Nordrhein-Westfalen

Radverkehr

Qualitätsziele für Radvorrangrouten

Bei der Planung und Ausführung von Radvorrangrouten müssen bestimmte Standards eingehalten werden, damit eine sinnvolle Nutzung möglich ist. Eine halbherzig umgesetzte Route verdient ihren Namen nicht und ist letztlich kontraproduktiv, da sie das Ziel, den Verkehr auf das Rad zu verlagern, nicht erreicht.

Darum hat der VCD konkrete, messbare Qualitätsziele definiert:

  1. Durchschnittliche Reisegeschwindigkeit 20 km/h unter Berücksichtigung aller Verlustzeiten an Knoten und auf der Strecke

  2. Hoher Fahrkomfort (Belag, niveaugleiche Absenkungen)

  3. Erkennbarkeit der Radvorrangroute über die generelle Straßenraumgestaltung, nicht nur über die Radwegweisung

  4. Weitgehender Vorrang an querenden Straßen zu Verringerung der Reisezeitverluste

  5. Weitgehend Führung in verkehrsarmen Straßen oder auf eigenständigen Radwegen

  6. Direkte Routenführung ohne Umwege


    Der angestrebte Qualitätsstandard muss auch nach Einrichtung des Radvorrangroutennetzes dauerhaft erhalten werden. Hierzu dienen folgende Schritte:

    Kurzfristig: Alle Maßnahmen am Radverkehrsnetz sind darauf zu prüfen, ob die Reisegeschwindigkeit und der Reisekomfort beeinträchtigt werden.

    Mittelfristig: Aufbau eines systematischen Qualitätsmanagements für das Radvorrangroutennetz mit detaillierter Formulierung der Qualitätsziele und einer systematischen regelmäßigen Kontrolle und Steuerung.



Radvorrangrouten für Aachen

Die Luft in Aachen ist schlecht und wird nicht besser. Bisherige Maßnahmen, die überwiegend auf eine Erhaltung des Status Quo abzielen, haben sich als wirkungslos erwiesen. Auch die Umweltzone, das ist klar, wird alleine keine Luftverbesserung erwirken.

Notwendig ist ein Umdenken in der Verkehrsplanung. Dabei ist die Menge der Optionen begrenzt. Eine Schienenlösung für den Nahverkehr ist in den nächsten Jahren nicht möglich. Das bestehende Busnetz operiert bereits jetzt am Rande seiner Kapazitäten und kann kaum erweitert werden. Zudem tragen die Busse mit ihren Emissionen zur Verschärfung des Problems bei - eine Umrüstung oder gar ein Ersatz durch Elektrofahrzeuge ist ausgesprochen teuer.

Die einzige Möglichkeit, kurzfristig und kostengünstig eine durchgreifende Verbesserung der Situation in der Aachener Innenstadt zu erreichen, ist eine deutliche Verlagerung der Mobilität auf den Radverkehr. Die Voraussetzungen dafür sind günstig: Der Run auf Elektrofahrräder und Pedelecs hat bewirkt, dass Radfahren so schnell und bequem wie nie zuvor geworden ist. Immer mehr Menschen werden in den nächsten Jahren das Fahrrad als sinnvolle Alternative zum Auto wahrnehmen und es zum Beispiel  für den Weg zur Arbeit nutzen wollen.

Dafür müssen geeignete Randbedingungen und Infrastruktur geschaffen werden. Radfahrer dürfen in der Planung nicht mehr als Störfaktor wahrgenommen werden, sondern als Verkehrsteilnehmer mit Bedürfnissen, Ansprüchen und Rechten, die denen der Autofahrer entsprechen. Ein wesentlicher Baustein darin ist ein neuer Blick auf das Verkehrsnetz. Die Radwege, die bisher eher unzusammenhängende Einzellösungen von stark variierender Qualität bilden, müssen sich zu einem durchgängigen, leistungsfähigen Netz wandeln. Ein zentrales Element darin bilden Radvorrangrouten.

Der VCD Aachen hat ein exemplarisches Konzept für zwei Radvorrangrouten erstellt. Dabei wurde nicht nur eine Streckenführung erarbeitet, sondern die aktuelle Situation entlang der Route im Detail analysiert und Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Das Konzept ist hier zugänglich, außerdem finden Sie weiteres Kartenmaterial.

 

Die Aachener Zeitung berichtete über das Konzept am 26. 10. 2016.

 

 

Radverkehr am Krugenofen

Zr Diskussion um die Verkehrsführung am Krugenofen gibt es jetzt eine eigene Seite.

Critical mass (engl., dt. 'kritische Masse') ist ein Trend in vielen Städten der Welt, bei der sich RadfahrerInnen scheinbar zufällig und unorganisiert treffen, um mit gemeinsamen Fahrten durch Ihre Innenstädte mit ihrer bloßen Menge auf ihre Belange und Rechte gegenüber dem Autoverkehr aufmerksam zu machen.

Critical Mass in Aachen: immer am letzten Freitag im Monat um 18 Uhr an wechselnden Treffpunkten im Stadtgebiet. Link zur Website.

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