den Autoverkehr,
·         versuchen uns immer wieder aufs Neue einzureden, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen und Fahrverbote unsere Freiheit gefährden,
·         verhindern, dass unübersichtliche, gefährliche Orte entschärft werden (dass die bösen Geister seltener geworden sind, die solche Gefahrensituationen neu schaffen, ist eine bislang noch nicht hinreichend bestätigte Vermutung),
·         haben Spaß daran, Flaschen auf offener Straße zu zerdeppern und so viele Stellen der Stadt mit einem (nicht nur knirschendem) Glasteppich auszustatten,
·         führen regelmäßig in Herbst und Winter durch schlecht geräumte Radwege die Radfahrenden im wahrsten Sinne des Wortes aufs Glatteis,
·         streuen immer wieder aufs Neue seit langem widerlegte Gerüchte aus, um bessere Bedingungen für den Radverkehr zu verhindern (z. B. dass der Rückbau von Parkplätzen auf innerstädtischen Einkaufsstraßen den dortigen Einzelhandel in den Ruin treiben würde),
·         sorgen dafür, dass viele gute Ideen und Konzepte für einen besseren Radverkehr auf ihrem Weg durch die städtischen Instanzen verzögert, zur Unkenntlichkeit verändert und nicht selten schlicht und einfach liegen gelassen werden.

Diese unsystematische Aufzählung böser Geister ist nicht vollständig. Sie genügt aber als Beleg dafür, dass es auch in Köln immer noch zahlreiche und vielfältige Gespenster gibt, die dem Radverkehr Raum nehmen, ihn unkomfortabel werden lassen und damit seine Ausweitung erschweren. Deshalb ziehen wir mit dem Geisterzug durch Köln, vertreiben alle diese bösen Geister und erobern uns die Straße zurück.

Zum Glück gibt es mittlerweile aber auch immer mehr gute Geister, die dem entgegenwirken und deutliche Verbesserungen fordern und umsetzen möchten. Und um diese Entwicklung zu stärken, beteiligen wir uns am Geisterzug 2019.

Hier starten die Geister

Unsere Motivation

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