Nordrhein-Westfalen

Fünfjahresplan für eine Verkehrswende in Aachen

Maßnahmenkatalog des VCD

 

Der VCD Aachen-Düren hält die jüngsten Maßnahmenvorschläge der Verwaltung erneut für unzureichend. Er hat deshalb jetzt eigene Vorschläge für ein Sofortprogramm vorgelegt, die auch die sofortige Umnutzung des Parkhauses Büchel beinhalten. Diese sind Teil eines Fünfjahresprogramms, mit dem die dringend nötige Verkehrswende eingeleitet werden soll.

Sofortmaßnahmen

  1. Die Parkgebühren werden generell verdoppelt. Parkflächen im Straßenraum werden konsequent reduziert und in Stellflächen für CarSharing-Stationen sowie für Fahrräder umgewandelt.

  2. Das Parkhaus Büchel wird sofort geschlossen und bis zum endgültigen Abriss stattdessen für Anwohner und für Fahrräder zur Verfügung gestellt. Das Parkhaus Blondelstraße wird sofort in eine Quartiersgarage für Bewohner umgewandelt. Private Parkhausbetreiber werden angehalten, ihre Gebühren ebenfalls anzuheben.

  3. Das Anwohnerparken wird innerhalb des Grabenrings nach Stuttgarter Vorbild ersetzt durch eine Halteverbotszone mit Ausnahmegenehmigung gegen eine Monatsgebühr von 20 € für Bewohner, Handwerker etc.

  4. Parken auf nicht ausgewiesenen Flächen, insbesondere auf Geh- und Radwegen wird konsequent verfolgt, unabhängig von verbleibenden Restbreiten. Aufgesatteltes Parken wird nicht zugelassen.

  5. In der Innenstadt wird bei allen Genehmigungen für Außengastronomie darauf geachtet, dass Fuß- und Radverkehr noch konfliktfrei möglich ist.

  6. Auf und innerhalb des Alleenrings wird Tempo 30 eingeführt. Zu diesem Zweck wird ein Antrag auf Abstufung der bisher als Bundesstraße klassifizierten Teile des Alleenrings gestellt.

  7. Mit der Umsetzung der bereits festgelegten Radvorrangrouten von Brand und Eilendorf in die Innenstadt wird sofort begonnen. Auf allen Abschnitten, in denen keine wesentlichen Umbauarbeiten notwendig sind, werden bis zum 31. 10. 2019 Markierungen und Beschilderung als Fahrradstraße vorgenommen. Für alle übrigen Abschnitte dieser Routen werden parallel von mehreren Planungsteams die Detailplanungen beschleunigt erstellt.

  8. Die Beförderungspreise des ÖPNV im AVV werden eingefroren.

  9. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und dem AVV werden kurzfristige Verbesserungen im Schienennahverkehr umgesetzt. Das Regionalbahnangebot wird vor allem in den Abendstunden verbessert. Der Bahnhof Aachen-West wird mit einem barrierefreien Zugang versehen.

  10. Die Buslinien auf den Korridoren nach Haaren, Würselen, Campus und Brand werden um jeweils 4 Busse pro Stunde verstärkt. Die Ringlinien 3 und 13 werden jeweils auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet. Speziell auf der Linie 13 sowie allgemein im gesamten Liniennetz werden zusätzliche Fahrten in den Abendstunden und am Wochenende eingesetzt. Es werden Linien zur Schaffung von Querverbindungen geschaffen oder verlängert.

  11. Zusätzlich zur heute schon überlasteten Linie 51 wird eine neue Linie eingerichtet, die speziell das P+R-Parkhaus am Tivoli bedient und vom Sportpark Soers über die Krefelder Straße, Sandkaulstraße, Kurhausstraße, Blondelstraße bis zum Kaiserplatz führt.

  12. Die bestehenden Haltestellen werden aufgewertet und besser ausgestaltet. Auf den Hauptstrecken werden die Haltestrecken auf 40 m verlängert, an besonders frequentierten Haltestellen (zum Beispiel Scheibenstraße) auf 60 m. Zu Stoßzeiten erfolgt eine personelle Besetzung der Haltestellen zum Unterstützen des Ein- und Aussteigens. Auf Bus-Buchten wird generell verzichtet, bereits bestehende Buchten (zum Beispiel an der Haltestelle Augustastraße) werden sukzessive zurückgebaut. Auf den Hauptstrecken (Trierer, Jülicher und Roermonder Straße) werden durchgängig Busfahrspuren eingerichtet.

Maßnahmen nach einem Jahr:

  1. Der Bereich innerhalb des Grabenrings wird für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Ausnahmen können vorgesehen werden für Anwohner und Taxis sowie für Fahrzeuge, die nicht durch fossile Brennstoffe angetrieben werden.

  2. Der Grabenring wird zu einem Radverteilerring unter Berücksichtigung des ÖPNV umgebaut. An geeigneten Stellen wird mit dem Rückbau der Fahrbahnen zugunsten des Fußgängerverkehrs begonnen.

  3. Ein attraktives und preisgünstiges P+R-System wird – auch in Hinblick auf Besucher aus Belgien und den Niederlanden – eingerichtet.

  4. Alle Parkhäuser in Aachen erhalten ausreichende und gesicherte Abstellflächen für Fahrräder.

  5. Es wird mit der Umsetzung der übrigen Radvorrangrouten begonnen. Auf allen Abschnitten, auf denen keine wesentlichen baulichen Maßnahmen erforderlich sind, werden bis zum 31. 10. 2020 Markierungen und Beschilderung als Fahrradstraße vorgenommen. Für alle übrigen Abschnitte von mindestens drei Routen werden parallel von mehreren Planungsteams die Detailplanungen erstellt.

  6. Es werden geschützten breite Radfahrstreifen mit Roteinfärbung auf den radialen Hauptachsen ausgewiesen:Jülicher Straße von Haaren bis Hansemannplatz, Breslauer Straße, Adalbertsteinweg von Sedanstraße bis Kaiserplatz.

  7. Auf dem Alleenring werden die Lücken in den Radverkehrsanlagen an Junkerstraße und Heinrichsallee geschlossen. Auf den übrigen Abschnitten werden die bestehenden Schutzstreifen in breite Radfahrstreifen mit Roteinfärbung umgewandelt.

  8. Auf der Zollernstraße werden beidseitige Schutzstreifen mit Roteinfärbung, auf der Theaterstraße breite Radfahrstreifen mit Roteinfärbung angelegt. Das Parken auf der rechten Seite stadteinwärts wird untersagt.

  9. Die Farbe Rot wird durchgängig zur Markierung von Radverkehrsanlagen und -routen verwendet.

Nach zwei Jahren:

  1. Die oben für den Bereich des Grabenrings beschriebenen Maßnahmen werden auf den Alleenring ausgeweitet.

Nach drei Jahren:

  1. Die beschriebenen Maßnahmen werden auf weitere Bereiche der Stadt ausgeweitet.

  2. Ein zusammenhängendes Netz von Radvorrangrouten ist fertiggestellt oder befindet sich in Umsetzung.

  3. Weitere wichtige Radverkehrsverbindungen werden saniert und ausgebaut: Außenring, Lütticher Straße, Krefelder Straße.

Nach fünf Jahren:

Bau- und Verkehrsplanung folgen einem abgestimmten, in sich schlüssigem Konzept, in dem die Einzelmaßnahmen aufgehen. Der Verkehr wird in Ringen und Schneisen gedacht, wobei einzelnen Verkehrsarten auf den jeweiligen Schneisen Vorrang gegeben wird. Für Rad- und Fußverkehr existieren zusammenhängende, leistungsfähige Netze. Der Ausbau des ÖPNV und die Ergänzung um ein schienengebundenes System wird vorangetrieben.

Städteregion

Stadt und Kreis Düren

Bei Fragen zur Arbeit im Kreis Düren wenden Sie sich bitte per Mail an Georg Schmitz (oder Tel. 016097428095).

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