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Aachen-Düren

"Pop-Up-Radwege" - auch für Aachen!? UPDATE

Als eine Antwort auf die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie werden in vielen europäischen Städten kurzfristig neue Radwege eingerichtet. Aachen zögert bisher noch. In einer Aktion am 23. Mai auf der Jülicher Straße wurde gezeigt, wie ein "Pop-Up-Radweg" funktioniert.

Die Aktion

Am 23. Mai wurde ein temporärer Radweg auf der Jülicher Straße angelegt, und zwar in Form einer “Protected Bike Lane”: Eine ganze Fahrspur, die mit roten Hütchen vom Rest der Fahrbahn abgetrennt ist. In kürzester Zeit kann so eine verkehrsfreundliche Umgestaltung einer Hauptachse vorgenommen werden.

Leider war die Aktion zeitlich befristet, sodass der “Pop Up”-Radweg nach wenigen Stunden wieder abgebaut werden musste. Einige Erkenntnisse, die gewonnen wurden:

  1. Es geht! Ohne große Planung und mit geringen Mitteln können Radspuren zumindest provisorisch angelegt werden – übrigens auch ohne dass der Autoverkehr zusammenbricht.
  2. Unglaublich, wie viele Postboten samstags morgens auf ihren Diensträdern in die Stadt rollen. Alleine für sie würde sich die Bike Lane schon lohnen.
  3. Bei einer “echten” Umsetzung muss die Spur bis zum Hansemannplatz weiter geführt werden, sonst ist sie nur halb so wirkungsvoll.

Hier einige Bilder von der Aktion. Untenstehend noch der Text der Einladung an die Presse mit weiteren Informationen.

Pressemitteilung

Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad, und schützen damit ihre eigene Gesundheit und das Klima. Ein Blick auf Aachens Straßen zeigt, dass dies auch in unserer Stadt so ist. Doch wie in anderen deutschen Großstädten fehlt es auch in Aachen an Platz für Fahrradfahrende und Fußgänger*innen. Die neuen Abstandsregeln gegen Corona unterstreichen das. 

 

Daher verteilen Städte auf allen Kontinenten ihren Straßenraum neu. Zuletzt erklärte Brüssel seine Innenstadt zur Tempo-20-Zone, in der Fußgänger*innen und Radfahrende den Vortritt haben. Von Wien über Mailand bis Madrid, von Bogota über New York werden rasch Radwege eingerichtet, damit sich Menschen in sicherem Abstand bewegen können. Rechtlich ist das auch in Deutschland leicht möglich. In Deutschland hat bisher Berlin  Autospuren in Radspuren umgewandelt, in sogenannte Pop-Up-Radwege. „Die rechtlichen Möglichkeiten, sichere Radwege in wenigen Tagen einzurichten, sind in der Straßenverkehrsordnung vorhanden“, sagt Jan van den Hurk, Sprecher des Radentscheid Aachen. 

 

Am Samstag, 23. Mai, verdeutlichen Initiativen in vielen Städten, wie das gelingen und aussehen kann, und zeigen damit, wie pandemiesichere Infrastruktur aussehen könnte: „Die Lockerungen des Lockdown bedeuten auch, dass wieder mehr Menschen unterwegs sind.

Sie brauchen eine entsprechende Infrastruktur, die sie die Abstandregeln einhalten lässt“, sagt Andreas Schulze, Ansprechpartner Mobilität bei Greenpeace Aachen.

 

Greenpeace-Gruppen werden an diesem Aktionstag in 38 deutschen Städten aktiv,

in Aachen richten mehrere Initiativen gemeinsam von 11 bis 13 Uhr einen Pop-Up-Radweg ein. Dabei wird die rechte Spur der mehrspurigen Jülicher Straße stadteinwärts von Pass- bis Robensstrasse mit Pylonen abgetrennt, mit Piktogrammen gekennzeichnet und für Radfahrende geöffnet.

 

Weitere Informationen zu Pop-Up Radwegen finden Sie in der heute veröffentlichten Greenpeace-Kurzexpertise „Städtische Mobilität nach Corona: Auto-Kollaps oder Fahrrad-Boom“ unter www.greenpeace.de sowie unter https://www.mobycon.nl/nieuws/handbuch-radverkehrsanlagen/.

 

Wir würden uns freuen, Sie bei unseren Aktivitäten begrüßen zu können. 

 

Bitte richten Sie Rückfrage an Jan van den Hurk, Tel. 0173 5476534

 

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