Nordrhein-Westfalen

Röhrtalbahn-Faktensammlung

Aufgrund der Fragen aus der Bevölkerung, die an uns herangetragen wurden, haben wir entschieden hier eine Faktensammlung anzubieten. Diese Liste lebt und wird ständig erweitert und verbessert um dem Informationsanspruch der Bevölkerung Rechnung zu tragen.

Es handelt sich hier um keine alltägliche fachliche Materie. Wir haben großes Verständnis dafür, dass der Alltag der Menschen normalerweise von anderen Themen beherrscht wird und Aufklärung darum wichtig ist. Aufgrund der Vielzahl der Einzelpunkte ist diese Liste ein erster Versuch. Wir werden sicher bald verschiedene Kapitel bilden.

Der AK Verkehr der Agenda21-Gruppe ist ein offener Arbeitskreis und jeder Bürger ist willkommen! Für Kritik, Verbesserungen und Anregungen sind wir offen!

Wussten sie schon, dass ...

  1. 1. … der Bund seit der Bahnreform bzw. Gründung der DB AG am 1.1.1994 die Finanzierung des SchienenPersonenNahVerkehrs (SPNV) als Daseinsvorsorge definiert hat und damit die vollständigen Kosten für den SPNV trägt? Genauer gesagt: rund 67% der Gesamtkosten zahlt der Bund, 33% stammen aus Fahrgeldeinnahmen.
     
  2. 2. … dass die Reaktivierung der Röhrtalbahn inklusive neuer Gleise und Haltepunkte daher aus Bundesmitteln bezahlt wird, weil die Gutachten zur Nutzen/KostenUntersuchung (NKU) aus 2010 und 2011 positiv ausfielen?
     
  3. 3. ... dass nicht nur die Bahnen sondern auch Busse beim Kauf und Betrieb von der öffentlichen Hand bezuschusst werden und andernfalls Morgen früh kein Bus mehr fahren würde? Da dieses "Defizit" wenig bekannt ist, wird darüber auch wenig diskutiert. Wichtig: das ist Daseinsvorsorge! Sonst wären am nächsten Montag auch die Schulen zu.
     
  4. 4. … dass nach Arnsberg und Neheim-Hüsten auch Sundern, Stemel, Hachen und Müschede mit der Reaktivierung der Röhrtalbahn behindertengerechte barrierefreie Bahnsteige mit 76 cm Höhe bekommen um niveaufrei ein- und aussteigen zu können?
     
  5. 5. ... dass die Fahrradmitnahme in den Zügen auf der Röhrtalbahn an jedem Tag im Jahr in allen Zügen mit deutlich höherer Kapazität möglich sein wird als heute in den Bussen. Gleiches gilt auch für Rollstühle und Kinderwagen. In Bussen können max. nur 1 Rollstuhl oder 1 - 2 Kinderwagen mitgenommen werden. Fahrräder müssen bei Platzmangel den Bus verlassen, weil Rollstuhlfahrer und Kinderwagen Vorrang haben. Mobilitäteingeschränkte Personen haben in der Bahn Vorteile beim Platzangebot und Fahrkomfort.
    Der touristische Radverkehr wird daher erst mit der Röhrtalbahn und den dabei typischen Kapazitäten eines modernen Triebwagens für die Fahrradmitnahme deutlich verbessert. Übrigens: Im Schienenverkehr sind Toiletten vorhanden, im Bus nicht.
    Der VCD hat 2002 ein Radwegekonzept für das Röhrtal entwickelt. Die Achse B 229 und L 519 ist eine der am stärksten befahrenen Straßenrelationen in unserer Region. Trotzdem waren Radwege nicht in Planung. Das vorliegende Konzept wurde mit einem Anerkennungspreis beim Wettbewerb "Umweltpreis der Stadt Arnsberg" ausgezeichnet. Hier geht es zum Konzept. Seitdem sollte allen klar sein, dass ein Ausspielen der Bahn gegen einen Radweg keinen Sinn ergibt. Es ist in 15 Jahren erst das Stück Hachen-Reigern umgesetzt worden, in Müschede nur die Angebotsstreifen. Mit der Lösung einiger Probleme wird gerechnet ohne ein Stück Bahntrasse zu verwenden.
     

Bf Neheim-Hüsten: Neuer Röhrtalbahn-Bahnsteig

  • G. Schulte, Juni 2018 Juni 2018: Der Bahnsteig für die Röhrtalbahn in Neheim-Hüsten ist bereits fertiggestellt.
  • W. Schiwek 2.9.2018 Der "kleine" Pesa LINK der Baureihe 632 im Hbf Dortmund an Gleis 3. Er wird seiner Optik wegen als "Hai" bezeichnet. Diese neuen 2teiligen Triebwagen werden bald im Sauerlandnetz vorherrschend sein. Demnächst werden auch die 3teiligen Pesa 633 LINK ausgeliefert.
SW 22.9.2018 20:40Bis zur vollen Inbetriebnahme des Bahnhofs Neheim-Hüsten fahren alle Züge rechts von Gleis 4. Ab dem 1.11.2018 nutzen die Züge Gleis 1 und Gleis 2 (die linke Bahnsteigkante)
  1. 6. … dass der Bahnsteig mit Gleis 4 für die Röhrtalbahn in Neheim-Hüsten aufgrund der hohen Priorität im Nahverkehrsplan des NWL bereits fertig gestellt und in Betrieb ist? Hier sind im Einzelfall in der Zukunft nicht nur Pendelfahrten möglich, sondern bei Bedarf auch das Zusammenkuppeln zweier Triebwagen zur gemeinsamen Weiterfahrt nach Hagen oder Dortmund. Dies geschieht im Regelfall mit entsprechender Signaltechnik bereits heute bei den Zügen aus Dortmund nach Winterberg/Brilon-Stadt, die in Bestwig "geflügelt" (geteilt/zusammengekuppelt) werden.
     
  1. 7. … dass es von Dortmund Hbf bis Sundern Bf dann nur noch rechnerisch 5 m Abstand zu Fuß sind? Das ist die Breite des von der DB Netz AG gebauten Bahnsteigs an Gleis 4 im Bf Neheim-Hüsten ;-)  Der heutige Fußweg von den Bahnsteigen zu den Bussen vor dem Bahnhofsgebäude Neheim-Hüsten entfällt stündlich ab der Reaktivierung.
     
  2. 8. … dass die Personenzüge, die auf der Röhrtalbahn fahren würden - im Gegensatz zum kommunalen Busverkehr - ebenfalls komplett aus Bundesmitteln (den sog. "Regionalisierungsmitteln") bezahlt werden? Der Mittelfluss ist folgendermaßen: Bund > Land NRW > ZRL/NWL > RLG. Das ist dann das gleiche wie bei allen anderen Zügen, die in Neheim-Hüsten fahren.
     
  3. 9. ... dass sich durch die Reaktivierung der Röhrtalbahn die Kreisumlage verringert? Diese Summen wurde bereits berechnet und den Politikern in Sundern bekannt gegeben.
     
  4. 10. … dass diese Bundesmittel, wenn sie nicht bei uns investiert werden, woanders für Schienenpersonenverkehr (Reaktivierungen, Bau oder Ausweitung des Angebots/der Verbindungen) ausgegeben werden? (Im besten Fall im Westfalen, im schlechtesten Fall für 100 m U-Bahn in Köln). Die Behauptung, dass diese Mittel gespart werden können ist falsch. Sie werden auf jeden Fall ausgegeben. Deswegen lautete die Expertenempfehlung im November 2017 im Sunderner Rathaus an die Ratsmitglieder: "Der Euro kann nur einmal ausgegeben werden – Drittmittel des Landes in die Region holen."
     
  5. 11. … dass der Busverkehr gestärkt wird? Müschede erhält nur mit der Röhrtalbahn eine halbstündliche Busverbindung vom Oberdorf nach Neheim - zusätzlich zum Bahnanschluss. Denn der 15-Minutentakt ab Hüsten Markt wird bleiben. Da ersetzt laut Gutachten die StadtBus-Linie C8 die S20. Sundern erhält eine Neuausrichtung der lokalen Buslinien auf die neue starke Bahnachse:
    "Anpassung der lokalen Linien in Sundern (431,432, 434 und 436) auf die An- und Abfahrtszeiten der Röhrtalbahn in Sundern" (S. 72, Gutachten B.U.P.)
     
  6. 12. ... dass die Regionalisierungsmittel streng zweckgebunden für die Schiene sind. Ein Radweg muss aus anderen Töpfen finanziert werden.
     
  7. 13. … dass 1 km Bahntrassenradweg ca. 200.000 - 300.000 € kostet? Ein durchgängiger Bahntrassenradweg von 14 km Länge würde daher 3 - 4 Millionen € kosten, die die Städte Arnsberg, Sundern und der HSK zu finanzieren hätten. Welches Defizit hat ein Radweg? Die Kosten für den Rückbau der Strecke und deren baulichen Anpassungen für die Stadt Sundern sind den Ratsmitgliedern vorgerechnet worden.
    Hinzu käme der Streckenerwerb (die RLG würde die Trasse natürlich nicht behalten, denn sie ist Bus- und Bahnunternehmen und nicht Radwegebetreiber). Die Entsorgungskosten für die durchgängigen Holzschwellen kämen noch dazu. Es gibt aber keine Gutachten, keine belastbare Zahlen und kein Konzept zur Signalisierung der Bahnübergänge damit die einzelnen Radfahrer, die ja weit häufiger sind als die Züge sind, queren können. Es ist daher logisch in einem ersten Ansatz anzunehmen, dass der Straßenverkehr durch querende Radfahrer stärker und häufiger zum Halten kommt.
     
  8. 14. ... dass für einen Radweg auf der Achse Borken - Bocholt - Coesfeld eine Kostenschätzung von 42 Mio. € dazu geführt hat, dass nun ein Gutachten über die Reaktivierung dieser ehemaligen Westmünsterlandbahn (ehemals Empel-Rees - Coesfeld - Münster) mit Durchbindung ins Oberzentrum Münster erstellt wird?
     
  9. 15. … dass vor einer Stilllegung einer Bahnstrecke diese dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG) nach öffentlich für andere Eisenbahnunternehmen ausgeschrieben werden muss?
     
  10. 16. … dass bei einer Streckenübernahme sämtliche Flächen und Rechte an den neuen Betreiber übergehen und somit unserer heimischen und in kommunalen Eigentum befindlichen RLG entzogen würden?
     
  11. 17. … unsere kommunale RLG für den Betrieb auf der Röhrtalbahn für jeden gefahrenen Kilometer eine Art Schienen-Maut einnimmt und somit die Einnahmesituation verbessert wird? Erläuterung: das ist - ähnlich wie seit dem 1.7.2018 die Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen - auf jeder Bahnlinie so, dass der Infrastrukturbetreiber für die Nutzung durch Dritte einen Trassenpreis bekommt. Auch dieses Geld kommt aus den RegG-Mitteln für den Schienenpersonennahverkehr. Rechenbeispiel: Bei 5 €/km würde ein Zugbetreiber hin und zurück (28 km) 140 € in die Kasse unserer RLG einzahlen. Die 140 € kommen aus den Regionalisierungsmitteln (gemäß RegG) des Bundes.
     
  12. 18. … dass Schrankenschließzeiten in der Größenordnung der Rotphase einer Fußgängerampel liegen? Dafür fallen dann die im Straßenraum haltenden Busse der S 20 weg (Montags bis Freitags täglich 28 Fahrten, Samstags 12 Fahrten, Sonntags Null), hinter denen Autofahrer dann nicht mehr warten müssen.
    Auch entfallen natürlich die Pkw der Menschen, die erst im Gesamtkonzept (Röhrtalbahn + Linie R25 + direkte hochwertige Anbindung in Neheim-Hüsten an Dortmund) einen persönlichen Vorteil sehen und daher freiwillig umsteigen. Diese Effekte wurden in dem Gutachten von 2011 in allen 4 Modellvarianten nachgewiesen.
    Es können je nach Fall auch 35 Sekunden Schließzeit unterschritten werden. Dazu muss aber erst ein Bahnübergangskonzept nach den aktuellen (!) Regeln der Technik erstellt werden. Erst seit wenigen Jahren hat dabei die Minimierung der Schließzeiten für den Straßenverkehr Priorität. Ängste zu schüren durch ein Herbeireden eines Verkehrskollapses im Röhrtal sind unredlich und entbehren jeder Grundlage. Beobachtungen von Laien aus anderen Bundesländern und von nicht mehr zulassungsfähiger Alt-Technik, die vielleicht noch Bestandschutz hat oder schon mit Zwangsfristen für Umbauten belegt ist, sind auch nicht hilfreich in der Debatte.
     
  13. 19. ... dass Niemand mit dem Bus oder Bahn fahren muss. Je mehr Menschen aber auf Bus & Bahn umsteigen, desto weniger Verkehr ist im Röhrtal. In jedem Augenblick gilt: jeder zweite Mensch in Deutschland kann gerade nicht Pkw fahren (weil zu jung, zu alt, kein Führerschein, kein Auto verfügbar, krank, ...).
     
  14. 20. ... dass die Sonderfahrten auf der Röhrtalbahn immer viele Wochen vor den Fahrten ausgebucht sind und es lange Wartelisten gibt? Das zeigt: Ist das Angebot da, wird es auch genutzt.
     
  15. 21. ... dass die Fahrgastzahlen in Bus und Bahn seit Jahren ansteigen und auch in diesem Jahr zu einem neuen Rekord geführt haben?
     
  16. 22. ... dass in einem Pendelverkehr selbstverständlich Güterverkehr möglich ist? Die CDU Sundern hat hier unter Punkt 5 im Blickpunkt 10 merkwürdige Thesenpunkte hereinkopiert. Da steht z. B. "5. Güterverkehr ist in einem Pen­del­ver­kehr nicht umsetz­bar." Wer solche Falschbehauptungen in die Welt setzt, kann sich nicht ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Wer die Option für den Güterverkehr aufrecht erhalten will, braucht dafür einfach nur die Kreuzungsmöglichkeiten in Hüsten(-West) und Hachen erhalten. Güterwagen können daher von und nach Hüsten West, Hachen und Sundern gefahren werden. Güterverkehr ist nur dann nicht mehr möglich, wenn in Sundern, Hachen und Hüsten West alle Nebengleise und Weichen und auch noch in Neheim-Hüsten alle Bahnanlagen und Weichen abgerissen würden, die Fahrten nach Sundern ermöglichen, während der Triebwagen der Röhrtalbahn zwischen 5 und 10 Minuten (je nach Zielfahrplan) in Neheim-Hüsten an Gleis 4 steht.
     
  17. 23. ... dass der Bund am 28.6.2018 einer Senkung der Trassenpreise für den Schienengüterverkehr in Höhe von 175 Mio.€ für 2018 zugestimmt hat? Damit werden die Trassenkosten der Güterbahnen noch in diesem Jahr fast halbiert. Für 2019 sind jährlich 350 Mio.€ vorgesehen. Das stärkt die Schienengüterverkehrsunternehmen und hilft Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern.
    Das illustriert das Video: Innovation für den Schienengüterverkehr der Zukunft
    Hier wird der Masterplan Schienengüterverkehr mit seinen wichtigsten Maßnahmen Trassenpreissenkung, Großknoten, 740-Meter-Netz, Elektrifizierung, Abgaben & Steuern, Digitalisierung & Telematik, ... dargestellt.
     

Termine des VCD Hochsauerland e.V.

VCD-Treff ist jeden 1. Donnerstag im Monat um 17 Uhr im Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg, Raum 1.08A

Weitere Veranstaltungen, an denen der VCD Kreisverband Hochsauerland e. V. beteiligt ist oder  die thematisch zu uns passen, und an denen i. d. R. weitere Interessierte teilnehmen können:

- Lokale-Agenda-21, Gruppe Röhrtalbahn
- AK Radverkehr der Stadt Arnsberg
- AK Radverkehr der Stadt Sundern

Hier gibt es Hinweise auf Veranstaltungen, Mitgliederversammlungen, Vorträge etc. 

zu den Terminen