Nordrhein-Westfalen

Hagen - Märkischer Kreis
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Fällt die Verkehrswende in Hagen aus?

In einem Kommentar zur Finanzlage der Stadt Hagen drückt WPWR-Redakteur Martin Weiske die Befürchtung aus, dass eingeplante Investitionen auf Grund der angespannten Finanzlage der Stadt nicht realisiert werden könnten. Zu diesen gefährdeten Planungen zählt er auch die sogenannte ‚Verkehrswende‘.

Dazu die Stellungnahme der „Verkehrswende Hagen – Hagener Forum für Fuß- und Radverkehr“:

Dass der Autoverkehr in Hagen mit einem Anteil von deutlich über 60% an allen zurückgelegten – auch noch so kurzen - Wegen so dominant ist, hat im Wesentlichen damit zu tun, dass er finanziell bisher immer vorrangig subventioniert wird: So belastet die Bahnhofshinterfahrung den städtischen Haushalt zwar „nur“ mit ca. 20 Mill Euro (immerhin mehr als 100€ für jede(n) Hagener*in und den Steuerzahler insgesamt mit dem vollen Betrag von 65 Millionen Euro – ca. 40.000 Euro pro laufendem Meter), trägt aber nichts zur Verkehrswende bei – im Gegenteil: Jede neue Straße, insbesondere Umgehungsstraßen wie die Bahnhofshinterfahrung ziehen zusätzlichen Pkw-Verkehr an und belasten den zukünftigen Haushalt mit ihren Folgekosten (Reinigung, Instandhaltung, Rückbau).

Gleichzeitig sind zwar viele Planungen durchaus im Sinne der Verkehrswende gedacht, fallen aber unnötig teuer und zeitintensiv aus - warum? Weil man von der effektivsten Methode keinen Gebrauch macht – der Umwidmung von Verkehrsflächen. In vorauseilendem Gehorsam vor einer lauten Minderheit plant man lieber mit vielfachen Kosten um einzelne Parkplätze und Zusatzspuren herum, statt auf die mündige Mehrheit der Bürger zu setzen. Diese tauschen nämlich sehr gerne einige wenige Parkplätze gegen verbesserten ÖPNV, mehr Radwege, komfortablere Fußwege und ein insgesamt attraktiveres Stadtbild ein.

Gegen den in der WP oft beklagten Mangel an Parkplätzen ist bei einem jährlichen Zuwachs des Hagner Pkw-Bestandes um deutlich mehr 1.000 Fahrzeuge sowieso nur ein Kraut gewachsen: 

Andere Verkehrsmittel und Fortbewegungsarten so attraktiv machen, dass man gerne umsteigt.

Dass bisher die Verkehrswende zwar oft thematisiert aber kaum realisiert wird, liegt in Hagen seit jeher am mangelnden politischen Willen und  nicht am fehlenden Geld.

Nikolaj Krieg, Verkehrswende Hagen Hagener Forum für Fuß- und Radverkehr

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