Nordrhein-Westfalen

Bahn & Bus, Pressemitteilung, Radverkehr
Ennepe-Ruhr

Schrotträder entfernen ja – Bahnhofsparken verurteilen nein

PM 02/2014 - Diese Meldung bezieht sich auf einen WAZ-Artikel vom 23.04.2014. Ein weiterer Artikel mit Bezug auf unsere Meldung wurde am 24.04.2014 in der WAZ veröffentlicht.

 

Sehr geehrter Herr Kopps, sehr geehrte WAZ-Redaktion,

ich habe mich sehr gefreut im Lokalteil der WAZ heute einen Artikel zum Thema Fahrradparken am Wittener Hauptbahnhof lesen zu können. Der VCD Ennepe-Ruhr gibt der Kernaussage Ihres Artikels Recht: Der Hauptbahnhof darf, genausowenig wie alle übrigen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in Witten, nicht durch das Zurücklassen von Schrotträdern (ausdrücklich verstanden als wirklich nicht mehr genutzte Räder) zu einem Attraktivitätsverlust für das Radfahren oder gar zur Blockade oder Gefahr für Fußgänger werden.

Dennoch möchten wir im Sinne eines intermodalen Verkehrs (= die Kombination mehrerer Verkehrsmittel für einen Weg) einige Ausführung Ihres Artikels noch ergänzen bzw. für die gemachten Beobachtungen und Aussagen auch noch andere Interpretationen bereitstellen.

 „Am Dienstag, dem ersten Werktag der Woche, waren mitnichten alle [Fahrradstellplätze] belegt, sondern immer noch fünf frei.“

Diese Situation kann ohne eine genaue Beobachtung der Zu- und Abfahrten von Rädern aus unserer Sicht nicht bewertet werden. Viele der am Bahnhof stehenden Fahrräder sind nicht zwangsläufig zurückgelassene Räder. Vielmehr ist es, gerade in Städten ohne öffentliches Fahrradverleihsystem – neidisch schauen wir als VCD EN auf die äußerst erfolgreiche Entwicklung von metropolradruhr in Bochum -  für in Witten ankommende Nutzer(innen) des ÖPNV ohne guten Folgeanschluss üblich ein Fahrrad für den weiteren Weg am Hauptbahnhof abzustellen. Wenn sich also die absolute Anzahl der Räder kaum verändert hat, kann dies auch auf ein Gleichgewicht von Zu- und Abfahrten deuten. Zusätzlich sind aktuell noch Schulferien. Auch dies dürfte die Bewertung mit Blick auf einen normalen Werktag eher erschweren.

 „Richtig schlimm sei es natürlich außerhalb der Ferien. „Da stehen hier doppelt so viele Räder.“ Die würden dann an jeder Pollerstange und jedem Schild festgekettet. „Eine Frechheit, da kommt kein Fußgänger mehr durch!“

Diese Beobachtung können auch wir bestätigen, möchten daraus aber einen anderen Schluss ziehen: Am Hauptbahnhof fehlen ausreichende Abstellmöglichkeiten und eine regelmäßige Entfernung von Schrotträdern! Für eine Stadt mit fast 100.000 Einwohnern sind 46 öffentliche (nicht überdachte) Abstellplätze für Fahrräder definitiv zu wenig. Die Radstation am Hauptbahnhof ist eine wichtige Einrichtung für die Stadt, aber dennoch muss für diejenigen, die sich die Aufbewahrung in einer Radstation nicht leisten können oder wollen, eine attraktive Abstellmöglichkeit vorhanden sein. Hier besteht definitiv noch Entwicklungsbedarf, denn durch die Verlegung des ZOB an den Hauptbahnhof hat dieser das Potenzial für einen echten Mobilitätspunkt, also einen Verkehrsknotenpunkt mit der Verzahnung von ÖPNV, Fahrrad und Car-Sharing/Taxi.

Sehr gerne würden wir die Situation am Hauptbahnhof gemeinsam mit Ihnen strukturiert beobachten um daraus Schlussfolgerungen für den Umgang mit der Situation zu ziehen. Für die Durchführung eines solchen Vorhabens stehe ich Ihnen als Ansprechpartner des VCD Ennepe-Ruhr sehr gerne zur Verfügung. Gerne können Sie diese Pressemeldung auch als Leserbrief veröffentlichen.

Mit besten Grüßen
Björn Frauendienst

Rückfragen und Interview-Wünsche
Björn Frauendienst
Tel. 02302/1717454 • Mobil 0162/6103523 • info@vcd-en.de

Links:

Alte Fahrräder blockieren Abstellplätze am Wittener Bahnhof, WAZ, 22.4.2014

Experten bemängeln zu wenige Fahrradplätze am Wittener Hauptbahnhof, WAZ, 23.4.2014

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