Nordrhein-Westfalen

Hochsauerland

Fahrzeugprobleme auf der Oberen Ruhrtalbahn - Verspätungen

Durch den Ausfall zumindest eines VT 644 wurde gestern auf der Linie RE 57 ein VT 628 eingesetzt. Beide haben dieselbe Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h aber der 628 hat ein deutlich geringeres Beschleunigungsvermögen, so dass der Fahrplan nicht eingehalten werden kann. Zudem ist der Fahrgastwechsel beim 628 länger, weil dort nicht von den modernisierten Bahnsteigen niveaufrei eingestiegen werden kann sondern kleinere Türen vorhanden sind und Stufen erklommen werden müssen.

So fuhr als Ersatz-Ersatz-Zug gestern, am 25.12.2016 um 10:41 ab Dortmund Hbf ein VT 628 nach Winterberg. Derselbe Dieseltriebwagen fuhr um 17:24 ab Freienohl nach Dortmund Hbf und kam verspätet an, so dass der IC nach Hamburg nicht erreicht werden konnte.

Betroffene Fahrgäste der RE57 können bis zur Lösung der Probleme nur vorbeugend im Abschnitt Bestwig - Fröndenberg auf die eine halbe Stunde früher verkehrende RE 17 ausweichen und in Schwerte nach Dortmund umsteigen. So kann Dortmund Hbf stündlich zur Minute 8 erreicht werden statt zur Minute 17 mit unkalkulierbarer Verspätung von 7 bis 9 Minuten. Als Beispiel zeigt das Bild die Verspätung von 6 Minuten beim RE 10970.

Hintergrund

Für die für ab dem 11.12.2016 für das Sauerlandnetz vorgesehenen neuen Züge des polnischen Herstellers PESA gibt es Liefer- und Zulassungsschwierigkeiten. Die DB Regio AG hatte nach der Ausschreibung durch den ZRL das Sauerlandnetz gewonnen und wollte mit neuen Fahrzeugen antreten, die 140 km/h fahren können. Die VTs der Baureihen 640, 643, 644 und 628, die stattdessen als Ersatz fahren, schaffen nur 120 km/h. Dabei sollten die VT 628 eigentlich ganz verschwinden. Dies war am 11.12. auch der Fall, doch danach wurden sie leider täglich gesichtet.

An Samstagen betrug die Fahrzeit zw. Winterberg und Dortmund in den letzten Jahren 1h49' (Gegenrichtung 1h51'). Nun ist diese Regelfahrzeit um 3' (in Richtung Dortmund um 8') gekürzt worden. Auch den damaligen Puffer der 4minütigen Standzeit in Arnsberg Richtung Dortmund (Minute 44 bis 48) gibt es nicht mehr. Die neuen Fahrzeiten sind mit dem VT 628 nicht zu halten was in beiden Richtungen zu Verspätungen führt. Es ist zu hoffen, dass diese Noteinsätze bald nicht mehr nötig sind.

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