Nordrhein-Westfalen

Aachen-Düren

Südstraße / Boxgraben: Verkehrssituation nach Umbau schlechter als vorher

Nach Kanalarbeiten in der Südstraße in Aachen wurde die Verkehrsführung neu gestaltet. Positiv ist, dass den Bäumen durch größere Baumscheiben jetzt mehr Platz geschaffen wurde - negativ aber, dass dies auf Kosten des sowieso schon schmalen Fahrradschutzstreifens geschehen ist.

Bisher konnten Radfahrer von der Krakaustraße kommend geradeaus in die Südstraße gegen die (unechte) Einbahnstraße einfahren. Dazu war neben der Kfz-Fahrspur ein kurzer Schutzstreifen in Fahrtrichtung Mozartstraße markiert. Diese Lösung ist wegen der geringen Abstände zu den entgegenkommenden Kfz gerade für schutzbedürftigere Radfahrer wenig attraktiv. Deshalb plädieren wir dafür, die Chance der jetzigen Baumaßnahmen dazu zu nutzen, den Bordstein auf den ersten 20 bis 30 m bis zur nächsten Baumscheibe etwas zu versetzen, so dass neben der Kfz-Spur ein vollwertiger Radfahrstreifen angelegt wird. Am besten wird dieser zusätzlich durch eine zusätzliche Anlage zur Kfz-Spur hin geschützt.

Was diesen Fall über die konkrete Situation an der Südstraße hinaus bedeutsam macht, ist die Frage nach dem generellen Vorgehen bei der städtischen Verkehrsplanung. Eine der Forderungen des VCD ist, dass bei allen Neu- und Umbaumaßnahmen die Belange von Fuß- und Radverkehr automatisch mit berücksichtigt werden und so im Laufe der Zeit zu einer kontinuierlichen Verbesserung führen sollen.  In keinem Fall darf bei Baumaßnahmen eine Verschlechterung der Situation erfolgen.

Das aktuelle Beispiel zeigt, dass dies noch nicht wirklich in den Köpfen angekommen ist. Aber nur auf diese Weise kann die im Luftreinhalteplan geforderte Erhöhung des Anteils umweltfreundlicher Mobilität errreicht werden.

Zudem: Über die Südstraße soll in Zukunft eine der Radvorrangrouten verlaufen. Damit wird es noch wichtiger, für eine steigende Zahl an Radfahrern vorzusorgen und insbesondere in den Knotenpunkten mehr Platz zur Verfügung zu stellen.

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