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Verkehr der Zukunft im Campus West

Aachen, 29.10.2019

Verkehrsverbände fordern deutliche Korrekturen für Radverkehr und Straßenbahn

 

Baulich geschützte, breite Radverkehrsanlagen und eine eigene ÖPNV-Trasse, das fordern die Verkehrsverbände Uni.Urban.Mobil. (U.U.M.), VCD und ADFC für den Campus West. Dies macht eine Korrektur am Querschnitt des Campusbands nötig, der am 31.10.2019 im Mobilitätsausschuss beschlossen werden soll.

 

Das sogenannte Campusband stellt in den Planungen die zentrale urbane Achse im Campus West dar. Bisher waren neben breiten Gehwegen eine Fahrbahn für Autos mit Schutzstreifen für Radfahrer sowie eine eigene ÖPNV-Trasse vorgesehen. Insgesamt sind dafür 26 m Breite geplant. Ausdrücklich begrüßen die Verbände, dass im Campusband eine hohe Aufenthaltsqualität geschaffen werden soll.

 

Seit dem großen Erfolg der Unterschriftensammlung für den Radentscheid ist jedoch klar: schmale Schutzstreifen sind für den Radverkehr nicht mehr ausreichend, weil sich dort viele nicht sicher fühlen. Stattdessen sollen 2,30 m breite Radfahrstreifen entstehen, die durch bauliche Elemente zum Kfz-Verkehr geschützt werden. Konsequenz: es wird mehr Platz benötigt. Daher wollen die Planenden nun die separate ÖPNV-Trasse opfern, um weiterhin die Breite von 26 m für das Campusband einzuhalten.

 

Hiergegen wehren sich die Verbände. „Wenn die Regiotram später in den Campus verlängert werden soll, soll sie so wenig wie möglich durch Autoverkehr behindert werden. Dafür brauchen wir die eigene Trasse im Campusband“, fordert Ralf Oswald vom VCD. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: „Entweder wird das Campusband entsprechend verbreitert, oder, noch besser, das Campusband wird direkt ganz autofrei“. Der Kfz-Verkehr könnte dann über die Süsterfeldstraße oder den bahnparallelen Weg fahren, und das Campusband würde so noch weiter für den Aufenthalt aufgewertet.

 

Den Verbänden ist bewusst, dass mit den geforderten Änderungen mehr Zeit für die Planungen erforderlich sind. Das Verkehrssystem für den Campus hat aber grundlegende Auswirkungen für viele Jahrzehnte. Deshalb müssen jetzt die Weichen neu gestellt werden.

 

Radbrücke direkt bauen

 

Deutliche Kritik üben die Verbände auch daran, dass die Radbrücke vom Campusband zur Süsterfeldstraße nur als Option vorgesehen werden soll und für den Bebauungsplan zunächst nicht weiter mitgedacht wird. „Eine attraktive und direkte Radverbindung zwischen den Campus Innenstadt, West und Melaten brauchen wir von Anfang an und nicht erst, wenn die meisten Gebäude schon stehen“, zeigt sich Jasper Nalbach von U.U.M. überzeugt. Die Verbände befürchten, dass bei fehlender Entwurfsplanung nicht alle erforderlichen Flächen für die Radbrücke gesichert werden.

 

Stellungnahme zum Campus West

Die Langfassung der Stellungnahme zum Campus West finden Sie hier.

 

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